10 Beispiele, wie du einen Jobwechsel in der Bewerbung professionell begründest

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Bewerbung Jobwechsel begründen

Persönliche Weiterentwicklung, neue Unternehmen kennenlernen oder ein schlechtes Betriebsklima verlassen – es gibt viele Gründe, für einen Jobwechsel. Mit einer Bewerbung bewirbst du deine Person mit deinen Fähigkeiten und Neigungen. Es ist wichtig, nicht nur die Qualifikationen, sondern auch die Gründe für den Wechsel anzuführen, um professionell und glaubhaft aufzutreten. Zuallererst, schließe mit der alten Arbeitsstelle ab. Schlechtes Reden über das Unternehmen, Vorgesetzte und Kollegen sind tabu und zeigen nur deinen Umgang mit der Vergangenheit.

Nachstehend findest du 10 Situationen, und wie du sie begründen kannst.

1. Gestaltungsmöglichkeiten des Aufgabengebiets

Oft stellt sich erst in der Praxis heraus, welche Gestaltungsmöglichkeiten, Lernpotenzial oder Verantwortung eine Tätigkeit bietet. Entspricht diese nicht (mehr) deinen Vorstellungen, sprich mit deinem Vorgesetzten, ob dir eine andere/weitere Tätigkeit übertragen werden kann. Je offener du kommunizierst, desto eher lernt dein Vorgesetzter deine Wünsche kennen. Bestenfalls unterstützt er dich, bevor er dich an ein anderes Unternehmen verliert. Ist eine Veränderung innerhalb des eigenen Hauses nicht möglich, eignet sich folgende Formulierung für eine Bewerbung:
„Im Fachgebiet … habe ich mir kontinuierlich neues Wissen (Fortbildungen) angeeignet. Mein Unternehmen bietet derzeit keine entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten, um diese Kenntnisse anzuwenden. Die durch Ihr Unternehmen ausgeschriebene Stelle des … entspricht meinen Vorstellungen.“

2. Potenzialerkennung: Überforderung oder Unterforderung?

Ähnlich, aber persönlicher ist die Frage, ob du am richtigen Platz eingesetzt bist. Werden deine Potenziale gefördert? Sind diese bekannt? Führen die dir übertragenen Aufgaben zu Überforderung oder Unterforderung? Beides macht auf Dauer unzufrieden oder gar krank. Sprich auch hier mit deinem Vorgesetzten. Gibt es keine passenden Stellen im Haus, orientiere dich am externen Stellenmarkt. Begründen kannst du den Jobwechsel beispielsweise so:
„Meine Stärken liegen in der Organisation und Projektplanung. Dieser Bereich wurde kürzlich ausgelagert, so dass ein Großteil meiner Aufgaben wegfiel. Da es derzeit keine Möglichkeit gibt, meine Fähigkeiten einzusetzen, suche ich eine neue Herausforderung, bei der ich meine Leidenschaft leben kann. Ihre Stellenanzeige für die Position … hat mich dabei besonders angesprochen.“

3. Mangel an Anerkennung

Was ist jedoch, wenn die Aufgabe Freude macht, aber keine entsprechende Anerkennung erfolgt? Bei der letzten Beförderung wurden andere Mitarbeiter bevorzugt. Beim Vergleich mit Kollegen in gleichwertiger Position stellte sich heraus, dass diese eine höhere Gehaltsstufe beziehen.

Die Gründe können unterschiedlich sein. Denkbar wäre, dass dein Chef seine wertvolle Kraft nicht verlieren möchte und deshalb keine Beförderung vorschlägt. Gibt es Leistungsmängel, die gegen eine höherwertige Gehaltsklasse sprechen? Auch hier gilt es zunächst, diese Fragen zu klären.

Die Wechselmotivation sollte deine zukünftigen Ziele beschreiben. Recherchiere, ob das neue Unternehmen deine Anforderungen erfüllen kann. Wie werden Mitarbeiter gefördert, z.B. durch Fortbildungsmaßnahmen oder Zuschüssen zum Studium? Dies ist eine Form der Anerkennung. Formuliere sachlich, warum du geeignet bist, z.B. mit der Wechselmotivation unter Punkt 2.

4. Mobbing/Streit mit Kollegen/Vorgesetzten

Hier gilt besonders: Schlecht über das Unternehmen oder ehemalige Kollegen zu reden, ist kontraproduktiv. Hast du dich entschieden, das Unternehmen zu verlassen, weil der Betriebsfrieden gestört ist, lass das Unternehmen hinter dir und bewerbe dich mit deinen Qualifikationen auf die von dir gewünschte Stelle.

5. Unternehmenswechsel

Am Anfang einer Berufskarriere ist es schwer einzuschätzen, welche Unternehmensstrukturen einem persönlich liegen. Große Unternehmen sind in Teams aufgestellt. Möchtest du hier deinen Platz finden, verweise auf deine Stärken als Teammitglied:
„Gern möchte ich mich in Ihrem Team als … engagieren. Mit meiner Fähigkeit, zuzuhören, analysiere ich leicht den Kern eines Problems. Dadurch lässt sich gemeinsam die passende Lösung herbeiführen.“

Sind die Strukturen eines Großkonzerns zu unüberschaubar, ist der Wechsel in ein mittelständisches Unternehmen besser geeignet:
„Nachdem ich … Jahre im Großkonzern … tätig war, möchte ich mein Wissen in Ihrem mittelständischen Unternehmen einbringen. Meine Kenntnisse über … lassen sich nutzbringend auf Ihr Unternehmen übertragen.“

Zieht es dich dagegen in ein Kleinunternehmen, in dem du weitgehend die alleinige Verantwortung übernimmst, kommt es darauf an, den Überblick zu behalten:
„Ich verstehe es, mich strukturiert und lösungsorientiert in neue Fachgebiete einzuarbeiten. Das Setzen von Prioritäten erlaubt mir, die mir übertragenen Tätigkeiten vollumfänglich zu organisieren und fristgerecht zu erledigen.“

6. Branchenwechsel

Lohnend ist es auch, eine andere Branche kennenzulernen. Dein Wissen und deine Erfahrungen überträgst du dabei auf ein neues Umfeld. Hast du bisher im Sekretariat eines Anwaltsbüros gearbeitet, wird derselbe Tätigkeitsbereich in einer Bank ganz anders aussehen.
„Durch meine langjährige Sekretariatstätigkeit verfüge ich über umfangreiche Kenntnisse in …, die ich gewinnbringend in Ihrem Institut einsetzen möchte. Ich persönlich sehe es als spannende Herausforderung, meinen Horizont zu erweitern.“

Mache dich mit den Produkten/den Dienstleistungen des Unternehmens vertraut. Kannst du dich mit der Firma identifizieren und mit dem, was sie tut?
Beispiel:
„Da ich selbst auf Nachhaltigkeit achte und umweltbewusst handele, kann ich mich mit den von Ihnen beschriebenen Unternehmenszielen gut identifizieren. Die Position … entspricht den von mir gelebten Werten.“

7. Verantwortung übernehmen

Du erfüllst deine Aufgaben mit Herzblut und fühlst dich am richtigen Arbeitsplatz. Nun möchtest du mehr Verantwortung übernehmen und strebst sogar eine leitende Position an. Wie oben beschrieben, spiele mit offenen Karten und bringe dich ins Gespräch. Welche Qualifikationen/Fortbildungen kannst du aufweisen? Ist im eigenen Unternehmen der nächste Karriereschritt nicht machbar, bewirb dich extern auch mit deinen Erfolgen:
„Durch meine Networking-Fähigkeiten konnte ich unseren Kundenstamm überregional ausbauen und sorgte für ein gutes Betriebsergebnis. Da sich in meiner Firma derzeit keine Entwicklungsmöglichkeiten bieten, möchte ich in der verantwortungsvollen Position als …-Leiter/in zum wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens beitragen.“

8. Auslandserfahrung

Zum beruflichen Wachstum gehört oft der Wunsch, Auslandserfahrungen zu sammeln. International aufgestellte Unternehmen haben in der Regel eine Auslandsabteilung, an die du dich wenden kannst. Intern kannst du beispielsweise Folgendes formulieren:
„Ich verfüge über sehr gute Englischkenntnisse, die ich bereits (wo?) erfolgreich einsetzen konnte. Zudem belege ich den Aufbaukurs Chinesisch, um meine Grundkenntnisse auszubauen. Diese sowie meine Kenntnisse als …-Spezialist möchte ich in Ihrer …-Abteilung in China einsetzen und erweitern.“
Extern:
„Durch meine …jährige Auslandstätigkeit für … bin ich sprachlich versiert und mit den interkulturellen Gegebenheiten Chinas vertraut. Mit diesen Fähigkeiten konnte ich bereits viele Kontakte knüpfen, die Ihrem international auftretenden Unternehmen von Nutzen sein werden.“

9. Fusion/Geschäftsaufgabe

Manchmal kommt die Veränderung von außen, beispielsweise durch eine Unternehmensfusion oder Geschäftsaufgabe. Wird die Abteilung geschlossen oder fällt der Standort weg, bleibt meist nur die Suche auf dem externen Stellenmarkt:
„Bis Ende … war ich als … für die Firma … tätig. Da der Standort in … geschlossen wurde, suche ich eine neue Herausforderung. Die angebotene Aufgabenstellung hat mich besonders angesprochen, da sie meiner seinerzeit ausgeübten Tätigkeit entspricht. Hier sammelte ich wertvolle Erfahrungen im Bereich …, die ich nutzbringend in Ihrem Unternehmen einsetzen kann.“

10. Ortswechsel

Auch ein Ortswechsel kann Fragen an den Bewerber aufwerfen. Überlege dir: Warum bewirbst du dich gerade in dieser Stadt/Ortschaft? Begründe wahrheitsgemäß deine Absichten, wobei du private Gründe allgemein halten kannst. Formuliere die Bewerbung zielführend:
„Frankfurt/Main als Bankenstandort hat mein Interesse geweckt, da ich meine Ausbildung als Bankkaufmann/-frau bei der … Bank in … abgeschlossen habe. Da ich in … keine Möglichkeit zur Weiterentwicklung habe, möchte ich meinen Wohnsitz und meine berufliche Zukunft nach Frankfurt/Main verlegen. Meine Kenntnisse im Bereich … qualifizieren mich als …“

Egal, welcher Wechselgrund zutrifft: Stelle deine Motivation klar heraus. Du beendest nicht nur einen Job, sondern möchtest das passende Unternehmen finden. Damit das funktioniert, sei ehrlich zu dir und deinem neuen Arbeitgeber. Du musst nicht alles preisgeben. Aber niemand hat einen Nutzen, wenn du dich über oder unter Wert verkaufst. Wichtig ist der Bezug zum Unternehmen und die Gründe, warum gerade du der beste Kandidat für die Stelle bist.