Keine Antwort auf die Bewerbung: Was jetzt?

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Keine Antwort auf Bewerbung

Du erhältst keine Antwort auf deine Bewerbung? Das ist ärgerlich. Besonders dann, wenn du dir große Hoffnungen machst. Bedenke, dass keine Reaktion nicht unbedingt eine Absage nach sich zieht. Die Gründe für die Nichtantwort des Unternehmens können vielfältig sein. Gib also nicht vorschnell auf und hacke diese Stelle oder sogar die Firma ab. Das wäre ein großer Fehler. Setz dich mit den Ursachen auseinander und reagiere geschickt. Die folgenden Überlegungen können dir dabei helfen.

Verdeutliche dir die möglichen Gründe einer ausgebliebenen Antwort auf eine Bewerbung

Es ist bekannt, dass auf öffentliche Stellenausschreibungen zahlreiche Bewerbungen eingehen. Wie viele es sind, hängt von mehreren Faktoren wie beispielsweise der Bekanntheit des Betriebs und der Größe der Stellenausschreibung ab. Mehrere hundert Einsendungen sind leider keine Seltenheit. Bei dieser Anzahl der Konkurrenten kommt bei einer Nichtreaktion schnell der Gedanke auf, dass die Firma einen anderen Interessenten besser findet. Verständlich, jedoch nicht zwangsläufig richtig. Dies ist nur eine Möglichkeit.

Versuche dich in den Personalbeauftragten zu versetzen, der vor dieser Masse an Einsendungen sitzt. Die Bearbeitung ist nicht in ein paar Tagen erledigt. Schließlich muss das Tagesgeschäft im Unternehmen weiterlaufen und die Neubesetzung einer Stelle ist eine Zusatzaufgabe. Auch will sicherlich jeder Betrieb die optimale Wahl treffen und nicht vorschnell entscheiden. Die gründliche Durchsicht aller eingegangenen Unterlagen und die Entscheidung, wer eingeladen wird, nimmt daher einige Zeit in Anspruch. Bei der Menge an Bewerbungsunterlagen kann es also sein, dass noch keine Auswahl erfolgt ist und du dir umsonst Gedanken machst. Es liegen quasi organisatorische Gründe für die Nichtantwort vor.

Leider gehen gelegentlich auch Unterlagen unter oder ganz verloren. Dies ist selten, jedoch kannst du den Fall nicht ganz ausschließen. Selbst bei der Einsendung per E-Mail, kann sie beispielsweise aufgrund einer ungünstigen Gesamtgröße im Spamordner landen und übersehen werden.

Daher ist es empfehlenswert die Gründe für die fehlende Reaktion der Firma in Erfahrung zu bringen. Allerdings ist hier ein gewisses Fingerspitzengefühl gefordert. Du solltest dir also den Zeitpunkt, den Weg der Nachfrage sowie die Art der Formulierung gut überlegen.

Keine Antwort: Ab welchem Zeitpunkt macht eine Nachfrage beim Betrieb Sinn

Wenn keine Antwort erfolgt, ist dies ärgerlich. Warten ist nicht immer leicht. Dennoch solltest du das Unternehmen nicht sofort mit Nachfragen kontaktieren, da du dir dadurch keine Vorteile verschaffst. Zu schnelles Nachhaken wird unter Umständen als aufdringlich aufgefasst. Ungeduldige Bewerber hinterlassen nicht den besten Eindruck. Es ist sinnvoll ab dem Zeitpunkt des Versendens der Bewerbung mindestens zwei Wochen abzuwarten. In dieser Zeit ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit noch keine Auswahl getroffen worden und du könntest deine Unterlagen notfalls erneut einreichen, falls sie tatsächlich nicht angekommen sein sollten. Beachte bei dieser Regel aber unbedingt den Bewerbungsschluss. Wenn in einer Anzeige ein Enddatum für Einsendungen notiert ist, melde dich erst zwei Wochen nach diesem Termin. Steht in der Ausschreibung explizit, dass keine Nachfragen erwünscht sind, solltest du dies so akzeptieren, auch wenn es natürlich ärgerlich ist, keine Resonanz zu erhalten.

Welcher Weg der Kontaktaufnahme ist sinnvoll: Schriftlich oder telefonisch?

Wenn du dich entschieden hast nachzufragen, solltest du dir zunächst überlegen, wie du vorgehst. Hier sind mehrere Dinge von Bedeutung. Zunächst solltest du dir die Stellenausschreibung noch einmal anschauen. Daraus kannst du entnehmen, welcher Weg der Kontaktaufnahme erwünscht ist. Bei manchen Annoncen wird explizit eine Telefonnummer für Nachfragen angegeben. Hier bietet sich ein Griff zum Hörer an. Wenn in der Ausschreibung keine Telefonnummer erwähnt ist, siehst du von diesem Weg besser ab und verfasst stattdessen eine kurze E-Mail.

Der Vorteil einer telefonischen Nachfrage ist, dass du auf „schwammige“ Antworten wie „Das Bewerbungsverfahren läuft noch…“ direkt reagieren kannst und mit gezielten Nachfragen herausfinden kannst, ob dies lediglich eine Hinhaltestrategie ist. Dein Gegenüber muss nämlich spontan reagieren und hat keine Zeit sich geschickte Ausflüchte zu überlegen.

Überdies solltest du natürlich deine persönlichen Stärken berücksichtigen. Wenn du eine gewisse Angst hast vor telefonischer Kontaktaufnahme, ist sicherlich der schriftliche Weg sinnvoller. Deine Rechtschreibung und dein Ausdruck sollten dabei allerdings tadellos sein. Beachte auch, dass im direkten Kontakt spontane Nachfragen erfolgen können. Wenn du befürchtest, hier unsicher zu wirken, ist ebenfalls der schriftliche Weg geschickter.

Letztlich solltest du auch den angestrebten Arbeitsbereich mit berücksichtigen. Wenn du dich auf eine Tätigkeit mit viel Telefonkontakt bewirbst und dir die Telefonnummer des Betriebs bekannt ist, ist ein kurzer Anruf empfehlenswert. Hier kannst du gleich dein rhetorisches Geschick unter Beweis stellen.

Was du bei den Formulierungen deiner Nachfrage beachten solltest

Die Kunst beim sogenannten „Nachfassen“ ist es weder vorwurfsvoll noch verzweifelt zu klingen. Auch solltest du auf keinen Fall mit weiteren Vorstellungsgesprächen oder gar einer Zusage für eine andere Stelle drohen. Das klingt zunächst leicht, ist es aber nicht unbedingt. Unabhängig davon, ob du telefonisch oder schriftlich auf die Firma zugehst, können deine Worte schnell negativ ausgelegt werden. Wenn bislang noch keine Entscheidung getroffen wurde, verschlechterst du mit den falschen Worten vielleicht deine Chancen.

Vermeiden solltest du daher auf jeden Fall den Satz „Ich habe bislang leider noch nichts von Ihnen gehört.“ Dies ist selbst mit dem Wort „leider“ wie ein Vorwurf an die Firma.

Besonders schwierig ist es den richtigen Grund für die Nachfrage zu wählen. Die Erwähnung von Alternativen wirkt wie eine Drohung, die Beteuerung das genau diese Stelle die richtige Position für dich ist, klingt schnell verzweifelt. Vorteilhafter sind dezente Sätze.

Beispiel für eine gelungene telefonische Nachfrage:

Schönen Guten Tag Herr / Frau xy! Mein Name ist xyz. Ich möchte Sie nicht lange aufhalten. Am xx.xx.xxxx habe ich mich bei Ihnen auf die interessante Stelle als xyz beworben und wollte mich nun kurz erkundigen, ob meine Bewerbung bei Ihnen eingegangen ist?

Beispiel für eine gelungene schriftliche Nachfrage:

Sehr geehrter Herr / Frau xy,

am xx.xx.xxxx habe ich mich bei Ihnen als xy beworben. Weiterhin habe ich sehr großes Interesse an einer Mitarbeit in Ihrem Unternehmen. Für meine persönliche Planung bitte ich Sie daher um eine Rückmeldung zum xx.xx.xxxx. Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Vorname Nachname.

Gehe geschickt mit dem Ergebnis deines „Nachfassens“ um

Optimalerweise erhältst du nach deinen Bemühungen eine positive Antwort. Dies ist leider nicht immer der Fall. Dein Engagement kann eine Absage zur Folge haben oder eine erneute Nichtantwort.

Jetzt gilt es ruhig zu bleiben und überlegt zu handeln. Wenn keine Reaktion erfolgt, ist es sinnvoll die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen. Lediglich wenn in der Stellenausschreibung mehrere Kontaktdaten angegeben sind, kannst du es noch mit einer anderen Methode versuchen.

Bei einer Absage kannst du noch einmal handeln. Schreib beispielsweise eine nette Mail, in der du dich für die Antwort bedankst und darum bittest, deine Unterlagen für zukünftige Stellen aufzubewahren. Andernfalls werden sie nach einer gewissen Zeit aus Datenschutzgründen vernichtet. So behältst du einen Fuß in der Tür und ersparst dir eine Initiativbewerbung bei dieser Firma. Besonders bei Personalvermittlungen, Zeitarbeitsfirmen und größeren Betrieben mit mehreren Abteilungen ist dieser Schritt Gold wert.