Dresscode im Büro: Dos and Don’ts im Sommer

2030
Dresscode Sommer

Was soll ich anziehen? Diese Frage beschäftigt Arbeitnehmer nicht nur in besonderen Situationen wie im Vorfeld von einem Vorstellungsgespräch, sondern auch, wenn die Temperaturen steigen, die Sonne scheint und der Sommer auch ins Büro Einzug hält. Nicht alles, was bequem und luftig ist, ist jedoch auch jobtauglich – welche modischen Fauxpas du im Büro vermeiden solltest und welche Optionen du mit ruhigem Gewissen auswählen kannst, liest du in diesem Ratgeber.

Im Sommer kann es im Büro drückend heiß werden

Wenn es mit dem Sommer endlich wieder so richtig warm draußen wird, steigt bei den meisten Menschen automatisch auch die Stimmung. So richtig angenehm sind die wonnigen Temperaturen jedoch nur dann, wenn wir uns im Freien aufhalten können, einen Tag am See verbringen oder ans Meer fahren – und wir uns in unserer Freizeit so kleiden können, wie wir möchten. Wer bei hochsommerlichen Temperaturen arbeiten muss, muss jedoch auf die Gepflogenheiten in Sachen Dresscode Rücksicht nehmen, wenn er kein unprofessionelles Bild vor Vorgesetzten und Kollegen abgeben will.

Starke Hitze kann die Arbeitsleistung beeinträchtigen

Je nachdem, um welchen Job es sich handelt, kann es während der Arbeitszeit im Sommer unangenehm warm werden. Das beeinträchtigt unter Umständen auch unsere Arbeitsleistung – nämlich dann, wenn wir uns wegen drückender Hitze nicht mehr gut konzentrieren können oder wir davon Kopfschmerzen oder gar Migräne bekommen, die uns von der Arbeit abhält.

Manche Arbeitnehmer haben Glück, wenn ihre Büros etwa durch die Bauweise des Gebäudes eine angenehme Temperatur haben oder die Klimaanlage effektiv ist, ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge zu haben. In anderen Räumen ist es hingegen heiß und stickig. Da kann es verlockend sein, den hohen Temperaturen mit kurzen Hosen, Röcken oder Kleidern zu begegnen.

Zwar ist es auch im Sinne der Kollegen, wenn Arbeitnehmer am Arbeitsplatz weniger schwitzen oder gar durch Körpergerüche unangenehm riechen. Andererseits kann es die Kollegen oder Vorgesetzten auch stören, wenn Arbeitnehmer im Sommer zu freizügig im Job auftreten. Mit der Wahl eines unpassenden Outfits untergräbt man zudem die eigene Seriosität – und, je nach Position, auch die eigene Autorität.

Nackte Beine sind ein No-Go

Selbst, wenn der Aufenthalt im Büro dem in einer Sauna zumindest gefühlt gleichkommt – an der Arbeit gibt es einige ungeschriebene Regeln, was die Wahl der passenden Kleidung im Sommer angeht. Keinesfalls sollte man allzu viel Haut zeigen, wenn man an der Arbeit nicht durch die Wahl der Kleidung negativ auffallen möchte.

So sollten Männer etwa auch im Sommer keine kurzen Hosen zur Arbeit anziehen. Es gilt, dass keine nackte Haut an den Beinen zu sehen sein sollte. Das bedeutet auch, dass die Socken so lang sein müssen, dass die Haut auch beim Überkreuzen der Beine vollständig bedeckt ist.

Frauen haben in dieser Hinsicht sehr viel mehr Optionen. Röcke oder Kleider sind grundsätzlich in Ordnung – vorausgesetzt, bestimmte Aspekte werden bei der Wahl der Kleidungsstücke beachtet. Einerseits hängt die Tauglichkeit vom speziellen Rock oder dem Kleid ab. Trägerlose, besonders betonte und wenig bedeckende Kleider sind im Sommer ungeeignet. Auch Spaghetti-Träger und schulterfreie Kleider sind in vielen Berufen nicht angemessen.

Kurzärmlige Hemden? Es kommt darauf an

Es kann zudem sinnvoll sein, zu Kleid oder Rock eine dünne Strumpfhose zu tragen. Ein Muss ist dies jedoch nicht, von Berufen in konservativen Branchen einmal abgesehen. Der Saum von Kleid oder Rock sollte zudem zumindest bis knapp über die Knie reichen. Miniröcke oder Hotpants sind deshalb auch im Hochsommer im Büro tabu. Kurze Hosen sind auch bei Frauen in vielen Branchen und Firmen nicht gerne gesehen, weshalb es sinnvoll ist, lieber einen Rock oder ein Kleid zu wählen.

Ob ein kurzärmliges Hemd oder T-Shirt für Männer in Ordnung ist, hängt vor allem vom beruflichen Umfeld ab. Je seriöser der Auftritt sein soll und muss, desto eher sollten ausschließlich langärmlige Hemden angezogen werden. Bei Frauen sind kurzärmlige Outfits weniger problematisch, auch hier kommt es jedoch auf den Gesamteindruck an. Zu tiefe Einblicke ins Dekolleté sollten zu jeder Jahreszeit vermieden werden. Auch sollten die Schultern immer bedeckt sein.

Wichtig ist nicht nur, wie viel nackte Haut zu sehen ist. Auch, was sich möglicherweise unter der Kleidung abzeichnen könnte, sollte bedacht werden. Das betrifft etwa BHs, die unter nicht ausreichend blickdichten T-Shirt zu sehen sein könnten. Auch helle Hosen können problematisch sein. Generell ist es ein No-Go, wenn sich Unterwäsche – in welcher Form auch immer – unter der Kleidung abzeichnet oder je nach Situation zu sehen ist. Das gilt übrigens im Sommer wie im Winter.

Das gilt es bei der Wahl der Schuhe zu beachten

Auch, was die Wahl von geeigneten Schuhen angeht, gibt es im Sommer einige Aspekte zu beachten. Männer sollten sich üblicherweise immer für geschlossene Schuhe entscheiden. Frauen dürfen zwar Sandalen tragen, diese sollten aber zumindest vorne geschlossen und damit die Zehen bedeckt sein. Geeignet sind etwa Peeptoes oder Sling-Pumps. Flip-Flops mögen zwar in der Freizeit bei warmen Temperaturen beliebt sein, im Büro haben sie jedoch in den meisten Branchen nichts verloren.

Es kommt auf Branche und Betrieb an

Zwar gelten die gerade beschriebenen unausgesprochenen Regeln zunächst einmal generell. Je nach Branche, Position und speziellem Betrieb kann es sich jedoch anders verhalten.

Welches Outfit in Ordnung ist, ist in einer kreativen Branche wie im Marketing oder in Medienunternehmen häufig anders definiert als in konservativen Berufen, etwa im Controlling oder bei der Tätigkeit in einer Bank.

Auch auf den Kundenkontakt kommt es dabei an. Wer ausschließlich mit den Kollegen zu tun hat, kann sich grundsätzlich etwas legerer kleiden als jemand, der Termine mit Kunden hat. So ist es zwar in Ordnung, wenn Männer das Sakko im eigenen Büro im Sommer ausziehen – beim Kontakt mit Klienten sollte es jedoch angezogen bleiben, um einen seriösen Eindruck zu hinterlassen.

In Firmen, in denen ein strenger Dresscode ohnehin nicht (mehr) gilt, können Männer und Frauen sich im Sommer lockerer kleiden. Gibt es etwa das ganze Jahr über keine Anzugpflicht für Männer, kann das Outfit auch im Sommer legerer sein.

Auch die eigene Position ist ein Aspekt, der bei der Wahl eines Büro-Outfits im Sommer eine Rolle spielt. Es gilt: Je höher die Position, desto mehr Stoff sollte getragen werden. Durch zu freizügige und lockere Kleidung könnte andernfalls die eigene Autorität untergraben werden.

Besondere Regeln in handwerklichen Betrieben

Bei handwerklichen Berufen gelten ebenfalls andere Regeln. Zwar sollte die Kleidung auch hier stets angemessen sein; gerade bei Tätigkeiten im Freien ist der Dresscode jedoch üblicherweise deutlich lockerer als bei der Arbeit im Büro. Kurze Hosen können dann auch bei Männern in Ordnung sein. Gegen kurze Ärmel ist in der Regel überhaupt nichts einzuwenden.

Je höher die hierarchische Ebene, desto bedeckter sollte allerdings die Wahl der Klamotten im Sommer auch in handwerklichen Betrieben ausfallen. Auch die Art der Kunden spielt hier eine Rolle – daran sollten Mitarbeiter sich bei der Wahl ihres Outfits in erster Linie orientieren.

Diese Materialien sind im Sommer angenehmer zu tragen

Besonders für Männer kann der Sommer im Büro unangenehm werden. Damit die Arbeitstage nicht zur Qual werden, ist es sinnvoll, möglichst solche Materialien zu tragen, die besonders atmungsaktiv sind. Kleidung aus Baumwolle ist deshalb empfehlenswert, während Synthetik-Stoffe nicht für ein gutes Körperklima sorgen.

Wer mehrere Lagen trägt, sollte unbedingt direkt am Körper atmungsaktive Kleidung tragen. Auch Gewebe, das aus Leinen besteht, ist für den Sommer grundsätzlich gut geeignet. Ob es Bestandteil eines passenden Outfits sein kann, hängt wiederum von der Person, der Position und der Branche ab.