Interne Bewerbung: Diese Fallstricke solltest du vermeiden

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Wer sich bei seinem Arbeitgeber wohlfühlt, muss ihn nicht zwangsläufig wechseln, wenn er seine Karriere mit einer neuen Stelle voranbringen möchte. Schließlich gibt es auch intern Positionen, die genau richtig für dich sein können. Bei einer internen Bewerbung hast du einerseits häufig gute Chancen. Andererseits solltest du dabei ärgerliche Fehler vermeiden, um dich nicht selbst ins Aus zu katapultieren.

Interne Bewerbung: Oft gute Chancen, aber kein Selbstläufer

Wenn wir mit unserem Job nicht in jeder Hinsicht zufrieden sind, kann das viele Gründe haben. Dazu zählt Überforderung ebenso wie Langeweile. Auch mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten können negativ für dich sein. Das Betriebsklima hat ebenso Einfluss wie das Verhalten des Chefs. Wenn du dich bei deinem Arbeitgeber hingegen wohl fühlst, fällt es dir vermutlich schwer, über einen neuen Job nachzudenken. Schließlich hat dein Job auch viele positive Seiten – wenn da nicht die Dinge wären, wegen derer du den Jobwechsel erwägst.

Dabei musst du gar nicht unbedingt den Arbeitgeber wechseln, wenn du eine neue Herausforderung suchst. Auch in deinem Unternehmen gibt es oft attraktive Stellen, die deinen Vorstellungen besser entsprechen als deine jetzige Position. Oft sind diese Jobs offiziell noch gar nicht ausgeschrieben. Bei einer internen Bewerbung stehen deine Chancen häufig gut – wenn du es richtig angehst. Wenn du gute Arbeit leistest und dir in der Firma einen Namen gemacht hast, ist das natürlich positiv. Ein Selbstläufer ist die interne Bewerbung jedoch nicht. Nur, wenn du dir dabei die gleiche Mühe gibst wie bei anderen Bewerbungen auch, kann der ersehnte Job in greifbare Nähe rücken.

Glaube nicht, dass du den Job schon in der Tasche hast

Einer der größten Fehler, den Bewerber auf eine interne Position machen können, ist zu glauben, dass sie den Job eigentlich schon in der Tasche haben. Dieser Illusion geben sich viele Arbeitnehmer hin. Schließlich ist der Chef überaus zufrieden, und Erfolge hast du auch vorzuweisen. Wenn du dann noch den Entscheidungsträger persönlich kennst, ist doch alles geritzt? Falsch.

Wer so denkt, gibt oft eine Bewerbung ab, mit der er sich nur mäßig Mühe gegeben hat. Das merkt der Ansprechpartner jedoch sofort. Besonders bei offenen Stellen, wo es viel Konkurrenz gibt, ziehst du dann womöglich den Kürzeren. Gib dir deshalb Mühe bei deiner Bewerbung. Begründe, warum du dich für den geeigneten Kandidaten hältst. Was hast du zu bieten? Erkläre auch im Detail, was dich an genau dieser Stelle reizt – und weshalb du so gerne im Unternehmen bleiben möchtest. Mit anderen Worten: Gib dein Bestes, um deine Eignung und Motivation glaubhaft zu machen.

Sage ich es meinem Chef?

Viele Arbeitnehmer fragen sich, ob sie bei internen Bewerbungen ihren Chef einweihen sollen. Dabei kommt es auf das Verhältnis zum Vorgesetzten an. Wenn du viel mit ihm zu tun hast und ihr euch gut versteht, kommt es auf deine Einschätzung an. Glaubst du, dass dein Chef es in Ordnung findet, wenn du dich anderswo im Unternehmen bewirbst? Falls ja: Gehe ruhig offen mit deiner Bewerbung um. Ein Muss ist das allerdings nicht.

In anderen Fällen ist es hingegen nicht empfehlenswert, den Chef zu informieren. Das gilt besonders, wenn du mit ihm direkt nicht allzu viel zu tun hast. Auch, wenn du glaubst, dass dein Vorgesetzter es nicht gut auffasst, solltest du diese Information lieber für dich behalten. Warte, bis alles in trockenen Tüchern ist, bis du von der Neuigkeit erzählst.

Übrigens ist auch Vorsicht bei deinen Kollegen angebracht. Überlege dir gut, ob du jemanden einweihst. Du solltest dir sicher sein, dass diese Person loyal und verschwiegen ist. Andernfalls macht die Nachricht bald die Runde – und dann erfährt es auch dein Chef.

Per du? Nicht in der Bewerbung

Eine weitere Hürde: Was mache ich, wenn ich den Verantwortlichen kenne und duze? Rede ich ihn oder sie im Anschreiben mit du an? Die kurze Antwort lautet: nein. Eine Bewerbung ist eine offizielle Angelegenheit, bei der du dich stets professionell verhalten solltest. Dazu gehört, dass du den Ansprechpartner siezt – selbst, wenn du ihn bei der Begegnung in der Kantine wieder ganz normal duzt. Das gebietet die Höflichkeit – zumindest in den allermeisten Fällen. Wenn das Unternehmen sehr klein ist und der Zusammenhalt groß, ist es denkbar, dass ein „Du“ in der Bewerbung akzeptabel ist.

Nur vollständige Unterlagen verschicken

Ein Fehler, den viele Interessenten bei internen Bewerbungen machen, betrifft den Umfang ihrer Bewerbungsunterlagen. Es reicht nicht, wenn du einfach nur einen Lebenslauf oder ein Anschreiben verschickst – zumindest in den meisten Fällen. Auch bei einer internen Bewerbung solltest du immer vollständige Bewerbungsunterlagen weiterreichen. Dazu zählen ein überzeugendes Anschreiben, dein Lebenslauf, Zeugnisse und andere Nachweise.

Auch diesbezüglich solltest du eine solche Bewerbung wie jede andere Bewerbung behandeln und dir entsprechend Mühe geben. Andernfalls kommt es leicht so rüber, als seist du dir deiner Sache zu sicher. Das kommt nie gut an.

Die Bedeutung der richtigen Kontakte

Bei jeder Bewerbung sind Kontakte wertvoll. Das gilt besonders bei internen Bewerbungen. Hier kommt es nicht nur darauf an, was du kannst. Es zählt auch, wen du kennst – und auf deiner Seite hast. Dabei geht es nicht nur um den Entscheidungsträger selbst, auch wenn es sicherlich förderlich ist, wenn dieser dich kennt und mag. Aber auch andere Personen im Unternehmen können dir behilflich sein.

Das betrifft insbesondere höherrangige Personen, die von deinen Qualitäten überzeugt sind. Überlege, sie in deine Pläne einzuweihen – und stelle sicher, dass sie wissen, wie gut du für den Job geeignet bist. So können sie ihre Einschätzung an die Entscheidungsträger weitergeben.

Kein schlechtes Wort über das bisherige Team

Es versteht sich eigentlich von selbst: In einem möglichen Bewerbungsgespräch für eine interne Stelle solltest du dein jetziges Team auf keinen Fall schlecht machen. Das gilt sowohl für deinen Chef als auch für deine Kollegen. Es kommt nie gut an, wenn du andere in ein schlechtes Licht rückst. Das wirkt sich nämlich meistens nicht negativ auf die betreffenden Personen, sondern auf dich selbst aus. Loyalität ist im Job ein wichtiger Faktor, den du bei einer internen Bewerbung nicht unterschätzen solltest.