Hobbys im Lebenslauf

Hobbys im Lebenslauf: Angeben oder weglassen?

Handball, Segeln, Reiten – die Hobbys, die wir im Lebenslauf angeben, sind so vielfältig wie wir selbst. Manche Interessen sind dabei jedoch für die Bewerbung hilfreicher als andere.

Sie stehen am Ende der meisten Lebensläufe: Hobbys. Zwei bis drei kurze Angaben über die eigenen Interessen sollen dafür sorgen, dass beim Personalentscheider ein runderes Bild vom Bewerber entsteht. Viele Kandidaten verwenden zwar größte Mühe darauf, einen professionellen Lebenslauf zu erstellen, machen sich aber über die Nennung ihrer Hobbys nicht allzu viele Gedanken – ein Fehler. Doch zunächst stellt sich die grundsätzliche Frage: Hobbys im Lebenslauf – angeben oder weglassen?

Private Angaben sind unter Personalern umstritten

Was hat die Vorliebe für Tauchgänge vor Costa Rica mit dem angestrebten Job als Informatiker zu tun? Zunächst einmal: gar nichts. Wer sich dennoch dafür entscheidet, Hobbys im Lebenslauf zu nennen, tut dies in der Regel, um ein vollständigeres Bild von sich zu vermitteln. Schließlich zählt, so der Gedanke, am Ende nicht nur der berufliche Werdegang, sondern das Gesamtpaket.

Das mag mancher Bewerber so sehen, unter Personalern scheiden sich in der Frage „Hobbys – ja oder nein?“ jedoch die Geister. Ein Muss ist die Nennung von Hobbys keinesfalls. Wenn du entscheiden musst, ob du private Interessen in deinen Lebenslauf einfließen lassen möchtest, solltest du die damit verbundenen Chancen und Risiken beachten.

Das spricht für die Nennung von Hobbys im Lebenslauf

Ob Ausdauersport, Tennis oder das Schmökern in literarischen Klassikern – aus den Hobbys, die du in deiner Bewerbung angibst, kann ein möglicher Arbeitgeber oft mehr Rückschlüsse auf deine Persönlichkeit ziehen, als dir vielleicht bewusst ist.

Wer angibt, seit Jahren im selben Verein Fußball zu spielen, unterstreicht damit die allseits von Arbeitgebern gewünschte Teamfähigkeit. Und wer ehrenamtlich im Altenheim Senioren besucht, zeigt damit, dass er eine ausgeprägte soziale Ader hat. Umgekehrt gilt jemand, der Bungeespringen zu seinen größten Hobbys zählt, als risikobereit.

Bei der Nennung von Hobbys im Lebenslauf solltest du deshalb gründlich überlegen, welche Interessen und Tätigkeiten wohl beim Arbeitgeber gut ankommen. Je relevanter sie für die angestrebte Stelle sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie deine Bewerbung aufwerten. Es kommt dabei auch auf deine Berufserfahrung an. Wer sich nach der Schule um einen Ausbildungsplatz bewirbt, hat noch keine nennenswerte fachliche Qualifikation erworben. Hobbys helfen dann dabei, dich als Person greifbarer zu machen.

Und selbst, wenn sie deine Eignung für den Job nicht maßgeblich beeinflussen sollten, kannst du mit deinen privaten Interessen im besten Fall menschlich beim Personalentscheider punkten – zum Beispiel, weil dieser selbst begeisterter Kletterer ist und du so wichtige Sympathiepunkte sammelst.

Unter den häufig zahlreichen Bewerbern mit ähnlichen fachlichen Qualifikationen kann eine persönliche Note, wie du sie deiner Bewerbung durch die Angabe von Hobbys geben kannst, den entscheidenden Unterschied machen.

Aus diesen Gründen ist die Nennung von Hobbys im Lebenslauf nur bedingt empfehlenswert

Wenn es so einfach wäre, wäre die Nennung von Hobbys im Lebenslauf jedoch nicht umstritten. Fakt ist: Nicht jeder Personaler oder Chef möchte in Bewerbungen etwas über die Kochfähigkeiten eines Interessenten lesen. Manche sind gar der Meinung, dies sei kontraproduktiv.

Kritiker der Nennung von Hobbys im Lebenslauf argumentieren, deren Aufzählung lenke vom Wesentlichen – den harten Fakten des beruflichen Wegs – ab. Höchstens, wenn die genannten Hobbys konkret einen Bezug zum Beruf haben, können sie diesen etwas Positives abgewinnen.

Wenn du Hobbys im Lebenslauf nennst, gehst du ein Risiko ein. Das liegt einerseits daran, dass du dich möglicherweise für Interessen entscheidest, die beim Arbeitgeber eher negativ ankommen – schlicht, weil sie dich in seinen Augen zu einem weniger sympathischen Kandidaten machen. Ob dies der Fall ist, kann nicht pauschal gesagt werden, sondern hängt von deiner Persönlichkeit und der des Personalers ab.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass du Hobbys nennen könntest, die der mögliche Arbeitgeber als kontraproduktiv für den angestrebten Job in seiner Firma auslegt. Das wäre zum Beispiel wahrscheinlich, wenn du dich in einer Fleischerei bewirbst, als Hobby jedoch „vegane Ernährung“ angibst.

Wenn du bereits eine lange berufliche Laufbahn vorzuweisen hast, solltest du mit Hobbys möglicherweise auch vorsichtiger umgehen – es sei denn, du möchtest damit die Zugehörigkeit zu bestimmten Gesellschaftsgruppen angeben, etwa durch Golfen oder Regatta-Segeln.

Diese Hobbys kommen bei den meisten Arbeitgebern gut an

Besonders sinnvoll ist die Nennung von Hobbys, wenn daraus ein Mehrwert für den angestrebten Job ersichtlich ist. Das ist besonders dann der Fall, wenn die Nähe von Hobby und Beruf offensichtlich ist. Wer sich bei einem Campingartikel-Hersteller bewirbt und angibt, regelmäßig in den Bergen wandern zu gehen, sammelt damit sicherlich Pluspunkte.

Auch Teamsportarten kommen bei den meisten Arbeitgebern gut an. So zeigst du schließlich, dass du ein guter Teamplayer bist. Noch dazu sorgt Sport für mehr Leistungsfähigkeit, von der du wiederum im Berufsalltag profitieren kannst.

Generell einen Pluspunkt stellen auch viele Ehrenämter dar. Damit zeigst du, dass du dich für etwas engagierst, das dir wichtig ist – auch wenn du dafür kein Geld bekommst.

Aber Vorsicht: Hüte dich davor, Hobbys zu erfinden oder auf eine Art und Weise auszuschmücken, wie es nicht der Wahrheit entspricht. Wenn du leidenschaftlicher Eisläufer bist, gib das im Lebenslauf an – und nicht etwa „Dschungelexpeditionen“, nur weil du vor zehn Jahren mal für einen Tag am Amazonas warst. Wenn du im Vorstellungsgespräch auf deine Hobbys angesprochen wirst, fliegt die Lüge sofort auf – und gerät dir zum Makel.

Diese privaten Interessen solltest du lieber für dich behalten

Hobbys machen im Lebenslauf nur Sinn, wenn sie einen Mehrwert bieten. Das ist am ehesten der Fall, wenn es sich um ungewöhnliche Interessen handelt. Lesen, Musik hören und Sport sind Dinge, die du gerne machst? Schön, aber für deinen Lebenslauf solltest du besser etwas tiefer graben.

Vermeide es, den Personalchef zu langweilen. Dieses Risiko ist besonders groß, wenn du unkonkret bleibst und allgemein beliebte Tätigkeiten nennst – das erwähnte Lesen beispielsweise. Schließlich lesen die meisten Menschen regelmäßig irgendetwas. Wenn du ein Faible für Horror-Thriller hast, solltest du genau das nennen. Werde möglichst konkret. So zeichnest du ein detailliertes Bild von dir.

Zurückhaltend solltest du zudem bei der Nennung von Hobbys sein, die in irgendeiner Form extrem sind. Das gilt ganz besonders, wenn damit eine hohe Verletzungsgefahr verbunden ist. Base Jumper mögen risikobereit sein – die Gefahr, dass sie verletzungsbedingt ausfallen, ist jedoch höher als bei jemandem, der sich privat lieber der Musik von Chuck Berry widmet. Vermeiden solltest du auch die Nennung von Aktivitäten, die jemand anderes möglicherweise nicht gutheißt – dass du in deiner Freizeit als Jäger tätig bist, behältst du deshalb vielleicht lieber für dich.

Übrigens: Auch Partei-Zugehörigkeiten haben in deinem Lebenslauf nichts verloren – es sei denn, du bewirbst dich bei einer.

Fazit: Hobbys im Lebenslauf sind eine gute Möglichkeit, Pluspunkte zu sammeln

In der kurzen Zeitspanne, die die meisten Personaler auf eine einzelne Bewerbung verwenden, bleibt Bewerbern kaum Raum, nachhaltig zu beeindrucken. In die Entscheidung fließt nur ein, was in aller Kürze aus deinen Unterlagen ersichtlich ist. Häufig gibt es zahlreiche Bewerber, die fachlich bestens geeignet für eine Stelle zu sein scheinen. In einem solchen Fall zählen die Details, und dazu zählen auch Hobbys. Du solltest jedoch dabei immer überlegen, was dein Hobby über dich verrät. Mehr als drei oder vier Aspekte solltest du zudem nicht nennen.

Mit der Angabe von Hobbys im Lebenslauf kannst du im besten Fall Sympathiepunkte beim Adressaten deiner Bewerbung sammeln. Zugleich vermittelst du ein umfassenderes Bild von deiner Persönlichkeit. Dabei verhält es sich wie mit Begegnungen im echten Leben auch: Entweder, man mag sich, oder eben nicht. Du hast zwar nicht in der Hand, ob deine Hobbys bei einem speziellen Arbeitgeber gut ankommen oder nicht. Aber in dieser persönlichen Note liegt eine Chance, die du ergreifen solltest.