Auslandserfahrung im Lebenslauf: So überzeugst du!

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Auslandserfahrung im Lebenslauf

Mit Auslandserfahrung im Lebenslauf kannst du dich bei einer Bewerbung besonders hervorheben. Geschickt dargestellt, liefert sie einen echten Mehrwert. Aber Vorsicht: Nicht immer ist ein Auslandsaufenthalt für eine Bewerbung relevant. Wann und wie du mit Auslandserfahrung im Lebenslauf überzeugst, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Auslandserfahrung: Wie wichtig ist sie tatsächlich?

Auslandserfahrung gilt inzwischen als Nonplusultra. Ein Master in England, ein Praktikum in China, sechs Monate Freiwilligenarbeit in Peru oder ein Schuljahr in den USA – die Lebensläufe vieler Bewerber werden immer internationaler. Ihr Ziel: Im Ausland wollen sie wichtige Erfahrung sammeln, um ihre Karriere zu fördern. Die meisten Personaler verbinden damit interkulturelle Kompetenz und in der Tat hilft Auslandserfahrung, um sich im Bewerbungsprozess von der Konkurrenz abzuheben.

In jedem Fall weckst du damit Interesse und machst auf dich aufmerksam. Die Ausbildung der Kandidaten ist meistens sehr ähnlich. Nicht so die Auslandserfahrung. Diese ist unglaublich vielfältig. Überall auf der Welt bieten sich Chancen für einen Auslandseinsatz, mit dem du einen Personaler beeindrucken kannst. Darüber hinaus agieren viele Unternehmen heutzutage weit über die Landesgrenzen hinaus. Entweder haben sie selbst Büros im Ausland oder arbeiten mit ausländischen Kunden und Lieferanten zusammen. Für sie sind Mitarbeiter mit relevanter Auslandserfahrung ein echter Zugewinn.

Dennoch: Ohne internationale Erfahrung ist deine Bewerbung nicht chancenlos, solange du mit andere Qualifikationen überzeugen kannst. Ausschlaggebend sind deine fachlichen Fähigkeiten. Auslandserfahrung selbst schafft lediglich einen zusätzlichen Mehrwert.

Wann ist Auslandserfahrung relevant?

Nicht immer ist Auslanderfahrung bei einer Bewerbung von Interesse. Ob sie in den Lebenslauf gehört oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst kommt es auf das Unternehmen an, bei dem du dich bewirbst. Ein international aufgestellter Konzern legt sein Augenmerk wohl häufiger auf die Auslandserfahrung der Bewerber. Hingegen kannst du ein kleines Familienunternehmen, das womöglich nur lokale Beziehungen pflegt, mit einem Aufenthalt in der Ferne gegebenenfalls weniger beeindrucken. Im Gegenteil: Bewirbst du dich bei so einer Firma, könnte deine Auslandserfahrung sogar nachteilig sein. Eventuell wirst du als überqualifiziert abgestempelt oder der Chef geht davon aus, dass dich eine Tätigkeit in seinem Unternehmen nicht erfüllt und du diese nur als Sprungbrett siehst, um anschließend wieder bei einem größeren Konzern anzuheuern.

Daneben entscheiden auch deine künftigen Aufgaben über die Relevanz deiner Auslandserfahrung. Stehen die Tätigkeiten in Verbindung mit ausländischen Märkten oder mit der Betreuung von Kunden im Ausland, ist internationale Erfahrung fast schon notwendig. Haben deine künftigen Aufgaben allerdings nur wenig mit globalen Aktivitäten zu tun, ist Auslandserfahrung nebensächlich. Darüber hinaus kommt es auf den Zeitpunkt deines Auslandsaufenthaltes an und auf die Art der Qualifikation, die du im Ausland erworben hast.

Sind seit deinem letzten internationalen Einsatz schon über 15 Jahre vergangen, ist deine Auslandserfahrung im Lebenslauf wirkungslos. Seitdem ist viel passiert und deshalb solltest du solche Stationen besser nicht erwähnen. Gleiches gilt für Aufenthalte, bei denen du keine besonderen Fähigkeiten erworben hast. Warst du 3 Monate im Urlaub oder hast eine Weile bei deiner Familie im Ausland verbracht, ist das kein Vorteil bei deiner Bewerbung. Nur wenn du wesentliche Qualifikationen oder Eigenschaften mit einem Auslandsaufenthalt nachweisen kannst, gehört dieser in den Lebenslauf.

Welche Eigenschaften bringen Personaler mit Auslandserfahrung in Verbindung?

Auslandserfahrung ist ein hervorragender Beleg für vorhandene Sprachkenntnisse. Im Ausland schulst du meist mindestens dein Englisch. Je nach Aufenthaltsort erwirbst du sogar eine weitere Fremdsprache. Darüber hinaus bringen Personaler einen Auslandsaufenthalt mit positiven Soft Skills und interkulturellen Kompetenzen in Verbindung. Dazu gehört die Offenheit gegenüber anderen Kulturen sowie die Fähigkeit, sich an deren Eigenarten anzupassen. Zusätzlich bringst du mit Auslandserfahrung Eigenschaften wie Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein, Flexibilität, Eigeninitiative und Organisationsfähigkeit zum Ausdruck.

Welche Vorteile bietet Auslandserfahrung für ein Unternehmen?

Neben den bereits erwähnten Soft Skills und Sprachkenntnissen hat Auslandserfahrung oft weitere Vorteile für ein Unternehmen, vor allem wenn das entsprechende Land ein wichtiger Markt deines künftigen Arbeitgebers ist. Hast du bereits vor Ort gearbeitet, sind dir die Marktverhältnisse bestenfalls bekannt. Eventuell hast du sogar rechtliches Know-how erworben oder pflegst wichtige Beziehungen zu potentiellen Kunden bzw. Partnern. Außerdem kennst du die Kultur des Landes und bist bestens auf die internationale Zusammenarbeit vorbereitet.

Wo und wie kannst du Auslandserfahrung im Lebenslauf angeben?

Jeder weiß: Personaler nehmen sich in der Regel nur sehr wenig Zeit für eine Bewerbung. Um mit Auslandserfahrung zu punkten, musst du sie also attraktiv verpacken. Dazu hast du verschiedene Möglichkeiten. Auslandserfahrung kannst du im Lebenslauf flexibel unterbringen. Infrage kommen verschiedene Kategorien, je nachdem welche Art von Auslandsaufenthalt vorliegt.

Hast du im Ausland wie z.B. der Schweiz gearbeitet, kommt diese Anstellung konsequenterweise unter „Berufserfahrung“. Gleiches gilt für ein Praktikum. Ein Studium oder eine Berufsausbildung im Ausland packst du in den Abschnitt „Ausbildung“. Verschiedene kleine Stationen im Ausland stellst du am besten unter einem gesonderten Punkt „Auslandserfahrung“ dar. Zum Beispiel bietet diese Kategorie Platz für einen Schüleraustausch, eine Sprachreise, ein Auslandssemester oder einen Freiwilligendienst. Diesen extra Punkt solltest du allerdings nur in deinen Lebenslauf aufnehmen, wenn du mindestens 2 Stationen im Ausland verbracht hast und diese für die Bewerbung relevant sind. Warst du nur einmal im Ausland und der Aufenthalt passt weder zur Rubrik „Berufserfahrung“ noch in die Rubrik „Ausbildung“, so kannst du diese Angabe auch geschickt unter der Überschrift „Sprachkenntnisse“ anführen.

Außerdem gilt: Auf keinen Fall solltest du einen Auslandsaufenthalt doppelt erwähnen. Was bereits unter „Berufserfahrung“ steht, muss nicht nochmal unter „Auslandserfahrung“ oder „Sprachkenntnisse“ angeführt werden. Bringst du mit einem Job im Ausland bereits alle wesentlichen Kompetenzen zum Ausdruck, kannst du andere Stationen, wie das High-School-Jahr in den USA oder eine Tätigkeit als Au-pair, ruhig weglassen. Solche Informationen blähen den Lebenslauf unnötig auf und haben keine zusätzliche Wirkung.

Welche Angaben über deine Auslandserfahrung gehören in den Lebenslauf?

Im Lebenslauf solltest du mindestens das Datum (von wann bis wann), den genauen Ort und das Land deines Aufenthaltes angeben. Hinzu kommen Informationen, die für die Bewerbung wichtig sind. Je wesentlicher eine Angabe ist, desto ausführlicher solltest du sie darstellen. Wichtig ist, dass die Art bzw. der Grund des Auslandsaufenthalts deutlich zum Ausdruck kommen. Bei einem Studium sind die Studienschwerpunkte und der Abschluss von Interesse. Hast du im Ausland gearbeitet, will ein potentieller Arbeitgeber die Position und deine Aufgaben wissen. Auf jeden Fall solltest du für die Darstellung verschiedener Stationen innerhalb einer Kategorie das gleiche Schema verwenden. Stringenz im Lebenslauf sorgt für Vollständigkeit und Übersichtlichkeit.

Fazit: Relevante Auslandserfahrung – das wirkungsvolle Extra im Lebenslauf

Mit Auslandserfahrung überzeugst du bei einer Bewerbung, sofern sie für die ausgeschriebene Stelle relevant ist und du sie im Lebenslauf ansprechend darstellst. Personaler interessiert es, wer du bist und was du kannst. Hast du im Ausland berufliche Qualifikationen oder wichtige Soft Skills erworben, ist deine Auslandserfahrung von großem Interesse. Stell sie deshalb an der richtigen Stelle im Lebenslauf dar und präsentiere alle wichtigen Informationen in kompakter Form.

Behalte aber immer im Hinterkopf, dass Auslandserfahrung per se nicht das entscheidende Kriterium bei einer Bewerbung ist. In erster Linie musst du mit fachlichen Fähigkeiten überzeugen. Vermeide es also, unwesentliche Stationen im Ausland zu erwähnen. Bleib professionell und richte deinen Lebenslauf an der jeweiligen Stellenbeschreibung aus.