Langeweile im Job: Das kannst du dagegen tun

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Langeweile im Job

Manche Arbeitnehmer versinken unter einem Berg von Arbeit, andere haben zu wenig zu tun, um damit den Arbeitstag zu füllen. Beides kann krank machen. Um einen Bore-Out zu verhindern, kannst du jedoch etwas tun.

Zu viel Stress an der Arbeit kann krank machen. Ähnlich verhält es sich jedoch auch, wenn das Gegenteil der Fall ist: Der Arbeitsalltag ist öde und langweilig, es gibt zu wenig zu tun und die Tage im Büro wollen einfach nicht vergehen. Wer an der Arbeit chronisch unterfordert ist, keinen Sinn in seiner Arbeit sieht und sich keinen Herausforderungen stellen muss, geht meist auch nicht mehr gerne ins Büro. Was du tun kannst, wenn du unter einem Bore-Out leidest, erfährst du hier.

Verschiedene Gründe für Langeweile im Job

Diejenigen, die an der Arbeit sehr viel Stress haben, würden zwar vielleicht gerne tauschen – aus ihrer Perspektive gibt es Schlimmeres, als im Büro Däumchen zu drehen. Für diejenigen, die sich im Job mehr oder weniger permanent langweilen, ist dieser Zustand jedoch eine vergleichbar große Belastung wie zu viel Stress. Auch ein Bore-Out kann körperliche und psychische Folgen haben.

Häufig täuschen die Betroffenen Arbeit vor, die sie gerade gar nicht haben – vor den Kollegen und Vorgesetzten wollen sie beschäftigt aussehen. In Wahrheit schlagen viele die Zeit bis zum Feierabend tot. Sie surfen etwa im Netz, was den meisten nicht etwa Freude bereitet, sondern schlicht das Einzige ist, was sie am Computer bei zu wenig tatsächlicher Arbeit tun können. Irgendwann wird auch das langweilig, wenn der Refresh-Button zum Laden der Nachrichten-Website zum gefühlt zehnten Mal geklickt ist.

Die Gründe für Langeweile im Job sind vielfältig. In manchen Fällen liegt es an wenig anspruchsvollen Tätigkeiten, die den überwiegenden Teil des Joballtags ausmachen. Andere haben schlicht zu wenig zu tun. Und wieder andere haben zwar Aufgaben, die erledigt werden müssen, empfinden diese jedoch als sinnlos – und damit häufig ihren Job gleich mit.

Ein entscheidender negativer Aspekt, der mit Langeweile im Job einhergeht, ist, dass die Betroffenen oft das Gefühl haben, dass die Zeit überhaupt nicht vergeht. Bis zur Mittagspause ist es eine halbe Ewigkeit und danach muss noch der lange Nachmittag herumgebracht werden.

Das kannst du gegen Langeweile im Job tun

Dabei liegt es oft nicht an den Arbeitnehmern, dass ihnen langweilig ist. Viele würden gerne mehr leisten oder verantwortungsvollere Tätigkeiten übernehmen. Wenn Arbeitnehmer jedoch so demotiviert sind, weil sich nichts ändert, verrichten sie häufig nur noch Dienst nach Vorschrift. Sie schätzen ihre eigene Arbeit oft nicht und kommen nicht gerne zur Arbeit.
Dabei gibt es einige Dinge, die du dagegen tun kannst, wenn dein Job dich nur noch anödet.

Wie du Langeweile an der Arbeit entgegenwirken kannst, hängt zunächst von deren Ursachen und der zugrundeliegenden Situation ab.

Wenn du dich unterfordert fühlst und dich deine Tätigkeiten anöden, du aber objektiv betrachtet ausreichend zu tun hast, solltest du nichtsdestotrotz erwägen, ein offenes Gespräch mit deinem Vorgesetzten zu führen. In diesem könnt ihr gemeinsam darüber nachdenken, wie dein Berufsalltag herausfordernder oder facettenreicher gestaltet werden kann. Eventuell ist dies nur möglich, wenn du eine andere Stelle innehast. Ob es eine Chance dafür gibt, erfährst du nur, wenn du mit deinem Chef sprichst.

Gezielt Herausforderungen suchen

Nicht immer, aber in manchen Fällen hängt es auch von dir ab, wie langweilig dein Job ist – oder eben nicht. Vielleicht hat dein Chef keine Ahnung davon, dass dir Herausforderungen und damit verbundene Erfolgserlebnisse im Job fehlen. Vielleicht weiß er nicht, dass du unterfordert bist und viel zu wenig zu tun hast.

Auch in diesem Fall ist ein Gespräch empfehlenswert. So kannst du zusammen mit deinem Vorgesetzten überlegen, wie die Situation dauerhaft verbessert werden kann. Vielleicht können dir etwa zusätzliche Aufgaben oder Projekte übertragen werden.

Im besten Fall hast du dir im Vorfeld des Gesprächs schon selbst Gedanken darüber gemacht, welche zusätzlichen Tätigkeiten du übernehmen könntest oder gerne übernehmen würdest. Damit zeigst du deinem Chef, dass du wirklich mehr tun möchtest und beweist Eigeninitiative.

Manchmal hilft nur ein Jobwechsel

In manchen Fällen kannst du an den mit deiner Stelle verbundenen Tätigkeiten nichts ändern. Oder es gibt schlicht nicht mehr Arbeit zu erledigen. Es ist dann meist trotzdem sinnvoll, ein Gespräch mit deinem Vorgesetzten zu führen. Etwas ändern wird sich jedoch in manchen Fällen nicht.

Dann musst du überlegen, ob du entweder weiter mit wenig herausfordernden Tätigkeiten deinen Arbeitsalltag gestaltest, oder ob du dich veränderst. Das kann bedeuten, dass du dir einen anderen Job suchst.

Möglicherweise, je nach deiner konkreten Tätigkeit, reicht es nicht, bei einem anderen Arbeitgeber eine vergleichbare Stelle innezuhaben, weil die Langeweile für dich bei dieser Tätigkeit inhärent ist. Dann ist deine einzige Alternative, darüber nachzudenken, ob du nicht lieber etwas ganz anderes machen möchtest, was dich mehr erfüllt.

Externe Faktoren ausschließen

Wenn wir im Privatleben unzufrieden sind, wirkt sich das häufig auch auf unsere Performance im Job aus. Auch die Jobzufriedenheit kann unter persönlichen Problemen leiden. Dies solltest du ausschließen können, bevor du weitreichende Konsequenzen aus deiner Langeweile im Job ziehst und etwa deinen Job an den Nagel hängst.

Wenn nämlich private Aspekte dafür sorgen, dass du im Job unzufrieden bist, wird sich das durch einen Jobwechsel nicht ändern. Dafür musst du das zugrundeliegende Problem angehen und beseitigen. Auch wenn du psychische Probleme hast, solltest du keine überstürzten beruflichen Entscheidungen treffen. Das Risiko ist zu groß, dass es eigentlich gar nicht am Job liegt.