Website-Icon Lebenslauf.net

Kündigung Muster: So schreibst du deine Kündigung richtig

Eine Frau schreibt eine Kündigung, dabei muss sie manche Kriterien einhalten

Du möchtest deinen Job kündigen, bist aber nicht sicher, wie man eine Kündigung richtig schreibt? Hier erfährst du, wie ein Kündigungsschreiben von Arbeitnehmern aufgebaut ist, welche Informationen es enthalten muss und was bei einer außerordentlichen Kündigung zu beachten ist. Kostenlose Kündigungs-Muster und Formulierungsbeispiele helfen dir, deine eigene Kündigung zu formulieren.

Kündigung schreiben: Das ist dabei wichtig

Wenn du deinen Arbeitsvertrag kündigen möchtest, musst du das immer schriftlich tun. Es reicht nicht aus, deinem Chef mündlich zu sagen, dass du nicht mehr für ihn arbeiten möchtest. Auch eine E-Mail ist keine Möglichkeit, den Arbeitsvertrag wirksam zu kündigen.

Für die Kündigung musst du wissen, welche Kündigungsfrist du hast. Diese Information ist normalerweise im Arbeitsvertrag zu finden. Falls nicht, gelten die gesetzlichen Fristen. Für Arbeitnehmer beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist vier Wochen. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange du deinen Job ausgeübt hast – anders als bei der Kündigung von Arbeitgebern. Du kannst zum Monatsende oder zum 15. eines Monats kündigen. Entscheidend ist für eine Einhaltung der Kündigungsfrist allerdings nicht, wann du deine Kündigung schreibst, sondern wann sie bei deinem Arbeitgeber ist. Plane also einen entsprechenden Puffer ein, um nicht zu riskieren, dass du zum gewünschten Zeitpunkt nicht kündigen kannst.

Das Kündigungsschreiben muss kein langer Text sein. Wichtig ist, dass du eindeutig schreibst, dass du deinen Job kündigst. Schreibe dabei, zu welchem Datum du die Kündigung aussprichst. Das sind die entscheidenden Voraussetzungen dafür, dass deine Kündigung wirksam ist.

Muss man einen Kündigungsgrund nennen?

Du brauchst in einer ordentlichen Kündigung keinen Grund für die Kündigung zu nennen. Falls du das möchtest, kannst du darauf aber eingehen – oder einfach schreiben, dass du aus privaten Gründen kündigst. Außerdem kannst du dich im Kündigungsschreiben für die Zusammenarbeit bedanken und deinen Arbeitgeber darum bitten, dir ein Arbeitszeugnis auszustellen.

Hierbei ist wichtig, zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis zu unterscheiden. Dein Arbeitgeber ist zur Ausstellung von beidem verpflichtet, wenn du ihn darum bittest. Allerdings stehen in einem einfachen Arbeitszeugnis nur die Eckdaten deines Jobs, etwa, von wann bis wann du wo genau tätig warst. Nur ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält eine Beurteilung deiner Leistungen und von deinem Sozialverhalten. Wenn du dich bewirbst, solltest du nach Möglichkeit immer qualifizierte Zeugnisse anhängen. Wenn du ein qualifiziertes Arbeitszeugnis haben möchtest, solltest du in deinem Kündigungsschreiben explizit danach fragen.

Damit deine Kündigung wirksam ist, musst du das Kündigungsschreiben persönlich unterschreiben. Das Kündigungsschreiben muss außerdem datiert sein.

So ist ein Kündigungsschreiben von Arbeitnehmern aufgebaut

Ein Kündigungsschreiben von Arbeitnehmern ist grundsätzlich wie ein geschäftlicher Brief aufgebaut. Das bedeutet, dass du deine eigene Adresse und die des Empfängers im oberen Bereich der Seite unterbringen solltest. Üblicherweise kommen deine Kontaktdaten zuerst – etwa oben rechts. Die Kontaktdaten deines Arbeitgebers kannst du anschließend linksbündig anordnen. Datiere deine Kündigung und gib auch den Ort an, an dem du dich befindest.

Ein Kündigungsschreiben von Arbeitnehmern braucht einen eindeutigen Betreff. Das Wort Kündigung sollte darin vorkommen – etwa „Kündigung meines Arbeitsvertrags“ oder „Kündigung des Arbeitsverhältnisses“. Das eigentliche Kündigungsschreiben beginnt mit der Anrede deines Arbeitgebers. „Sehr geehrte/r Frau/Herr…“ ist als höfliche, förmliche Anrede die richtige Wahl. Falls du deinen Arbeitgeber duzt, solltest du für dein Kündigungsschreiben trotzdem die Sie-Form wählen.

Im ersten Absatz schreibst du, worum es dir geht – deinen Job zu kündigen. So kann das zum Beispiel klingen: „Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag, geschlossen am XX.XX.XXXX, fristgerecht zum XX.XX.XXXX“. Vermerke unbedingt das gewünschte Kündigungsdatum. Wenn du unsicher bist, ob du die Kündigungsfrist eingehalten kannst, kannst du direkt im Anschluss an das Kündigungsdatum eine Formulierung wie diese ergänzen: „[…], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Damit sorgst du dafür, dass du keine neue Kündigung schreiben musst, falls du die angestrebte Kündigungsfrist nicht eingehalten hast. Du kannst auch von vornherein zum „nächstmöglichen Zeitpunkt“ kündigen.

Ohne Unterschrift ist das Kündigungsschreiben nicht wirksam

Wenn du möchtest, kannst du anschließend begründen, warum du das Unternehmen verlassen möchtest. Zumindest auf private Gründe hinzuweisen, empfiehlt sich vor allem dann, wenn du ein gutes Verhältnis zum Arbeitgeber hattest und in guter Erinnerung bleiben möchtest. Falls du kündigst, weil du keine Lust mehr auf das miese Betriebsklima oder deine langweiligen Aufgaben hast, solltest du das nicht ehrlich schreiben. Denk daran, dass du noch ein gutes Arbeitszeugnis haben möchtest. Wenn du den Arbeitgeber mit deinem Kündigungsschreiben vor den Kopf stößt, kann das unerwünschte negative Folgen haben.

Im letzten Absatz kannst du dich bedanken – etwa für die lehrreiche Zeit oder die gute Zusammenarbeit – und den Arbeitgeber auffordern, dir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Du kannst den Arbeitgeber außerdem bitten, den Erhalt der Kündigung unter Angabe des Kündigungszeitpunkts zu bestätigen. Anschließend folgen noch die Grußformel und deine persönliche, handschriftliche Unterschrift.

Fristlose Kündigung: Was du bei einer außerordentlichen Kündigung als Arbeitnehmer beachten solltest

Unter Umständen kannst du als Arbeitnehmer dazu berechtigt sein, eine außerordentliche und fristlose Kündigung auszusprechen. Das setzt einen wichtigen Grund nach § 626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) voraus und ist bei gravierenden Pflichtverstößen des Arbeitgebers denkbar. Möglicherweise musst du deinen Arbeitgeber zuvor abgemahnt haben. Eine fristlose Kündigung kann nur wirksam sein, wenn es dir nicht zugemutet werden kann, das Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist fortzusetzen. Deshalb musst du innerhalb von zwei Wochen kündigen, nachdem du von dem Kündigungsgrund erfahren hast.

Eine fristlose Kündigung durch einen Arbeitnehmer ist zum Beispiel denkbar, wenn der Arbeitgeber wiederholt und trotz Aufforderung den Lohn nicht oder nicht vollständig gezahlt hat. Auch Mobbing, sexuelle Belästigung, Beleidigung oder die Aufforderung zu Straftaten können eine außerordentliche Kündigung durch Arbeitnehmer rechtfertigen. Dasselbe gilt, wenn dein Arbeitgeber Straftaten begeht oder du aus gesundheitlichen Gründen nicht dazu in der Lage bist, deinen Job bis zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist nachzugehen. In diesem Fall solltest du ein ärztliches Attest vorweisen können. Lasse dich am besten von einem Anwalt beraten, um sicherzustellen, dass eine fristlose Kündigung in deinem Fall infrage kommt.

Wenn du deinen Job außerordentlich kündigst, musst du den Grund dafür im Kündigungsschreiben nennen. Dabei solltest du möglichst konkret werden. Falls dich dein Arbeitgeber beleidigt hat, solltest du etwa notieren, wann das der Fall war und was gesagt wurde. Ansonsten gelten für eine außerordentliche Kündigung dieselben inhaltlichen Voraussetzungen wie für eine ordentliche Kündigung.

Kündigung: Muster für Arbeitnehmer

Wie sieht ein Kündigungsschreiben von Arbeitnehmern aus? Die folgenden Kündigungs-Muster zeigen dir, wie du deine eigene Kündigung formulieren könntest.

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Kündigung Muster 1

[Kontaktdaten Arbeitnehmer]

[Kontaktdaten Arbeitgeber]

[Ort, Datum]

Kündigung meines Arbeitsvertrags

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag, den wir am 19. Mai 2014 geschlossen haben, ordentlich zum 31. Dezember 2020, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Ich bedanke mich bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit und bitte Sie, die Kündigung unter Angabe des Kündigungstermins zu bestätigen. Bitte stellen Sie mir außerdem ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus.

Freundliche Grüße

[handschriftliche Unterschrift des Arbeitnehmers]

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Kündigung Muster 2

[Kontaktdaten Arbeitnehmer]

[Kontaktdaten Arbeitgeber]

[Ort, Datum]

Kündigung des Arbeitsverhältnisses, geschlossen am 25. Juli 2017

Sehr geehrte Frau Müller,

hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis, das seit dem 25. Juli 2017 besteht, ordentlich und fristgerecht zum 30. November 2020.

Ich bedaure diesen Schritt, den ich aufgrund von privaten Gründen gehen muss, und danke Ihnen für die lehrreiche Zeit in Ihrem Unternehmen. Bitte lassen Sie mir eine kurze Bestätigung über meine Kündigung zukommen. Ich bitte Sie außerdem, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Vielen Dank vorab.

Mit freundlichen Grüßen

[handschriftliche Unterschrift des Arbeitnehmers]

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: fristlose Kündigung Muster

[Kontaktdaten Arbeitnehmer]

[Kontaktdaten Arbeitgeber]

[Ort, Datum]

Fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses

Sehr geehrte Frau Müller,

hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag, den ich am 5. Januar 2018 mit Ihnen geschlossen habe, außerordentlich und fristlos zum 31. Oktober 2020. Ich sehe mich zu diesem Schritt gezwungen, da Sie mir trotz mehrmaliger Aufforderung vom 1. September 2020 und 15. September 2020 mein Gehalt nicht überwiesen haben.

Bitte bestätigen Sie die Kündigung und stellen Sie mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus. Ich bitte Sie außerdem, meine restlichen Urlaubstage auszubezahlen.

Freundliche Grüße

[handschriftliche Unterschrift des Arbeitnehmers]

Bildnachweis: S_Photo / Shutterstock.com

Die mobile Version verlassen