6 entscheidende Dinge, auf die Personaler im Vorstellungsgespräch achten

1756
Dinge, auf die Personaler im Vorstellungsgespräch achten

Mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch hast du bereits einen großen Teil des Bewerbungsverfahrens erfolgreich gemeistert. Die Personalbeauftragten finden deine Bewerbung so interessant, dass sie dich persönlich kennenlernen wollen. Daher ist es jetzt besonders wichtig, dass du diesen Eindruck belegst und positiv auffällst.

Sicherlich ist dein Fachwissen relevant. Es wird geprüft, ob du die angegebenen Qualifikationen tatsächlich vorweisen kannst. Allerdings ist dies nicht das Einzige, worauf geachtet wird. Sogar bei der Darstellung deiner Leistungen für die Firma solltest du gewisse Grundregeln beachten. Die umfangreichsten Berufserfahrungen nutzen dir leider relativ wenig, wenn du sie nicht gut wiedergibst. Auch wenn du vorab nicht alle Fragen erahnen kannst, ist es doch möglich, ein Vorstellungsgespräch gut vorzubereiten. Wenn du weißt, was bei deiner Selbstpräsentation wichtig ist, kannst du es gezielt umsetzen.

Aber worauf genau achten deine Gesprächspartner beim persönlichen Kennenlernen?
Mit den folgenden 6 Dingen kannst du neben deinen fachlichen Kenntnissen bei Personalbeauftragten im Vorstellungsgespräch punkten.

1. Detailliertes Wissen über die Firma und die Stelle

Zu Beginn des Frageblocks wirst du in fast jedem Gespräch gefragt, warum du in dieser Firma arbeiten möchtest oder dich genau auf diese Stelle beworben hast. Standardantworten wie „Ich möchte gerne bei Ihnen arbeiten, weil ich die Firma bzw. die Stelle interessant finde“ sind hier nicht erwünscht. Zeige, dass du dich mit dem Unternehmen und der Stelle auseinandergesetzt hast und führe überzeugende Beispiele an.

Günstig ist es hierfür, wenn du dir vor dem Vorstellungsgespräch gründlich die Homepage des Unternehmens anschaust und dir noch einmal die Stellenausschreibung durchliest. Bei der Firma ist unter anderem der Firmensitz bzw. ggf. die Anzahl und Standorte der einzelnen Filialen/Niederlassungen, das Gründungsjahr, das wesentliche Firmenkonzept, Mitarbeiterzahl und Umsätze von Interesse. Du musst natürlich nicht alles auswendig runterbeten können. Du solltest dir aber nach Möglichkeit die für dich wichtigsten Fakten einprägen und im passenden Moment einfließen lassen.

Bei der Frage nach der Stelle solltest du die Tätigkeiten rauspicken, die dich zur Bewerbung motiviert haben. Gerne darfst du Punkte aus dem Anschreiben erneut aufführen, da diese deine spezielle Motivation widerspiegeln. Im Gespräch kannst du sie jetzt noch ein wenig untermauern.

2. Individuelle Antworten

Interessant wirst du für den Personalbeauftragten, wenn du individuelle Antworten gibst. Stell dir vor, dass deine Gesprächspartner mehrere Kandidaten eingeladen haben und im Anschluss deren Antworten vergleichen. Wer sticht aus der Menge positiv hervor? Ja, richtig: Es ist die Person, die einzigartige, gute Antworten gibt. Am besten du untermauerst alles, was du berichtest durch aussagekräftige Beispiele. So kannst du dir schon vor dem Gespräch überlegen, welche Tätigkeiten aus vorangegangenen Stellen deine Qualifikationen besonders gut belegen.

Dies gilt auch für die Frage nach möglichen Stärken und Schwächen. Nennst du einfach nur von Bewerbungsratgebern empfohlene Punkte wie “ … mein Perfektionismus“, ist dies nicht sehr aussagekräftig. Es wirkt auswendig gelernt. Belegst du eine Aussage hingegen mit einem Beispiel aus deinem Arbeitsalltag, wirkt es gleich viel bunter. So erinnert sich dein Gegenüber auch nach dem Gespräch noch an dich.

3. Sinnvolle Länge der Antworten und sprachlicher Ausdruck

Für das Vorstellungsgespräch ist meist eine feste Zeitspanne eingeplant. Die Personaler möchten währenddessen gewisse Punkte abklären und schreiben teilweise mit. Wenn ein Bewerber einfach losredet, besteht besonders die Gefahr, dass er zu ausführlich antwortet. Verlier dich bei deinen Antworten also keinesfalls im Detail. Wichtig ist, in Kürze relevante Informationen zu präsentieren. Wenn ein Personalbeauftragter mehr Hintergrundwissen benötigt, wird er nachfragen. Es geht nicht darum, den Lebenslauf nachzuerzählen. Deine Gesprächspartner achten also auch darauf, ob du das Wesentliche in wenigen Sätzen auf den Punkt bringen kannst.

Die optimale Rededauer pro Antwort beträgt ca. 2 – 4 Minuten. Ein knappes „Ja“ oder „Nein“ verfehlt bei fachlichen Fragen also ebenfalls das Ziel. Sicherlich werden dann Nachfragen gestellt, aber deine zukünftigen Vorgesetzten bevorzugen Personen, die eigenständig die relevanten Informationen liefern.

Sprachlich ist Hochdeutsch erwünscht. Bemüh dich also dialektfrei zu sprechen. Aussagen wie „Des mog I besonders“ sind nicht gern gesehen. Selbst wenn dein Gegenüber deinen Dialekt spricht, versuch nicht darauf einzusteigen, da nicht gesichert ist, dass dies alle in der Firma verstehen.
Dein sprachlicher Ausdruck sollte insgesamt dem deines Anschreibens entsprechen.

4. Günstiges äußeres Gesamtbild: passende Kleidung, überzeugende Mimik und Gestik

Abgesehen vom gesprochenen Inhalt, wird auf dein Auftreten geachtet. Bei der Kleidung lautet die Grundregel: sich vornehm-zurückhaltend anziehen. Am besten du orientierst dich bei der Wahl deines Outfits an Bildern von Mitarbeitern auf der Homepage. Ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild ist Bedingung. Bewerber mit Flecken auf dem Oberteil oder zerknittertem Hemd werden bei der Besetzung der Stelle in der Regel nicht berücksichtigt.

Überdies solltest du durch deine Körperhaltung ausdrücken, dass du aufmerksam zuhörst und interessiert wirkst. Deine Gesprächspartner achten beispielsweise darauf, ob du den Blickkontakt hältst. Ein interessierter Bewerber wird dies auch beim Zuhören tun.

5. Authentisches Auftreten

Sicherlich ist ein Vorstellungsgespräch eine ungewöhnliche Situation. Dennoch solltest du dich nicht verstellen. Personaler versuchen im Gespräch herauszufinden, ob du in das Unternehmen passt. Wenn du dich verstellst, tust du dir keinen Gefallen.

Personalbeauftragte führen regelmäßig Jobinterviews. Du kannst davon ausgehen, dass sie dabei ein Gefühl dafür entwickeln, ob ein Bewerber ehrlich antwortet oder lügt. So können dich beispielsweise Kleinigkeiten in deiner Mimik enttarnen, wenn du nicht die Wahrheit erzählst.

Wenn du eine Aufgabe nicht perfekt beherrscht, ist es sinnvoller dies wahrheitsgemäß zu schildern und Lernbereitschaft zu signalisieren. Beispielsweise könntest du antworten: „Mit der Datenbank xyz habe ich bislang leider noch nicht gearbeitet, aber ich beherrsche zahlreiche PC-Programme und denke ich kann mich schnell einarbeiten.“

Eine Alternative zu erfundenen Passagen ist es auch ungünstige Details einfach wegzulassen. Dies funktioniert natürlich nur, wenn du nicht direkt darauf angesprochen wirst. Überspielte Nervosität wird ebenfalls nicht gerne gesehen. Wenn du nervös bist und merkst, dass es Auswirkungen auf deine Selbstdarstellung hat, ist es besser, dies direkt anzusprechen.

6. Signalisieren von Interesse durch eigene Fragen

Jedes Unternehmen wünscht sich motivierte Mitarbeiter. Daher wird darauf geschaut, wie interessiert du insgesamt wirkst. Abgesehen von deiner Körperhaltung, zeigt sich dein Interesse besonders durch eigene Fragen. Spätestens am Ende des Gesprächs erfolgt hierzu meist die abschließende Aufforderung. Dann ist es wichtig, dass du nicht schweigst. Besonders gerne gesehen werden hier Nachfragen zur Tätigkeit, der Einarbeitungsphase oder dem Arbeitsplatz. Fragen, die die Konditionen der Stelle näher abklären, wie beispielsweise die Frage nach Zusatzleistungen, solltest du hintenanstellen. Dies wirkt eher nach einer Kosten-Nutzen-Kalkulation deinerseits.