AllgemeinHard Skills: Definition, Liste, Tipps für Bewerbung

Hard Skills: Definition, Liste, Tipps für Bewerbung

Hard Skills sind der Gegenpart zu Soft Skills. Für Bewerber kann das durchaus erfreulich sein, denn Hard Skills lassen sich meist ganz einfach nachweisen – anders als die vielbeschworene Flexibilität. Das ist aber noch nicht alles. Denn Bewerber, denen bestimmte Kenntnisse fehlen, können trotzdem an den Job kommen. Warum das so ist und was du in deiner Bewerbung beachten solltest, liest du hier.

Hard Skills: Was verbirgt sich hinter dem Begriff?

Hard Skills werden auch als Fachkompetenzen bezeichnet. Und damit ist schon recht gut umschrieben, was mit diesem Begriff gemeint ist. Nämlich all jene Fähigkeiten, die man sich mit Übung oder Lernen aneignen kann.

Zu den Hard Skills zählen damit:

  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Kenntnisse mit bestimmter Software
  • Kenntnisse bestimmter Computersprachen
  • Kenntnisse im Controlling, Buchführung, Banking
  • Schul- und Universitätsabschlüsse
  • Abgeschlossene Berufsausbildung
  • Berufserfahrung in bestimmten Branchen oder mit bestimmten Maschinen

Hard Skills kannst du aber nicht nur erlernen, du kannst sie auch beweisen. Denn ob du eine Fremdsprache sprichst oder nicht, lässt sich ohne Probleme überprüfen. Ob du dagegen teamfähig bist – ein typischer Soft Skill – lässt sich schwieriger demonstrieren.

Hard und Soft Skills: die Unterschiede

Einige Unterschiede zwischen Hard und Soft Skills sind damit schon deutlich geworden: Während mit Hard Skills die eher harten, weil nachweisbaren, Fakten bezeichnet werden, meint man mit Soft Skills die eher weichen, persönlichen Eigenschaften eines Bewerbers.

Soft Skills sind nicht so einfach zu erlernen oder anzutrainieren wie Hard Skills. Denn Soft Skills hängen eng mit der Persönlichkeit des Bewerbers und seinem Charakter zusammen.

Zu den Soft Skills zählen unter anderem:

  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Eigenmotivation
  • Eigeninitiative
  • Zuverlässigkeit
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Belastbarkeit
  • Selbstdisziplin
  • Empathie
  • Kritikfähigkeit
  • Flexibilität

In der Bewerbung sind also auch die Soft Skills wichtig, spielen jedoch in verschiedenen Jobs eine unterschiedliche Rolle. Im Gegensatz dazu stehen die Hard Skills, denn die muss der Mitarbeiter auf jeden Fall mitbringen.

Anders ausgedrückt: Ein Informatiker, die die geforderten Programmiersprachen nicht beherrscht, wird den Job wohl nicht bekommen. Auf der anderen Seite kann dieser Informatiker auch dann Chancen auf die Stelle haben, wenn seine Teamfähigkeit nicht unbedingt herausragend ist. Meist kommt es allerdings auf die Kombination und die jeweilige Ausprägung der Hard und Soft Skills an. Erst daran zeigt sich, ob ein Bewerber wirklich für den Job geeignet ist und vor allem in das Team und das Unternehmen passt.

Hard Skills: Das bedeuten sie in der Bewerbung

Spätestens im Vorstellungsgespräch kommen die Soft und Hard Skills des Bewerbers zur Sprache. Daher kann es ganz sinnvoll sein, sich schon vorher mit den beiden Begriffen zu befassen. Denn wer schon vor dem Jobinterview weiß, was er auf die Frage nach den Hard Skills antworten soll, kann nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Aber noch aus einem anderen Grund lohnt es sich, sich mit den beiden Begriffen zu befassen. Denn Personalverantwortliche erwähnen häufig schon in der Stellenausschreibung bestimmte Hard Skills, die sie sich von dem geeigneten Kandidaten erhoffen. Wer diese Hard Skills erkennt, kann seine Bewerbung genau darauf ausrichten – und darum geht es letzten Endes im Bewerbungsschreiben.

Schwierig wird das Unterfangen dadurch, dass Hard und Soft Skills in der Stellenausschreibung nicht als solche bezeichnet werden. Vielmehr spricht man in diesem Zusammenhang eher von Muss- und Kann-Anforderungen. Dabei entsprechen die Muss-Anforderungen den Hard Skills. Mit Kann-Anforderungen sind dagegen die Soft Skills gemeint.

Der Vorteil für Bewerber: Hard Skills lassen sich in der Regel mit Zeugnissen oder Zertifikaten nachweisen. Bei Soft Skills, wie beispielsweise guter Eigenmotivation, ist das nicht so einfach zu schaffen. Wenn du also über die geforderten Hard Skills verfügst, solltest du diese im Anschreiben erwähnen und in den Anlagen deiner Bewerbung belegen.

Kurzum, Hard Skills machen es dem Personaler leichter, zu überprüfen ob der Bewerber auf die Position passt. Denn anhand der Hard Skills kann er sehen:

  • auf welchen Bereich der Bewerber spezialisiert ist,
  • über welche Fachkenntnisse der Bewerber verfügt
  • und in welchen Bereichen der Bewerber fortgeschrittene oder gar Expertenkenntnisse hat.

Hard und Soft Skills: Darauf sollten Bewerber achten

Was bedeuten diese Unterschiede zwischen Hard und Soft Skills nun für die Bewerbung? Zunächst einmal gilt, dass du dich von der Stellenausschreibung nicht verunsichern lassen solltest. Ganz häufig stehen in dem Stellenangebot viel mehr Anforderungen, als ein „normaler“ Bewerber überhaupt erfüllen kann. Das kommt auch daher, dass die Person, die die Stellenbeschreibung schreibt, häufig gar nicht richtig weiß, wie in der jeweiligen Abteilung gearbeitet wird.

So kommt es, dass bei den Hard Skills – aber hin und wieder auch bei den Soft Skills – Dinge genannt werden, die für den eigentlichen Job gar nicht wichtig sind. Meist raten Coaches und Bewerbungstrainer dazu, sich auf die Stelle zu bewerben, wenn die ersten drei oder vier genannten Anforderungen erfüllt sind.

Denn tatsächlich sind Stellenanzeigen in der Regel nach dem Schema wichtig zu weniger wichtig aufgebaut. Lass dich also nicht entmutigen, sondern starte trotzdem eine Bewerbung bei dem Unternehmen.

Hard Skills in der Bewerbung

Hinzu kommt, dass du gerade Hard Skills im Nachhinein noch erlernen kannst. Bei vielen jobspezifischen Fähigkeiten ist das ohnehin so. Genau aus diesem Grund gibt es bei den allermeisten Unternehmen eine Einarbeitung, in der die wichtigsten Skills für den Job vermittelt werden.

Bedeutet: Auch wenn du nicht alle der wichtigsten Hard Skills erfüllst, muss auch das noch kein Grund zu verzagen sein. Nehmen wir an, es wird gefordert, dass du ein ganz bestimmtes Buchungsprogramm beherrschen musst. Wenn du das Programm (noch) nicht kennst, könntest du dich trotzdem bewerben. Weis einfach darauf hin, dass du mit anderen Programmen in deinem bisherigen Job gearbeitet hast und daher kein Problem darin siehst, auch dieses Programm zu erlernen.

Soft Skills in der Bewerbung

Soft Skills sind schwieriger zu beweisen und daher auch in der Bewerbung ein wenig komplizierter. Du gewinnst daher wenig, wenn du im Anschreiben einfach nur behauptest, kritikfähig oder teamfähig zu sein.

Vielmehr gilt es im Bewerbungsschreiben, genau das zu belegen. Geschickt gemacht, ist das auch gar nicht so schwer. Trainierst du zum Beispiel in deiner Freizeit eine Jugendmannschaft, könnte das ein gutes Beispiel für deine Führungsqualitäten sein. Spielst du sogar noch selbst Fußball und bist vielleicht sogar der Kapitän der Mannschaft, zweifelt wohl niemand daran, dass du auch ein Teamplayer bist.

Genau auf diese Weise solltest du auch mit den übrigen Soft Skills verfahren: Such dir konkrete Beispiele aus deinem Lebensumfeld und „beweise“ damit, dass du über die geforderten Soft Skills verfügst.

Sollte dir das nicht so recht gelingen wollen, gibt es noch einen weiteren Ausweg. Nämlich dann, wenn du noch kein Arbeitszeugnis von deinem ehemaligen oder noch aktuellen Arbeitgeber hast. Wird das Arbeitszeugnis erst noch ausgestellt, könntest du deinen Chef darum bitten, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu schreiben.

In dieser Art von Arbeitszeugnis wird nämlich auch dein Sozialverhalten – und damit auch deine Soft Skills – bewertet. So hast du doch noch die Chance, auch die Soft Skills mit einem Zeugnis nachzuweisen. Auch wenn es ein eher subjektives Zeugnis deines ehemaligen Arbeitgebers ist.

Bildnachweis: XiXinXing / Shutterstock.com

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