Arbeitsleben & BerufNiederlagen gezielt nutzen mit diesen 8 Tipps

Niederlagen gezielt nutzen mit diesen 8 Tipps

Niederlage, Scheitern, Misserfolg, Fehlschlag – all diese Worte sind ohne Zweifel ausschließlich mit einer negativen Konnotation behaftet. Folglich gilt landläufig: Wer im Job scheitert, macht damit einen Rückschritt. Dabei muss das nicht sein. Ganz im Gegenteil: Aus Niederlagen kannst du sogar wertvolle Lektionen ziehen. Mit diesen Tipps kannst du aus Misserfolgen lernen.

Warum man aus Fehlern lernen kann

„Aus Fehlern lernt man“ besagt ein Sprichwort. Bloß: Kaum jemand spricht im Berufs- wie im Privatleben voller Stolz davon, dass er gescheitert ist. Zu Unrecht, denn gerade ein (vorübergehender) Misserfolg kann den späteren Erfolg überhaupt erst bedingen.

Das zeigen Beispiele wie das vom berühmten Disney-Stammvater Walt Disney. Der soll von dem Herausgeber einer Zeitung auf die Straße gesetzt worden sein, weil er angeblich nicht kreativ genug war. Henry Ford scheiterte gleich mit mehreren Firmen, bevor er mit der Ford Motor Company die Messlatte in der Automobilindustrie höher legte. Und selbst Bill Gates hatte mit Microsoft erst im zweiten Anlauf Erfolg – nachdem er eine Niederlage einstecken musste.

Ob man eingesteht, einen Fehler gemacht zu haben, hängt meist von der Perspektive ab. Wer inzwischen erfolgreich ist, gibt frühere Misserfolge viel eher zu – schließlich hat er ja bewiesen, dass er etwas kann. Für diejenigen, bei denen sich der Erfolg noch nicht eingestellt hat, ist der eigene Misserfolg hingegen meist ein leidiges Thema – und sicher nichts positives.

Natürlich führt nicht jeder Misserfolg zum Erfolg. Die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, muss vorhanden sein. Um eine genaue Analyse der Ausgangssituation kommst du nicht herum, wenn du nicht immer wieder dieselben Fehler machen willst. Außerdem musst du bereit sein, mögliche überholte Vorstellungen aufzugeben – selbst, wenn es schmerzt. Wie du Niederlagen gezielt für dich nutzen kannst, erfährst du mit den folgenden acht Tipps.

1. Akzeptiere dein Scheitern

Ganz egal, ob die Präsentation vor dem Kunden schiefgegangen ist, du die ersehnte Beförderung nicht bekommen hast oder dein Start-Up doch nicht der Erfolg war, den du dir erhofft hattest – aus einem Misserfolg kannst du nur lernen, wenn du die Situation realistisch einschätzt. Wenn sie nicht mehr verbessert werden kann, musst du akzeptieren, dass du hinter deinen Erwartungen – und möglicherweise den Erwartungen anderer – zurückgeblieben bist. Dann ist es Zeit, loszulassen.

Es ist nicht schlimm, zu scheitern. Viel schwerwiegender sind die Konsequenzen, wenn du in einer Situation verharrst, die du nicht mehr zum Besseren wenden kannst. Nur, wenn du etwas änderst, kann es auch wieder besser werden. Im ersten Schritt musst du deshalb deine Niederlage als das akzeptieren, was sie ist: ein temporärer Rückschlag, der dich zum Handeln auffordert.

2. Lasse negative Gefühle zu

Viele Menschen sind schlecht drauf, wenn sie beruflich oder privat scheitern. Sie fühlen sich wie ein Versager, zweifeln an ihren Fähigkeiten und werden im schlimmsten Fall sogar depressiv. Meist sind die negativen Gefühle so stark, dass es nicht mehr konstruktiv ist. Ein Stück weit gehört eine kurze Phase der Trauer oder Wut jedoch zum Scheitern dazu. Diese ist manchmal kürzer, wie im Fall der miesen Präsentation. In anderen Fällen kann sie länger dauern – zum Beispiel, wenn du mit deiner Firma Insolvenz anmelden musst.

So sehr es auch darauf ankommt, die Niederlage für dich zu nutzen und nach vorn zu schauen, so wichtig ist es doch auch, deine negativen Emotionen zunächst zuzulassen. Es bringt nichts, dir von der ersten Sekunde des Scheiterns an einzureden, was für eine Chance darin doch liegt – zumindest nicht, wenn du das in deinem tiefsten Innern selbst noch gar nicht glaubst. Bist du dagegen tatsächlich davon überzeugt, musst du natürlich keine künstliche schlechte Laune haben.

Es bringt nichts, schlechte Stimmung zu verdrängen. Gib dir einen gewissen Zeitraum, in dem du sie ausleben darfst. Wie lange dieser ist, hängt vom Ausmaß des Scheiterns ab. Danach muss es aber gut sein. Denn wenn du dich permanent selbst fertigmachst, kommst du garantiert nicht weiter.

3. Mache dir deine Stärken bewusst

Nach einer Niederlage ist es besonders wichtig, dass du weder in Selbstmitleid versinkst noch vergisst, wo deine Stärken liegen. Welche Stärken, fragst du in diesem Moment vielleicht – dabei hast du selbstverständlich Attribute, die dir bei beruflichen Zielen behilflich sind.

Du kommst im Job nicht weiter, wenn du ein zu negatives Bild von dir selbst hast. Noch schlimmer ist es, wenn du dich als Opfer siehst. Oder glaubst du wirklich, dass nach einem „ich kann nichts“ der große berufliche Erfolg kommt? Besinne dich auf das, was du gut kannst – und überlege, wie du es bestmöglich für dich nutzen kannst.

4. Analysiere die Niederlage

Im nächsten Schritt geht es darum, zu verstehen, warum du gescheitert bist. Warst du zu ambitioniert? Hast du dich überschätzt? Hast du dir zu viel aufgebürdet? Oder lag es an anderen Faktoren – möglicherweise auch solchen, auf die du nur bedingt oder gar keinen Einfluss hattest?

Diese Analyse ist extrem wichtig. Nur, wenn du weißt, was beim letzten Mal schiefgelaufen ist, kannst du daran anknüpfen und es beim nächsten Mal besser machen. Nur durch dieses Verständnis kannst du verhindern, dass es wieder ganz genauso läuft – und der nächste Misserfolg schon vorprogrammiert ist.

5. Habe keine Angst vor einem erneuten Scheitern

Einerseits solltest du dich nach einem Misserfolg nicht in blindem Aktionismus direkt in das nächste Projekt werfen, bevor du verstanden hast, was dein Scheitern bedingt hat. Wenn dir die Gründe dafür jedoch klar sind, solltest du nicht in eine ängstliche Starre verfallen – und schon das Schlimmste erwarten, bevor du überhaupt begonnen hast.

Ja, es kann passieren, dass du wieder einen Misserfolg erlebst. Wenn du jedoch aus deinen Fehlern lernst, ist das sehr viel unwahrscheinlicher als vorher. Sieh das Scheitern als Lektion, die dir einen klareren Blick darauf ermöglicht, was funktionieren könnte – und was nicht funktioniert hat und es vermutlich auch in der Zukunft nicht tun wird.

6. Kümmere dich nicht darum, was andere von dir denken (könnten)

Oft sind wir selbst unser schlimmster Kritiker. Gleichzeitig wiegt eine Niederlage im Job noch schwerer, wenn du das Gefühl hast, dass alle anderen dich dafür verurteilen oder weniger schätzen. Machen wir uns nichts vor: Es wird immer Menschen geben, die in einer solchen Situation genau so denken. Das ist jedoch meistens weder die Mehrheit, noch sollte es dich berühren – insbesondere, wenn es sich nicht gerade um deinen engsten Freundeskreis oder um deine Familie handelt.

Mache dich frei von Grübeleien darüber, wie deine Handlungen – frühere und künftige – bei anderen ankommen könnten. Denn die Wahrheit ist auch: Die meisten Menschen kümmern sich wesentlich weniger um das, was wir tun, als wir glauben. Lasse dich nicht davon hemmen, was andere über dich denken könnten.

7. Sieh nach vorn

Eine Niederlage ist bitter, keine Frage. Aber wenn du negative Gefühle (in Maßen!) zugelassen und deine Fehler ausfindig gemacht hast, ist es Zeit, nach vorne zu schauen. Nur, weil du einmal gescheitert bist, heißt das nicht, dass du es immer wieder tun wirst. Mache dir auch klar: Dein Scheitern muss nicht einmal deine Schuld sein. Die Plattenfirma Decca hat die Beatles im Jahr 1962 abgelehnt, weil den Verantwortlichen die Gitarrenmusik nicht gefiel – und es dafür aus ihrer Sicht ohnehin keine Nachfrage gab.

In solchen Fällen ist das Einzige, was hilft, wenn du aufstehst und weitermachst. Bleibe am Ball und lasse dich nicht entmutigen. Wenn alte Ideen sich als nicht zielführend herausgestellt haben, entwickelst du eben neue!

8. Beziehe deine Fehler bei neuen Ideen mit ein

Egal, ob es um deine ganze berufliche Zukunft geht oder nur um das nächste berufliche Projekt – bei der Planung solltest du deine früheren Fehler im Hinterkopf behalten. Vermeide es jedoch, dich davon lähmen zu lassen – aus Angst, wieder einen Fehler zu machen oder als Versager dazustehen.

Wenn du weißt, was nicht funktioniert, bist du schon einen wichtigen Schritt weiter. Nun geht es darum, herauszufinden, was besser klappt. Im besten Fall stellt sich die Niederlage als Katalysator für einen tatsächlichen Erfolg heraus. Es kann dazu reichen, den früheren Plan leicht abzuwandeln. In anderen Fällen benötigst du schon einen kompletten Kurswechsel. Wenn du aus deinen Fehlern gelernt hast, stehen die Chancen gut, dass es beim nächsten Versuch besser klappt.

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