Nebenjob als Student: So sammelst du nebenher sinnvolle Berufserfahrung

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Nebenjob Student

Für viele junge Menschen ist das Studium teuer – sie müssen Miete zahlen, Lebensmittel kaufen und wollen auch noch etwas Geld für sich haben. Manche Studenten haben das Glück, Geld von ihren Eltern oder zumindest BAföG zu bekommen. Nicht jeder Student hat jedoch einen Anspruch auf BAföG, was im Umkehrschluss aber nicht automatisch bedeutet, dass das Geld reicht. So jobben viele Studenten neben ihrer Hauptbeschäftigung, um über die Runden zu kommen.

Wer bei der Auswahl eines Jobs durchdacht vorgeht, kann aus der Not eine Tugend machen – und der späteren Karriere schon mal auf die Sprünge helfen.

Viele Studentenjobs haben nichts mit dem Studieninhalt zu tun

Die meisten Jobs, die Studenten haben, haben mit ihrem Studienfach nichts zu tun. Häufig arbeiten junge Menschen neben dem Studium als Kellner, in einer Kneipe oder als Aushilfe in einem Supermarkt. Schließlich sind das die Jobs, die leicht zu haben sind und bei denen kaum Vorerfahrung erforderlich ist – viel mehr Gedanken machen sich viele junge Menschen auch nicht bei der Jobauswahl. Das Geld muss stimmen, und die Tätigkeit zumindest ein kleines bisschen Spaß machen.

Laut einer Befragung des Deutschen Studentenwerks hat der Job bei der Hälfte der Studenten, die an der Umfrage teilgenommen haben, nichts oder nur sehr wenig mit ihrem Studienfach zu tun. Dabei gibt es für Studenten auch anspruchsvollere – und meist sehr viel besser bezahlte – Jobs als Aushilfstätigkeiten, die inhaltlich mehr mit ihren Studieninhalten und ihrem späteren Berufswunsch zu tun haben.

Ein Nebenjob kann während des Studiums eine gute Möglichkeit sein, nebenbei wertvolle Berufserfahrung zu sammeln, die den späteren Einstieg ins Berufsleben erleichtert. Besonders Studenten, die im betreffenden Bereich schon eines oder gar mehrere Praktika gemacht haben, stehen häufig Nebenjobs während des Studiums offen, die sie möglicherweise gar nicht auf dem Schirm haben.

Nebenjobs als Beziehungsfaktor

Einen inhaltlich sinnvollen Nebenjob während des Studiums zu suchen, hat für Studenten noch einen weiteren Vorteil: So können sie nebenher schon wertvolle Beziehungen knüpfen. Selbst, wenn sich nach dem Studium kein Job beim betreffenden Unternehmen ergibt, können solche Kontakte anderweitig hilfreich sein – oder zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.

Mache dir bewusst, wo deine Ziele liegen

Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung darüber, welcher Studentenjob sinnvoll ist, sind deine beruflichen Ziele – vorausgesetzt, du weißt schon, wohin es später gehen soll. Wenn nicht, nimm dir die Zeit, um dir in Ruhe darüber im Klaren zu werden, in welchen Bereich du später strebst. Davon hängt ab, was empfehlenswert ist und welcher Nebenjob eher nicht zielführend ist.

Wenn dir dein Berufsziel klar ist, informiere dich, welche Qualifikationen und Voraussetzungen dafür in der Regel erforderlich sind. So kannst du gezielt daran arbeiten, die entsprechenden Schritte zu gehen, die dich zu deinem späteren Traumjob führen.

So findest du einen passenden Studentenjob

Es gibt viele Möglichkeiten, einen passenden Nebenjob während des Studiums zu finden. Eine gute Option sind Jobportale im Internet. Auch Jobmessen sind eine gute Gelegenheit, entweder direkt einen Nebenjob zu ergattern oder zumindest wertvolle Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen, die dir in dieser Hinsicht nützlich sein können. Verschaffe dir am besten vorher einen Überblick darüber, welche Firmen bei der Jobmesse anwesend sein werden und wo genau ihre Vertreter zu finden sind. Kleide dich professionell und bringe deine Unterlagen mit. So bist du im Fall der Fälle auf alles vorbereitet. Auch mit möglichen Fragen, die der Mitarbeiter der Firma dir stellen könnte, solltest du dich gedanklich vorher befassen.

Eine andere Option bei der Suche nach einem Nebenjob ist es, direkt bei der betreffenden Firma nachzufragen. Selbst, wenn keine passende Stelle ausgeschrieben ist, gibt es möglicherweise die Gelegenheit für dich, hier in der einen oder anderen Form tätig zu werden. Eventuell wird dir angeboten, erst ein Praktikum zu machen – so lernt das Unternehmen dich kennen und kann deine Fähigkeiten besser abschätzen. Machst du dich in dieser Zeit gut, gibt es häufig später die Möglichkeit, neben deinem Studium bei diesem Arbeitgeber tätig zu werden.

Tipps von Mitarbeitern der Universität erfragen

Wenn du gerne bei einem bestimmten Unternehmen einsteigen würdest, dies aber nicht möglich ist, frage nach, wovon es abhängt – und ob deine Chancen gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt oder mit mehr Berufserfahrung besser stehen würden. So weißt du, woran du arbeiten kannst, um deine Ziele zu erreichen.

Auch deine Universität kann sehr hilfreich bei der Suche nach einem Studentenjob sein. Eine Anlaufstelle ist etwa eine Karriere-, Job- oder Praktikumsberatung. Die dortigen Mitarbeiter können meist gut einschätzen, welche Bereiche und Stellen für dich spannend und hilfreich sein könnten. Sie geben dir Tipps, was in Frage kommen könnte und wie du den Job ergattern kannst.

Ebenfalls meist sehr gute Ansprechpartner sind deine Professoren oder auch wissenschaftliche Mitarbeiter. Diese können dich nicht nur auf Möglichkeiten aufmerksam machen, die du selbst noch gar nicht im Kopf hattest. Sie helfen dir oft auch mit ihren meist sehr guten Beziehungen zu möglichen Arbeitgebern, besonders, wenn der Kontakt zu ihnen enger ist oder du durch gute Noten und rege Beteiligung aufgefallen bist.

An der Universität arbeiten

Nicht zuletzt ist es häufig eine gute Option, wenn du an der Universität neben deinen Vorlesungen und Seminaren tätig wirst. Es gibt viele Möglichkeiten, als studentischer oder wissenschaftlicher Mitarbeiter zu arbeiten. So hast du die Gelegenheit, dich noch nebenher mit den Inhalten deines Studiums zu befassen und diese so zu festigen. Dies stellt eine zusätzliche Qualifikation in deinem Lebenslauf dar und kann dir bei späteren Bewerbungen sehr helfen.

Auch, wenn du kein Interesse daran hast, später im wissenschaftlichen Bereich zu bleiben, kann dich ein Studentenjob an der Universität qualifizieren. Zudem ist es hier häufig leichter, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Und die Bezahlung ist besser als bei Aushilfstätigkeiten im Supermarkt oder in einem Café oder Restaurant.

Erst ein Praktikum?

Es kann sinnvoll sein, zunächst ein Praktikum beim Wunsch-Arbeitgeber zu absolvieren. Häufig steigen damit auch die Chancen auf einen (Neben-)Job. Studenten sind dabei in der Regel auf die Semesterferien angewiesen, falls ein Pflichtpraktikum nicht ohnehin ein vorgesehener Bestandteil ihres Studiums sein sollte. Häufig sind freie Praktikumsplätze in der vorlesungsfreien Zeit sehr umkämpft und werden schon früh vergeben. Es lohnt sich, dich rechtzeitig mit deinen Optionen zu befassen und Bewerbungen zu verschicken, um nicht am Ende leer auszugehen und die freie Zeit ungenutzt zu lassen.

Während des Studiums eines oder mehrere Praktika zu machen, hat noch einen anderen wichtigen Vorteil: Viele Praktika stehen nur immatrikulierten Studenten offen. Das hängt mit der Einführung des Mindestlohns zusammen. Dieser gilt seit dem Jahr 2015 grundsätzlich auch für Studenten. Ausnahmen bestehen unter anderem dann, wenn es sich um ein Pflichtpraktikum handelt, dass von der Universität vorgeschrieben wird. Auch darf das Praktikum nur maximal drei Monate dauern, ansonsten steht dem Praktikanten eine Bezahlung nach dem Mindestlohn zu. Diese gesetzliche Regelung hat den Effekt, dass viele Unternehmen nur noch Studenten als Praktikanten nehmen.