Dritte Seite der Bewerbung: Aufbau und Inhalt

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Dritte Seite Bewerbung

Mit einer Dritten Seite hat ein Bewerber die Möglichkeit, alle wichtigen Informationen und Argumente für seine Person gebündelt darzustellen. Diese Aspekte gehören dabei in den optionalen Bestandteil der Bewerbung.

Es gibt Bestandteile von Bewerbungen, die in jedem Fall verpflichtend sind. Dazu zählen, allen voran, Anschreiben und Lebenslauf, aber auch Zeugnisse und essenzielle Nachweise. Darüber hinaus kannst du deinen Bewerbungsunterlagen weitere Dokumente beifügen. Zu den optionalen Bestandteilen einer Bewerbung zählt auch die sogenannte Dritte Seite. Diese ist auch als „Seite Drei“ oder „Kurzprofil“ bekannt. Hier hast du die Gelegenheit, die wichtigsten Aspekte zu deiner Person in aller Kürze aufzuführen. Die folgenden Punkte solltest du bei Aufbau und Inhalt beachten.

Was ist die Dritte Seite der Bewerbung?

Wenn du dich dafür entscheidest, deiner Bewerbung eine Dritte Seite anzufügen, musst du zunächst wissen, was darunter zu verstehen ist. Es handelt sich dabei um ein Dokument, das nicht länger als eine Seite sein sollte. Dort findet sich häufig ein Foto des Bewerbers, erwähnt werden auch seine persönlichen Daten, berufliche Qualifikationen oder die Gründe, warum der Bewerber für den betreffenden Arbeitgeber tätig werden möchte.

Mit der Dritten Seite lieferst du dem Personalverantwortlichen oder dem potenziellen Chef einen Überblick über deine Person. Welche Vorzüge bietest du, warum sollten sie dich einstellen? Was macht dich aus, und was willst du? Was bringst du mit? All solche Fragen kannst du – in aller Kürze – auf einer Dritten Seite beantworten. Du kannst deine Stärken ebenso beschreiben wie jobrelevante Hobbies und Interessen.

Die Dritte Seite wird schließlich hinter Anschreiben und Lebenslauf, wie der Name schon sagt, an dritter Stelle in der Bewerbung angehängt. Danach folgen Arbeitszeugnisse und weitere relevante Anlagen.

Aufbau der Dritten Seite

Bei der konkreten Gestaltung der Dritten Seite gibt es keine allgemein anerkannten Regeln, denen du folgen solltest. Einige Bestandteile sind jedoch für eine Dritte Seite sehr sinnvoll. So solltest du dem Dokument einen Titel geben, beispielsweise „Kurzprofil“ oder schlicht deinen Namen. Mit einer spannenden Überschrift weckst du Interesse. Auch ein Foto von dir kannst du noch einmal anfügen. Bilder spielen bei Entscheidungen zur Vergabe der Stelle – oder zumindest bei der Entscheidung, welche Kandidaten zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden – unterbewusst oft eine große Rolle. Achte jedoch darauf, dass es sich um ein gelungenes und professionelles Foto von dir handelt. Auch deine Kontaktangaben kannst du an dieser Stelle noch einmal nennen. Auch das ist kein Muss, aber oft sinnvoll.

Du kannst deinen Ansprechpartner namentlich adressieren oder schlicht ohne Anrede beginnen. Danach solltest du eine kurze Einleitung schreiben. Es folgen die Punkte, die dir besonders wichtig sind – etwa berufliche Qualifikationen, besondere Kenntnisse oder persönliche Stärken. Diese kannst du stichpunktartig aufzählen oder in einem einfachen Fließtext erwähnen.

Es wirkt professionell, wenn du deinen Lebenslauf persönlich unterschreibst. Nenne in diesem Zusammenhang auch Ort und Datum, an dem du die Dritte Seite verfasst hast.

Inhaltliche Gestaltung der Dritten Seite einer Bewerbung

Formale Gestaltungsregeln gibt es bei der Dritten Seite kaum. So steht dir sowohl die optische Gestaltung frei als auch die Wahl des Inhalts für dieses Dokument. Die oben genannten Aspekte sind häufig genannte Punkte, aber nicht zwingend. Sie können außerdem durch weitere, für dich speziell wichtige Aspekte ergänzt werden.

Wichtig ist es, dass dieses Dokument maximal übersichtlich ist – denn das ist der Zweck, wegen dem es überhaupt erst erfunden wurde. Deshalb solltest du dich kurz halten. Die Dritte Seite sollte einfach zu lesen sein. Aufzählungen und Stichworte helfen dabei, dem Personaler oder Arbeitgeber das Lesen zu erleichtern. Was die Dritte Seite angeht, ist es entscheidend, dass du rasch auf den Punkt bringst, was dir wichtig ist. Belasse es im besten Fall bei 15 Zeilen.

Welche Informationen du in deinem Kurzprofil unterbringen möchtest, ist dir überlassen. Es hängt einerseits von deiner Person und deinen Qualifikationen ab. Andererseits spielt natürlich auch die gewünschte Stelle eine wichtige Rolle.

Die Dritte Seite bietet dir zusätzlichen Raum, um Schwerpunkte zu setzen. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Aspekte du hier nennen solltest, kannst du dich fragen, was du dem Personalverantwortlichen oder Arbeitgeber mitteilen wollen würdest, wenn dies der einzige Bestandteil deiner Bewerbung wäre. Es geht also um die Kernpunkte, die dich als Bewerber für eine Stelle besonders qualifizieren.

Die eigene Motivation spielt hier eine wichtige Rolle. Du kannst noch einmal verdeutlichen, warum diese spezielle Firma dein Wunscharbeitgeber ist. Auch, warum du genau diesen Job unbedingt haben willst, kannst du hier darlegen.

Zwar solltest du nicht deinen Lebenslauf wiederholen, aber wichtige berufliche Stationen und besondere Erfolge kannst du auf der Dritten Seite durchaus ausführen. Vermeide jedoch Dopplungen mit deinem Lebenslauf. Entscheide dich für diese Aspekte, die deine Eignung für den gewünschten Job besonders herausstellen.

Auch auf deine persönlichen Stärken kannst du in deinem Kurzprofil eingehen. Halte dir immer vor Augen, dass es darum geht, dem Verantwortlichen dabei zu helfen, deine Person greifbarer zu machen. Wenn du mit deiner Dritten Seite etwas „Farbe“ in deine Bewerbung bringen kannst, ist das oft förderlich für deine Chancen im Rennen um den Job.

Eine passende Überschrift finden

Dein Kurzprofil sollte mit einer Überschrift versehen sein. Wie genau diese lautet, hängt wiederum von deinen Präferenzen ab. Es sollte allerdings klar werden, worum es in diesem Dokument geht.

Eine Überschrift eines Kurzprofils könnte etwa lauten:

  • Das macht mich aus
  • [Vorname Nachname]
  • Das biete ich Ihnen
  • Diese Stärken zeichnen mich aus
  • Was mich für die Stelle als [Stellenbezeichnung] qualifiziert
  • Darum möchte ich die Stelle als [Stellenbezeichnung] haben
  • Warum ich der geeignete Kandidat für Sie bin

Zwar kannst du die Dritte Seite auch schlicht „Kurzprofil“ betiteln. Damit machst du einerseits nichts verkehrt, lässt die Chance für einen knackigeren Titel jedoch ungenutzt. Mit einer guten Überschrift kannst du zusätzliches Interesse beim möglichen Arbeitgeber wecken. Wenn du hingegen „Kurzprofil“ als Titel wählst, lieferst du diesem damit keinen Mehrwert.

Unter Personalverantwortlichen umstritten

Unter Personalverantwortlichen und Arbeitgebern ist die Dritte Seite in Bewerbungen umstritten. Manche Entscheidungsträger sehen dieses Dokument sogar eher negativ, weil es für zusätzlichen Lesestoff sorgt. Ein häufiger Kritikpunkt betrifft die mögliche inhaltliche Dopplung mit Informationen aus dem Anschreiben oder dem Lebenslauf.

Du solltest deshalb gut abwägen, ob eine Dritte Seite für dich Sinn macht oder ob du lieber darauf verzichtest.

In diesen Fällen solltest du lieber keine Dritte Seite erstellen

Die schon genannte inhaltliche Dopplung kann auf einer Dritten Seite kaum gänzlich vermieden werden. Du solltest jedoch Redundanzen auf ein Minimum begrenzen, um den Personalverantwortlichen nicht zu langweilen. Erwähne stattdessen Gesichtspunkte, die noch nicht in anderen Bestandteilen deiner Bewerbungsunterlagen dargelegt werden. Auch konkrete Details könntest du so etwa nennen. Wenn du das Gefühl hast, dass die Dritte Seite mehr oder weniger redundant ist, kann es besser sein, das Dokument aus der Bewerbung zu löschen.

Eine Dritte Seite zu erstellen macht vor allem dann Sinn, wenn der Bewerber davon überzeugt ist, dass er seiner Bewerbung damit den entscheidenden letzten Schliff verleihen kann. Das kann der Fall sein, wenn du der Meinung bist, dass deine Bewerbungsunterlagen ohne das Kurzprofil noch nicht rund waren. Wenn du überzeugt bist, dass deine Dritte Seite einen Mehrwert für deine Bewerbung darstellt, kannst du diese nutzen. Andernfalls gilt auch hier: im Zweifel besser weglassen.

Auch wenn es eher selten der Fall ist: Vielleicht kennst du den Personalverantwortlichen persönlich oder du hast gemeinsame Bekannte, die dir etwas über seine Vorlieben erzählen können. Ganz egal, aus welcher Quelle – wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass der Entscheidungsträger kein Fan von einem Kurzprofil in der Bewerbung ist, verzichte auf diesen Bestandteil und punkte stattdessen mit deinen regulären Bewerbungsunterlagen.