Kinder im Lebenslauf angeben: Tipps & Beispiele

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Kinder im Lebenslauf

Für Bewerber ist es eine heikle Entscheidung: Erwähnen sie ihre Kinder im Lebenslauf – oder behalten sie diese Information lieber für sich, um mögliche negative Konsequenzen zu verhindern? Wenn du Kinder hast und dich bewirbst, kommt es auf die Umstände an. Die folgenden Ratschläge können dir dabei helfen, zu entscheiden, wie du vorgehen möchtest.

Muss ich meine Kinder im Lebenslauf erwähnen?

Die Antwort auf diese Frage ist ganz klar Nein. Es gibt keine Verpflichtung für Eltern, ihre Kinder in einer Bewerbung zu erwähnen. Genauso wenig, wie du angeben musst, ob du ledig, verheiratet oder geschieden bist, musst du deinem potenziellen neuen Arbeitgeber Details zu deiner Familie verraten.

Auch, wenn du im Bewerbungsgespräch darauf angesprochen wirst, musst du diese Frage nicht beantworten. Meist ist es jedoch sinnvoller, eine ehrliche Antwort zu geben. Lege dir am besten schon vorher eine Erklärung zurecht. Mit deiner Reaktion solltest du deutlich machen, dass du trotz deiner Kinder für den möglichen Arbeitgeber voll und ganz zur Verfügung stehst. Mache deinem Gegenüber klar, dass die Kinderbetreuung geregelt ist. So kannst du dieses vermeintliche Manko gleich wieder ausgleichen.

Reagierst du hingegen zu zögerlich, könnte der mögliche neue Chef daraus negative Schlüsse ziehen. Deine Chancen auf den angestrebten Job könnte das schmälern. Übrigens: Es ist zwar in Ordnung, wenn du im Vorstellungsgespräch lieber nichts zu deiner Kindersituation sagen möchtest. Lügen darfst du jedoch nicht.

Sollte ich meine Kinder im Lebenslauf erwähnen?

Für Eltern ist es eine schwierige Abwägung, ob sie offen mit der Tatsache umgehen sollen, dass sie Kinder haben. Gerade, wenn der Nachwuchs noch jünger ist, könnte es schließlich passieren, dass der mögliche Arbeitgeber Nachteile für sich befürchtet. Im schlimmsten Fall gibt er nur aufgrund dieser Tatsache einem Mitbewerber den Vorzug, der keine oder schon ältere Kinder hat.

Wie dein Ansprechpartner auf deine Kinder reagiert, weißt du vorher in aller Regel. Es kann sein, dass er selbst Kinder hat oder zumindest keine Vorurteile. Es kann jedoch auch sein, dass er Kandidaten ohne Kinder bevorzugt.

Warum du deine Kinder im Lebenslauf angeben solltest

Es gibt einige Gründe, die dafür sprechen könnten, deine Tochter oder deinen Sohn in deiner Bewerbung anzugeben. Vielleicht sind deine Kinder schon etwas älter und entsprechend selbstständig. Wenn du Kinder im Teenager-Alter hast, befürchtet der mögliche Arbeitgeber weniger, dass du häufig wegen deiner Familie ausfällst oder früher gehen musst. Das ist bei kleinen Kindern anders. Hier bist du möglicherweise im Job weniger flexibel, zum Beispiel, weil du dein Kind pünktlich in der Kita abholen musst.

Hast du ältere Kinder und erwähnst das im Lebenslauf, kommst du Fragen zu diesem Thema im Bewerbungsgespräch zuvor. Der Entscheidungsträger weiß dann schon Bescheid – und kann im persönlichen Gespräch nachfragen, wenn er noch Fragen haben sollte.

Wenn du männlich bist, ist die Angabe deiner Kinder in deiner Bewerbung in vielen Fällen weniger problematisch als bei einer Frau. Arbeitgeber unterstellen dann oft besonders große Einsatzbereitschaft – schließlich musst du eine ganze Familie versorgen können.

Warum du deine Kinder für dich behalten solltest

Manche Arbeitgeber haben Vorurteile gegenüber Bewerbern mit Kindern. Denn was ist, wenn der Nachwuchs krank wird, er aus der Kita abgeholt werden muss – oder gar eine Partnerschaft endet? Auch sind Eltern jüngerer Kinder meist keine Kandidaten für viele Überstunden, weil sie nach Hause zu ihrer Familie wollen oder müssen. Vor allem für Alleinerziehende kann das ein Hindernis bei der Jobsuche darstellen. Zwar wünscht sich jeder einen verständnisvollen Vorgesetzten. Die Realität sieht aber oft anders aus.

Wenn du deine Kinder im Lebenslauf angibst, gehst du deshalb ein unnötiges Risiko ein. Außerdem ist dein Familienleben Privatsache, die den Chef zunächst nichts angeht. Kommt die Frage im Vorstellungsgespräch auf, kannst du immer noch offen und souverän darauf reagieren. Es spricht vor allem bei jüngeren Kindern einiges dafür, diese Tatsache nicht schon in der Bewerbung anzugeben, sondern abzuwarten, ob du damit konfrontiert wirst.

Wenn du deine Kinder im Lebenslauf nicht erwähnst, merzt du die Gefahr aus, dass der Verantwortliche im Unternehmen deine Bewerbung wegen deiner Familie auf den Absagen-Stapel legt.

Wie du deine Kinder im Lebenslauf erwähnen kannst

Wenn du dich dazu entscheidest, deine Kinder im Lebenslauf anzugeben, sind deine persönlichen Daten der richtige Ort dafür. Du erwähnst dort deinen Namen, deine Adresse sowie deine Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Nach deinem Geburtsdatum und -ort kannst du deinen Familienstand nennen. Dahinter schreibst du, dass du Kinder hast. Auch ihr Alter solltest du am besten erwähnen. Das empfiehlt sich vor allem, wenn deine Kinder schon etwas älter sind. Das Risiko, dass du wegen deiner Familie im Job zeitweise ausfällst oder frei nehmen musst, ist bei jüngeren Kindern größer.

So kannst du deine Kinder im Lebenslauf nennen:

Persönliche Daten

Name: Max Mustermann
Adresse: Musterstraße 1, 12345 Musterstadt
E-Mail: mustermann@muster.de
Telefon: 0123/123456
Geburtsdatum und -ort: 1.1.1980, Musterstadt
Familienstand: verheiratet, ein Kind (4 Jahre alt)

Du kannst zwar weitere Details zu deinen Kindern nennen, etwa, indem du angibst, dass sich deine Mutter bei Bedarf um die Kinder kümmert. Ein Muss ist das jedoch nicht – und auch wenig empfehlenswert, weil du damit unnötig auf der Tatsache, dass du Kinder hast, herumreitest. Du riskierst damit, das Thema größer zu machen, als es für den möglichen Chef eigentlich ist.

Du hast noch eine andere Möglichkeit, deine Kinder im Lebenslauf anzugeben – nämlich dann, wenn du eine Elternzeit genommen hast. So geht ganz nebenbei aus deinen Unterlagen hervor, dass du eine Familie hast.