Arbeitsleben & BerufDer Business-Knigge: Professionell von A bis Z

Der Business-Knigge: Professionell von A bis Z

Vom ersten Eindruck bis zum interkulturellen Meeting: Im Beruf lohnt es sich, den Business-Knigge zu beachten. Hier erfährst du mehr über die gängige Business-Etikette und warum es so wichtig ist, auf das richtige Auftreten, Respekt und Professionalität zu achten.

Business-Knigge: Darum lohnt es sich, sich daran zu halten

Beim Knigge geht es um allgemeine Höflichkeitsregeln, die beschreiben, wie man sich in der Öffentlichkeit verhalten sollte. Der Begriff geht auf Adolph Freiherr von Knigge zurück, der Ende des 18. Jahrhunderts ein Werk mit dem Titel „Über den Umgang mit Menschen“ veröffentlicht hatte. Zwar ging es von Knigge damals weniger um starre Benimmregeln als vielmehr um ein gutes zwischenmenschliches Verhalten allgemein. Dennoch wurden seine Grundsätze im Laufe der Zeit zu einem Synonym für gutes Benehmen – noch heute sind die Knigge-Regeln oder kurz „der Knigge“ geläufig. 

Daran lehnt sich der Business-Knigge an: Hierbei geht es um eine professionelle Business-Etikette. Damit ist eine Art Verhaltenscodex gemeint, der das „richtige“ Verhalten im Beruf regelt: einen angemessenen, respektvollen Umgang mit anderen Menschen im eigenen beruflichen Umfeld. Die Business-Etikette unterscheidet sich dabei von privaten Umgangsformen: Im privaten Bereich stehen persönliche Beziehungen und individuelle Eigenheiten im Vordergrund, während im Job einheitlichere Standards gelten. 

Gute Manieren sind dabei mehr als nur förmliches Verhalten. Sie spiegeln die Professionalität und Seriosität einer Person wider, können Wertschätzung ebenso deutlich machen wie soziale Kompetenz. Souveränes, höfliches Verhalten stärkt den eigenen Ruf und zeugt von Verlässlichkeit und Verbindlichkeit. In beruflichen Situationen, aber auch in Bewerbungsgesprächen und bei Kontakten mit Kunden können Beschäftigte mit einem professionellen Auftreten punkten. 

Darüber hinaus trägt die Berücksichtigung des Business-Knigges zu einem angenehmen Arbeitsklima bei. Wenn der Kontakt mit anderen durch gegenseitige Wertschätzung, Rücksichtnahme und Freundlichkeit geprägt ist, schafft das Vertrauen und reduziert das Konfliktpotenzial. So entsteht eine gute Grundlage für motiviertes Arbeiten und gute Leistungen in Teams.

Der erste Eindruck: Was beim Erstkontakt wichtig ist

Der erste Eindruck ist oft ein bleibender Eindruck: Wer beim Erstkontakt professionell und höflich auftritt, legt den Grundstein für gute Beziehungen und einen guten Ruf. Es fängt mit der „richtigen“ Begrüßung . Dazu gehört ein fester, aber nicht übertrieben kräftiger Händedruck, ein freundliches Lächeln, ein Blick in die Augen des Gegenübers. Im besten Fall redet man diese Person namentlich an und stellt sich selbst vor.

Wenn Personen vorgestellt werden, sollte die Reihenfolge nicht beliebig sein. Besonders bei hierarchischen Unterschieden ist das wichtig. Zuerst wird in der Regel die ranghöchste Person vorgestellt. Auch externe Personen, etwa Geschäftspartner, werden bevorzugt zuerst vorgestellt. Vollständige Namen zu nennen, ist dabei eine Frage der Höflichkeit. Wenn es nicht klar ist, um wen es sich dabei handelt, sollte die Position oder Funktion kurz erläutert werden. 

Im Geschäftsleben nehmen Visitenkarten eine wichtige Funktion ein. Auch hierfür gelten ungeschriebene Regeln im Business-Knigge: Man übergibt eine Visitenkarte mit der Vorderseite nach oben, damit der Empfänger die Informationen sofort lesen kann. Für den Erhalt einer Visitenkarte gilt: Bedanke dich für die Kontaktinformation und verstaue sie sorgfältig an einem passenden Ort. Der respektvolle Umgang mit Visitenkarten hilft, einen guten ersten Eindruck zu machen.  

Auch was jemand trägt und wie er aussieht, entscheidet über den ersten Eindruck. Durch einen angemessenen Auftritt mit einem gepflegten Äußeren wirkst du professioneller und bleibst besser in Erinnerung.

Business-Etikette bei der Kommunikation im geschäftlichen Alltag

Professionelle Kommunikation ist ein elementarer Bestandteil der Business-Etikette. Wie du mit anderen kommunizierst, bestimmt über deinen Erfolg im Job mit. Entscheidend ist ein höflicher, klarer Umgang. Prägnante Formulierungen sorgen für Transparenz und helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Drücke dich sachlich und respektvoll aus, auch bei Meinungsverschiedenheiten. 

Bei schriftlicher Kommunikation, etwa in Briefen und E-Mails, empfiehlt es sich, auf eine sinnvolle Struktur zu achten. Zum Business-Knigge gehört es, dass Nachrichten keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler enthalten sollten. Fehler sind menschlich, aber wenn sie häufiger vorkommen, kann das respektlos und unprofessionell wirken. 

Aktives Zuhören ist im Geschäftsleben wichtig, denn dadurch drückst du Respekt aus und zeigst Interesse. Lasse andere ausreden und reagiere mit nonverbalen Signalen auf das Gesagte, etwa einem Nicken oder einem Lächeln. Auch Rückfragen sind hilfreich, um gute Beziehungen aufzubauen.

Für Telefonate gelten ebenfalls bestimmte Regeln in der Business-Etikette: Begrüße andere höflich mit Namen, sprich klar und deutlich und komme möglichst schnell auf den Punkt. Auch für Telefongespräche gilt: Unterbrich deine Gesprächspartner nicht. Bei entgangenen Anrufen ist ein rascher Rückruf wichtig. Auch E-Mails sollten zeitnah beantwortet werden – immer mit einer höflichen Anrede, es sei denn, es wird dauernd hin und her geschrieben. Ein klarer Betreff hilft anderen, deine Nachricht einzuordnen. Achte auch auf höfliche Grußformeln.

Small Talk ist aus dem Geschäftsalltag nicht wegzudenken. Er schafft eine angenehme Atmosphäre, baut Vertrauen auf und kann hilfreich in potenziell unangenehmen Situationen sein – etwa einer gemeinsamen Fahrt im Aufzug. Hierbei ist wichtig, dass es wirklich bei Small Talk bleibt. Die Unterhaltung muss nicht in die Tiefe gehen, im Gegenteil: Unangemessene und zu persönliche Themen können unangenehm für andere sei. Besonders Themen wie Politik, intime Details und private Probleme sind tabu.

Meeting-Knigge: So verhältst du dich bei Geschäftsterminen richtig

Ein elementarer Bestandteil des Business-Knigges für Azubis, Angestellte und Praktikanten betrifft ein angemessenes Verhalten bei Meetings. Eine wichtige Grundlage für ein seriöses Auftreten bei Geschäftsterminen und Meetings ist Pünktlichkeit. Wenn du zu spät kommst, kann das ein Anzeichen für mangelnden Respekt sein. Außerdem lässt es dich unorganisiert wirken. Ebenso wichtig ist, dass du vorbereitet bist: Setze dich mit den Themen auseinander, halte wichtige Unterlagen griffbereit und überlege dir mögliche Rückfragen.

Auch die Kleidung ist ein wichtiger Bestandteil der Business-Etikette bei geschäftlichen Meetings. Der Dresscode hängt von deinem Beruf, der Branche und dem Anlass ab. Überlege dir vorher, was angemessen ist – etwa ein klassisches Business-Outfit oder eher Business Casual. Neben einer passenden Kleidung solltest du gepflegt aussehen; achte also auch auf deine Frisur, deine Fingernägel und allgemeine Hygiene. 

Während Meetings ist ein respektvoller Umgang mit deinen Gesprächspartnern gefragt. Höre aktiv zu, unterbrich die anderen Beteiligten nicht und drücke dich selbst klar aus. Melde dich zu Wort, wenn du etwas Relevantes zu sagen hast, und behalte für dich, was nicht von Interesse für die übrigen Beteiligten ist. Bei Meinungsverschiedenheiten ist Sachlichkeit das oberste Gebot. Erkenne an, wenn andere abweichende Meinungen haben, und versuche, zusammen eine Lösung zu finden (wenn das erforderlich ist). Im Ton solltest du dabei stets höflich und respektvoll bleiben. Äußere Kritik in einer freundlichen, wohlwollenden Art – und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl. 

Zur Business-Etikette bei Meetings gehört auch der richtige Umgang mit digitalen Geräten wie Smartphones oder Tablets. Handys sollten stumm geschaltet sein und möglichst nicht direkt vor dir auf dem Tisch liegen. Es ist ein No-Go, während eines Meetings am Handy zu sein – du wirkst dadurch abgelenkt. Gehe bewusst mit Technik um, um aufmerksam zuzuhören und deinen Gesprächspartnern Wertschätzung zu signalisieren. 

Tischmanieren: Business-Lunches und Geschäftsessen

Zum beruflichen Alltag gehören häufig Geschäftsessen oder Business-Lunches. Solche Gelegenheiten solltest du ernst nehmen, denn es ist nicht nur eine Mahlzeit, die du zufällig mit geschäftlichen Kontakten einnimmst. Wenn du es richtig machst, kannst du solche Anlässe nutzen, um Beziehungen zu pflegen und zu vertiefen, Vertrauen aufzubauen und dich von deiner professionellen Seite zu zeigen. Es gibt jedoch auch Fettnäpfchen, die du vermeiden solltest, wenn du einen seriösen Eindruck hinterlassen möchtest. 

Aus gutem Grund gelten bestimmte ungeschriebene Regeln, was die Tischmanieren angeht. Das betrifft zum Beispiel deine Erscheinung: Deine Kleidung und dein Äußeres sollten zum Anlass und den übrigen Beteiligten passen. 

Du solltest erst anfangen zu essen, wenn alle sitzen und etwas zu Essen vor sich stehen haben. Besteck nutzt du dabei von außen nach innen, die Serviette kannst du dir auf deinen Schoss legen. Schmatzen oder Sprechen mit vollem Mund sind No-Gos, die du unbedingt vermeiden solltest. 

Wer lädt ein bei einem Geschäftsessen – und wer bezahlt? Hier gilt: Wer die Einladung ausgesprochen hat, übernimmt auch die Rechnung. Sich darauf als Gast nicht einlassen zu wollen, mag ein nachvollziehbarer Impuls sein, gilt aber als unhöflich. 

Es hängt jedoch von der konkreten Situation ab: Manchmal kann es durchaus angemessen sein, wenigstens anzubieten, die Kosten zu teilen. Die Entscheidung liegt jedoch bei demjenigen, der zum Business-Lunch eingeladen hat. Es gibt auch Fälle, in denen die naheliegende Lösung darin besteht, dass jeder sein Essen selbst übernimmt. Bei Unsicherheiten bietet es sich an, das Thema im Vorfeld zu klären. 

Ein erfolgreiches Geschäftsessen lebt von einer angenehmen, leichten Unterhaltung. Es kann zum Beispiel um berufliche Themen gehen, aber am besten nicht von der ersten Minute an: Etwas Small Talk über alltägliche Themen wie gemeinsame Interessen, Reisen oder selbst das Wetter lockern die Atmosphäre auf. Tiefgehende Themen, Privates und Politik sollten dabei möglichst vermieden werden.

Alkohol trinken oder nicht?

In Bezug auf Alkohol gilt: Zurückhaltung ist gefragt. Bietet der Gastgeber ein alkoholisches Getränk an, kannst du darauf ruhig eingehen, solltest dich aber mäßigen. Wenn du zu viel trinkst, wirkt das schnell unprofessionell. Im Zweifel kann es sinnvoll sein, ganz auf Alkohol zu verzichten, besonders, wenn das Treffen nicht abends stattfindet und du anschließend noch arbeiten musst. 

Professionell kommunizieren über digitale Medien

Ein weiterer Teil des Business-Knigges ist der Umgang mit digitalen Medien. In der modernen Geschäftswelt läuft immer mehr online ab, zum Beispiel über E-Mails oder Video-Chats. Auch hier ist ein respektvoller, professioneller Umgang gefragt.

Es gibt eine E-Mail-Etikette, die du im Joballtag berücksichtigen solltest. Hierzu gehört ein prägnanter Betreff, der es dem Empfänger leichter macht, deine Nachricht zuzuordnen. Die Anrede muss zur Beziehung und dem Anlass passen – etwa „Sehr geehrte Frau Meier“, bei engeren Kontakten auch ein simples „Hallo Andreas“. 

Die eigentliche Nachricht solltest du klar und verständlich formulieren. Nutze Hauptsätze, arbeite mit Absätzen und halte dein Anliegen möglichst kompakt. Zum Schluss verabschiedest du dich mit einer höflichen Grußformel – je nach Gesprächspartner etwa „Mit freundlichen Grüßen“ oder „Herzliche Grüße“. Falls du Anhänge verschickst, weise in deiner Nachricht darauf hin, damit sie nicht untergehen. Achte auf eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik und einen angemessenen Stil.

Soziale Netzwerke können ein Minenfeld sein: Hier vermischen sich oft berufliche und private Inhalte. Wenn du mit vielen beruflichen Kontakten vernetzt bist, solltest du darauf achten, was du postest, likest oder kommentierst. Manchmal ist eine klare Trennung durch mehrere Profile sinnvoll, damit private Inhalte privat bleiben. Wie du dich auf Social-Media-Kanälen verhältst, kann deinen Ruf beeinflussen – du kannst damit seriös wirken oder aber Vertrauen beschädigen.

Auch Vertraulichkeit und Datenschutz spielen bei der digitalen Kommunikation eine wichtige Rolle. Sensible Informationen solltest du nicht unverschlüsselt weiterleiten. Wenn du personenbezogene Daten verarbeitest, sind hohe Sicherheitsstandards gefragt. Du hast dabei die Verantwortung dafür, dass Daten in deinen Händen sicher sind. Diese Verantwortung ernst zu nehmen, sollte selbstverständlich sein, wenn du vertrauenswürdig und professionell auf andere wirken willst.

Interkulturelle Kompetenz im Berufsalltag

Auch interkulturelle Kompetenz gehört zum Business-Knigge. Viele Jobs sind heute international geprägt: Man hat es mit Geschäftspartnern aus anderen Ländern zu tun, hat Kunden aus anderen Kulturkreisen oder muss sich mit Kollegen über Ländergrenzen hinweg absprechen. Umso wichtiger ist es, sensibel für kulturelle Eigenheiten und Unterschiede zu sein, etwa in Bezug auf geschäftliche Gepflogenheiten, Kommunikation und den Umgang miteinander. Was in einer Kultur oder einem Land als höflich und respektvoll gilt, kann in einem anderen unangemessen wirken. 

Informiere dich deshalb im Vorfeld, was für eine bestimmte Kultur oder ein Land gilt. Gibt es landestypische Begrüßungen? Was gilt für die Kleidung? Wie laufen Gespräche üblicherweise ab und wie wichtig sind Hierarchien? Wenn du über solche Dinge im Bilde bist, kannst du Fettnäpfchen vermeiden und dich respektvoll verhalten. Dabei können selbst kleine Details einen Unterschied machen, zum Beispiel das Einhalten von Tischregeln oder der korrekte Gebrauch von beruflichen Titeln.

Entscheidend ist, durch gute Vorbereitung Missverständnisse zu vermeiden. Um mit Menschen aus anderen Kulturkreisen angemessen zu kommunizieren, ist zudem Offenheit gefragt. Du solltest ebenso bereit sein, dich flexibel auf mögliche kulturelle Eigenheiten einzustellen. Wenn du interkulturelle Kompetenz zeigst, schafft das Vertrauen und legt den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Tipps zum Umgang mit schwierigen Situationen

Selbst wenn du dich im Joballtag an den Business-Knigge hältst, können sich immer wieder Herausforderungen und schwierige Situationen ergeben, bei denen Feingefühl gefragt ist. Auch bei großer Sorgfalt lassen sich Fehler, Missverständnisse oder suboptimale Kommunikation nicht immer vermeiden. Entscheidend ist der richtige Umgang mit solchen Situationen.

Nehmen wir an, du hast einen Fehler gemacht. Dann ist es wichtig, das offen einzuräumen. Wer eigene Fehler eingesteht, zeigt damit wahre Größe und macht sein Verantwortungsbewusstsein deutlich. Je nachdem, worum es geht, kann eine Entschuldigung angemessen sein oder zumindest helfen, die Wogen zu glätten. In anderen Fällen ist es hilfreich, Fehler zu korrigieren, Dinge aufzuklären oder Informationen zu ergänzen. 

Es sind nicht nur eigene Fehltritte, bei denen es auf den richtigen Umgang im Sinne der Business-Etikette ankommt. Auch unangemessene Verhaltensweisen anderer können zur Herausforderung werden. Hier ist Professionalität gefragt: Reagiere nicht emotional, sondern bleibe ruhig und sachlich. Es kann hilfreich sein, in einem offenen Gespräch zur Sprache zu bringen, was falsch gelaufen ist. Je nach Situation ist die beste Lösung aber manchmal auch, einen Fauxpas nicht zur Sprache zu bringen.  

Im Job ist ein konstruktives Konfliktmanagement essenziell. Es geht damit einher, Probleme zu thematisieren und sie lösungsorientiert anzugehen. Dabei sollten Konflikte auf einer Sachebene behandelt werden, statt sie auf eine persönliche Ebene zu verlagern. Um Lösungen zu finden, hilft aufmerksames Zuhören in Kombination mit klarer Kommunikation

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