Realschulabschluss nachholen: 7 Tipps für einen erfolgreichen Abschluss

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Realschulabschluss nachholen

Ein guter Schulabschluss ist die Grundvoraussetzung, um bestimmte Berufe erlernen zu können. Kannst du den gewünschten Abschluss nicht vorweisen, ist das ein Hindernis in deiner beruflichen Laufbahn. Viele Jobs kommen dann nicht in Frage. Wenn du die Schule vor der zehnten Klasse vorzeitig verlassen hast, hast du womöglich nur einen Hauptschulabschluss. Mit einem Realschulabschluss stehen dir viele Ausbildungen offen. Auch Abitur kannst du anschließend noch machen – und vielleicht auch noch studieren. Mit diesen Tipps gelingt dir der Realschulabschluss im zweiten Anlauf.

1. Lerne deine Optionen kennen

Vielleicht weißt du noch nicht im Detail, welche Wege es gibt, die Mittlere Reife – wie der Realschulabschluss auch genannt wird – nachzuholen. Zuerst solltest du dich deshalb gründlich informieren. Eine Möglichkeit ist, an einer Abendschule zu lernen. Das lässt sich oft auch mit einer Berufstätigkeit relativ gut vereinen. Der Unterricht findet nicht nur abends, sondern oft auch an Wochenenden statt. Meist musst du zwei oder drei Tage pro Woche zur Abendschule. Die meisten Schüler brauchen zwei bis drei Jahre, bis sie ihren Realschulabschluss bei dieser Variante in der Tasche haben.

Auch ein Berufskolleg bietet Kurse an. Der Unterricht ist tagsüber und in Vollzeit. Wenn du arbeiten musst, fällt diese Option weg. Hast du hingegen Zeit und kannst dich finanzieren, erreichst du auf diese Weise oft relativ schnell deinen Abschluss. Auch Volkshochschulen bieten Kurse an, um den Realschulabschluss nachzuholen.

Eine weitere Möglichkeit stellen Fernschulen dar. Hier lernst du überwiegend zuhause am PC. Das lässt sich oft mit einer Berufstätigkeit gut vereinen, zudem bist du sehr flexibel. Du musst jedoch mit relativ hohen Kosten rechnen. Je nach Anbieter gibt es vereinzelt auch Präsenzveranstaltungen.

Welche Variante sich für dich eignet, hängt davon ab, ob du arbeitest oder nicht. Auch, wie viel Geld dir zur Verfügung steht, macht einen Unterschied. Prüfe die Angebote genau, um die richtige Entscheidung zu treffen.

2. Denke ans Geld

Es dauert eine gewisse Zeit, bis du einen Schulabschluss nachgeholt hast. In dieser Zeit kannst du – je nach Variante – nicht nur womöglich nicht mehr (voll) arbeiten. Dir entstehen, wiederum je nach Angebot, auch zum Teil hohe Kosten. Diese musst du stemmen können. Rechne deshalb vorher durch, was für dich Sinn macht. Es gibt auch kostenlose Angebote, aber sie müssen zu dir und deiner Situation passen.

Prüfe, ob du Anspruch auf BAföG für Schüler hast. Auch Wohngeld kommt möglicherweise für dich in Frage. Vielleicht hilft dir auch deine Familie aus. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, solltest du dich frühzeitig um den finanziellen Aspekt kümmern.

3. Bist du motiviert genug?

Der Grund, warum manche auch im zweiten Anlauf am Realschulabschluss scheitern, liegt in der Motivation. Das Lernen verschlingt viel Zeit. Dazu musst du bereit sein. Kannst du dich aufraffen, abends noch deine Lehrbücher aufzuschlagen? Wenn du in Vollzeit arbeitest, kann das durchaus belastend sein. Mache dir auch klar, dass du dich nicht nur an einem Abend aufraffen musst – sondern über den Verlauf mehrerer Jahre immer und immer wieder.

Ein Trick, um deine Motivation zu steigern, sind Belohnungen. Gönne dir bewusst etwas, das dir wirklich Freude bereitet, wenn du viel geschafft hast. Das hilft dir dabei, motiviert am Ball zu bleiben.

4. Hast du genug Zeit?

Zeit ist ein weiterer wichtiger Faktor, der über den Erfolg deines Lernens entscheidet. Je nachdem, in welchen Umständen du dich befindest, kann es schwierig werden, die nötige Zeit aufzubringen. Wenn du in Vollzeit arbeitest und auch privat viele Verpflichtungen hast – etwa durch deine Familie –, bleibt kaum Zeit zum Lernen. Überlege dir gut, ob du dem Aufwand gerecht wirst. Plane bewusst Zeiten ein, wo du lernst und nicht gestört werden möchtest. Das kann auch bedeuten, auf manche Freizeitaktivitäten zu verzichten.

5. Ziehe andere auf deine Seite

Den Realschulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg zu machen, kostet Zeit und Geld – und oft auch Nerven. Damit deine Bemühungen erfolgreich sind, ist es wichtig, dass du die Menschen auf deiner Seite hast, die dir nahestehen. Deine Familie kann dir den Rücken freihalten, wenn sie weiß, wie wichtig dir das Lernen ist – und dass es in absehbarer Zeit auch wieder vorüber sein wird.

Genauso ist es wichtig, dass du in Ruhe lernen kannst. Du kommst zu nichts, wenn du immer wieder gestört wirst – oder keinen Platz hast, an dem es überhaupt ruhig ist. Auch Freunde sind verständnisvoller, wenn sie wissen, wie viel dir an dem Bildungsabschluss liegt.

6. Auszeiten sind wichtig

Um deinen Realschulabschluss zu machen, ist nicht nur das Lernen entscheidend. Du brauchst auch regelmäßige Auszeiten, damit du nicht frustriert und überfordert das Handtuch wirfst. Wenn du einen Job hast, kann es schwer sein, Lernzeiten zu finden. Das gilt umso mehr, wenn du Freizeit- oder familiäre Verpflichtungen hast. Irgendwann hast du das Gefühl, dass du in jeder freien Minute lernen musst. Das kann zu extremem Stress führen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du abbrichst, steigt.

Deshalb solltest du regelmäßige Auszeiten ganz gezielt einplanen. Es muss Zeiten geben, wo du vollkommen guten Gewissens absolut gar nichts machen musst. Du kannst diese Zeiten auch nutzen, um Hobbys nachzugehen oder dich mit Freunden und deiner Familie zu treffen. Dieser Ausgleich ist wichtig, damit das Lernen nicht zu einer zu großen Belastung wird.

7. Habe das Ziel vor Augen

Die meisten Menschen haben keinen Spaß beim Lernen. Das gilt insbesondere, wenn sie dadurch kaum noch freie Zeit haben. Das Lernen kann frustrierend sein. Wird es zu belastend, überlegst du womöglich, hinzuwerfen. Schließlich wäre die Belastung dann sofort wieder weg. Dein Ziel hast du damit jedoch nicht erreicht – und im schlimmsten Fall auch Geld verschwendet.

Mache dir deshalb immer klar, wofür du lernst. Du lernst nicht – wie viele Schüler in der Schulzeit glauben – für andere. Du lernst für dich selbst. Du lernst, um dir neue berufliche Möglichkeiten zu eröffnen. Wenn du dich jetzt durchbeißt, kannst du bald beruflich das machen, was dich wirklich reizt. Wenn du das Ziel vor Augen hat, fällt es dir leichter, dein Soll zu erfüllen.