Gehaltserhöhung: Mit diesen Argumenten überzeugst du deinen Chef

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Gehaltserhöhung

Wenn jemand eine Gehaltserhöhung verdient hat, bist es du. Jetzt musst du nur noch deinen Chef davon überzeugen, dass er dir mehr Gehalt zahlen soll. Mit diesen Argumenten hast du gute Chancen.

Zu mehr Geld sagen wohl die meisten Menschen nicht nein. Wenn du jedoch darauf wartest, dass dein Chef zu dir sagt: „Prima gemacht, Frau XY, wir zahlen Ihnen ab sofort mehr Gehalt!“ wartest du vermutlich lange. Vielmehr kommt es auf deine Initiative an. Du musst das Gespräch anstoßen – und gute Argumente dafür liefern können, warum du eine Gehaltserhöhung verdient hast. Denn nach der ursprünglichen Gehaltsverhandlung, wenn du einen neuen Job beginnst, zahlen die wenigsten Arbeitgeber freiwillig und ungefragt mehr Geld. Dabei ist der Verhandlungsspielraum oft größer, als viele denken. Wer nicht fragt, geht leer aus – und wer fragt, kann mit guten Argumenten nichts verlieren.

Der richtige Zeitpunkt für die Bitte um mehr Gehalt

Der Zeitpunkt, an dem du deinen Chef um mehr Gehalt bittest, sollte gut durchdacht sein. Nicht jeder Moment ist dafür geeignet. Das gilt sowohl in bestimmten Situationen als auch phasenweise. Ein guter Zeitpunkt ist grundsätzlich, wenn du weißt, dass deine Leistung gerade sehr gut ist. Möglicherweise drückt dein Vorgesetzter regelmäßig aus, wie zufrieden er mit dir ist oder wie sehr er deinen Input schätzt. Das sind gute Vorzeichen für eine Gehaltsverhandlung.

Auch der unmittelbare Moment, in dem du das Thema ansprichst, ist relevant. Wenn du weißt, dass dein Chef gerade einen stressigen Tag hat, ist das vermutlich nicht der beste Zeitpunkt. Warte lieber, bis dein Vorgesetzter entspannt ist. Vielleicht kommt ihr ganz natürlich ins Plaudern – und die Atmosphäre scheint richtig, um das Thema anzuschneiden. Ein guter Zeitpunkt ist auch, wenn du gerade etwas Besonderes geleistet hast. Das wäre etwa der Fall, wenn du ein Projekt erfolgreich umgesetzt hast oder einen wichtigen Kunden an Land gezogen hast. Denn schließlich brauchst du gute Argumente in eigener Sache.

Auch, wie du den Wunsch nach mehr Gehalt verpackst, ist wichtig. Es ist zwar denkbar, dass du ohne Umschweife sagst, was du willst. Oft ist es jedoch sinnvoller, das anders zu verpacken. So kannst du etwa sagen, dass du über deine Perspektiven sprechen möchtest.

Auch äußere Umstände wirken sich aus. Wenn du erst drei Monate für deinen Arbeitgeber tätig bist und somit noch mitten in der Probezeit steckst, ist es zu früh für Forderungen. Auch, wenn es dem Unternehmen gegenwärtig nicht gut geht, stehen deine Chancen womöglich schlecht. Warte dann lieber einen geeigneteren Zeitpunkt für das Gehaltsgespräch ab.

Mehr Geld dank guter Argumente

Ist der Gesprächstermin ausgemacht, solltest du dich gründlich darauf vorbereiten. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dir deine Argumente zu notieren. Gehe niemals unvorbereitet in eine Gehaltsverhandlung. Das Risiko ist sonst groß, dass dir wichtige Gründe für deinen Wunsch nicht mehr einfallen. Du wirkst weniger souverän – und überzeugst den Entscheidungsträger vermutlich nicht, dein Gehalt zu erhöhen.

Weshalb bist du ein Trumpf für deinen Arbeitgeber?

Überlege, welche Ansatzpunkte es dafür gibt, dass dein Chef dir mehr Gehalt zahlen sollte. Das schon erwähnte erfolgreiche Projekt wäre ein Aspekt, den du vorbringen kannst. Was deutet sonst auf sehr gute Leistungen hin? Und womit lässt sich das belegen? Hast du besonders viel Verantwortung übernommen – oder wünscht sich dein Chef, dass du das künftig tust? Auch das ist ein guter Grund, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen.

Wodurch sparst du dem Unternehmen Kosten?

Ein wichtiger Punkt in Gehaltsverhandlungen sind Kosten. Hier kannst du ansetzen: Inwiefern hast du deinem Arbeitgeber durch deine guten Leistungen Kosten gespart? Möglicherweise hast du deinen Aufgabenbereich effektiver gestaltet, so dass du mehr Aufgaben erledigen kannst als dein Vorgänger. Das spart Geld an anderer Stelle. Oder du hast durch geschickte Verhandlungen neue Verträge mit Lieferanten aushandeln können, die zu Gunsten deines Arbeitgebers sind.

Inwiefern verhilfst du der Firma zu mehr Umsatz?

Wodurch du deinem Arbeitgeber Kosten sparst ist eine Seite der Medaille. Die andere ist die Frage, inwiefern du der Firma zu mehr Umsatz verhilfst. Das wäre etwa beim erwähnten Beispiel des gewonnenen wichtigen Kunden der Fall. Oder du hast mit deinen Ideen dazu beigetragen, die Produktivität allgemein zu erhöhen.

Welche Qualifikationen machen dich noch besser?

Ebenfalls ein Grund für Gehaltsverhandlungen sind Qualifikationen, die du neu erworben hast. Vielleicht hast du auf Wunsch deines Chefs eine Fortbildung gemacht. Oder du hast einen Kurs absolviert, der dir im Arbeitsalltag sehr weiterhilft – oder sogar hilft, der Firma Kosten zu sparen.

Realistisch bleiben

Bei Gehaltsverhandlungen ist es wichtig, dass du realistische Forderungen stellst. Du machst dich unglaubwürdig, wenn du auf einen Schlag zu viel Geld forderst. Gehe lieber schrittweise vor, selbst wenn du weißt, dass du im Moment viel zu wenig verdienst.

Vielen Mitarbeitern ist nicht klar, welche Forderungen realistisch sind. Ein Indikator sind deine Kollegen. Was verdienen sie, wenn ihre Tätigkeiten und Qualifikationen vergleichbar sind? Was verdienen andere in ähnlicher Position in der Branche? Gibt es regionale Unterschiede? Der Spielraum ist oft vergleichsweise gering. Zehn Prozent mehr sind meist mehr, als Vorgesetzte gewähren – selbst, wenn sie rundum zufrieden mit dem betreffenden Mitarbeiter sind.

Wenn der Chef den Wunsch nach mehr Geld ablehnt

Auch das kann passieren: Dein Chef lehnt deinen Wunsch nach mehr Geld ab. Reagiere bei einem für dich negativen Gesprächsverlauf nicht beleidigt oder drohe mit der Kündigung. Bleibe sachlich und erkundige dich lieber nach den Gründen, warum dein Chef dir nicht mehr Gehalt zahlen möchte oder kann.

Vielleicht liegt es an Umständen, die außerhalb des Einflusses deines Chefs liegen. Das wäre etwa der Fall, wenn das Unternehmen gerade schlechte Zahlen schreibt oder wenn Auftragsflaute herrscht. Oder dein Chef versucht, betriebsbedingte Kündigungen abzuwenden – kein guter Zeitpunkt, um nach mehr Geld zu fragen.

Es kann natürlich auch sein, dass die Gründe mit dir selbst zu tun haben. Dann solltest du deinen Chef fragen, unter welchen Umständen mehr Gehalt denkbar wäre. Was musst du dafür leisten? Woran mangelt es (noch)? Wenn du das weißt, kannst du alles dafür tun, deinem Chef beim nächsten Mal bessere Argumente zu liefern.