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Desk-Sharing: Das steckt hinter der Idee

Mitarbeiter sitzen an einem Arbeitsplatz, der im Sinne des Desk-Sharing gestaltet ist

Facebook, Google, Siemens oder kleinere Start-ups – viele Firmen integrieren das Desk-Sharing in den Arbeitsalltag. Bei dieser Herangehensweise werden feste Arbeitsplätze abgeschafft mit dem Ergebnis, dass Mitarbeiter in der Regel täglich einen Schreibtisch wählen können. Welche Vor- und Nachteile das Desk-Sharing hat und welche Regeln die Einführung erleichtern, verraten wir hier.

Desk-Sharing: Was ist das überhaupt?

Die Idee hinter dem Desk-Sharing ist recht simpel: Im Unternehmen gibt es nicht mehr für jeden Mitarbeiter einen festen Arbeitsplatz, sondern nur noch wechselnde. Beim Desk-Sharing arbeiten Mitarbeiter an den Schreibtischen, die gerade zur Verfügung stehen.

Das Konzept klingt neu, ist es aber gar nicht. Denn die grundlegende Überlegung dahinter gibt es schon viele Jahrzehnte – allerdings in einem ganz anderen Kontext. Auf Schiffen teilen sich Matrosen die Kabinen und damit auch die Schlafplätze. Der Grund: Platzmangel. Während der eine Matrose seine Schicht absolviert, nutzt der andere die Kajüte. Kommt ersterer nach getaner Arbeit wieder zurück, wird gewechselt. Diese Methode nennt sich Hot Bunking.

So ähnlich läuft es auch beim Desk-Sharing: Wenn der Kollege ins Meeting oder in die Pause geht, räumt er seinen Schreibtisch. Damit ist der Arbeitsplatz für einen anderen Kollegen frei. Kommt der Mitarbeiter aus der Pause oder aus dem Meeting zurück, macht er sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Das kann manchmal einen Moment dauern und etwas organisatorischen Aufwand mit sich bringen. Aber die Vorteile des Desk-Sharing sollen das wettmachen.

Die Voraussetzungen der Methode

Damit das Desk-Sharing umgesetzt werden kann, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Dazu gehören:

Die Vor- und Nachteile des Desk-Sharing

Wie bei den meisten Arbeitsmethoden gibt es auch beim Desk-Sharing Vor- und Nachteile, die wir uns nun etwas genauer ansehen möchten.

Die Vorteile des Desk-Sharing

Nachteile des Desk-Sharing

Tipps und Regeln: So kann man das Desk-Sharing erleichtern

Wenn Arbeitgeber Desk-Sharing in ihrem Unternehmen einführen möchten, können sich an einige Empfehlungen halten, um den Ablauf möglichst reibungslos zu gestalten:

  1. Mitarbeiter befragen: Bevor ein neues Arbeitsmodell eingeführt wird, sollten sich die Mitarbeiter dazu äußern dürfen. Schließlich sind sie diejenigen, die damit Tag für Tag leben sollen. Bei kleinen Unternehmen können Chefs ihre Mitarbeiter recht zwanglos, vielleicht bei einem gemeinsamen Kaffee in der Kaffeeküche befragen. In größeren Unternehmen bieten sich dagegen professionell durchgeführte, schriftliche Mitarbeiterbefragungen an.
  2. Offen kommunizieren: Chefs sollten außerdem offen darüber sprechen, was sie sich von dem neuen Konzept versprechen. Welche Ziele werden damit verfolgt, ist das Desk-Sharing zunächst nur ein Test oder soll es direkt langfristig im Unternehmen implementiert werden?
  3. Botschafter ernennen: Unter Umständen finden sich Mitarbeiter, die das Desk-Sharing Konzept in kleiner Runde, zum Beispiel in ihrer Abteilung, ausprobieren möchten. Arbeitgeber sollten diese Mitarbeiter vorab das Konzept testen lassen. Ist es ein Erfolg, können diese Mitarbeiter im nächsten Schritt ihren Kollegen von den Vorzügen des Desk-Sharing berichten und mit etwas Glück im gesamten Unternehmen eine positive Einstellung der Idee gegenüber erzeugen.
  4. Selbstorganisation fördern: Desk-Sharing gelingt dann besonders gut, wenn die Mitarbeiter keine lange Vorlaufzeit brauchen, sondern direkt mit der Arbeit starten können. Um das zu erreichen, können Arbeitnehmer Kurse zur Selbstorganisation anbieten. Dort lernen die Beschäftigten, wie sie sich schnell am neuen Schreibtisch einrichten und ohne großen Zeitverlust mit der Arbeit beginnen können.

Bildnachweis: Robert Kneschke / Shutterstock.com

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