Gelassenheit lernen: Tipps für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit

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Gelassenheit

Es gibt viele Situationen im Leben, die das Potenzial haben, uns so richtig auf die Palme zu bringen. Grundsätzlich geht das jedem Menschen so. Was du daraus machst, liegt aber an dir. Während der eine vor lauter Stress nur noch auf Autopilot funktioniert und nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht, schafft es der andere, auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben.

Gelassenheit hilft dir im Leben weiter. Selbst, wenn du dich bisher nicht als gelassener Mensch betrachten würdest, gibt es eine gute Nachricht: Gelassenheit kannst du lernen. Mit diesen Tipps findest du mehr Ruhe und Ausgeglichenheit in allen Lebenslagen.

Warum Gelassenheit dich weiterbringt

Es gibt sie, diese Menschen, die einfach immer in sich zu ruhen scheinen – nicht nur in alltäglichen Situationen, sondern auch, wenn sie in einer objektiv aufwühlenden Lage sind. Bei manchen Menschen entspricht eine solche ruhige Reaktion schlicht ihrem Charakter. Viel häufiger aber sind Gelassenheit und innere Ruhe eine Frage der Einstellung.

Doch was ist Gelassenheit überhaupt? Wer gelassen ist, handelt in jeder Situation ruhig und durchdacht. Er lässt sich nicht von Stress, Wut oder Angst leiten. Ein gelassener Mensch hat die Kontrolle über sein Verhalten und seine Gefühle. Das macht ihn widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen.

Wer im Alltag gelassen reagiert, akzeptiert, dass sein Einfluss auf bestimmte Vorkommnisse gering oder nicht vorhanden ist. Zum Beispiel, weil diese Dinge in der Vergangenheit liegen, und somit auch durch eine wütende oder aufgebrachte Reaktion nicht mehr zu ändern sind. Er geht vielmehr konstruktiv mit dem Status quo um – und versucht, das Beste daraus zu machen.

Stressige Situationen gibt es im Leben immer wieder. Ruhig und gelassen kannst du damit besser umgehen. Du handelst selbstbestimmt und nicht fremdgesteuert durch deine Emotionen. Das ermöglicht es dir, bewusstere Entscheidungen zu treffen. Auch deiner Gesundheit kommt das Mehr an Ruhe zugute – du bist psychisch und physisch weniger anfällig. Andere Menschen respektieren dich eher, wenn sie dich als jemanden kennen, den so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann. Rückschläge kannst du mit Gelassenheit besser wegstecken. Lauter gute Gründe, um mehr Gelassenheit zu lernen. Mit den folgenden Tipps gelingt es dir, ruhiger zu bleiben.

Stress gezielt abbauen

Stress ist der Feind der Gelassenheit – zumindest, wenn wir uns davon beeinflussen lassen. In erster Linie ist es deshalb wichtig, dass du Stressfaktoren in deinem Leben so gut es geht beseitigst. Vielleicht hast du zu viele Verpflichtungen. Oder du hast das Gefühl, im Job unter einem Berg von Aufgaben begraben zu sein, der dich am Vorankommen hindert. Mache dir klar, worin dein Stress besteht, und überlege, wie du das ändern kannst. In den genannten Beispielen würde das bedeuten: Reduziere deine Verpflichtungen oder sprich offen mit deinem Chef.

Bewusst abschalten

Stress kann uns weniger etwas anhaben, wenn wir unsere Freizeit bewusst nutzen, um runterzukommen. Wenn du in deiner Freizeit zum Beispiel Entspannungstechniken übst oder meditierst, hilft dir das dabei, im Alltag ruhiger zu bleiben. Außerdem ist bewusstes Abschalten ein wichtiger Gegenpol zu den aufreibenden Dingen in deinem Leben – egal, ob im Job oder im Privatleben.

Das bewusste Abschalten ist durchaus auch wörtlich zu nehmen. Schalte dein Handy öfter mal aus und lies ein Buch, statt in deiner Freizeit gedankenlos vor dem Bildschirm zu hängen. Widerstehe auch der Versuchung, dich in deiner Freizeit mit der Arbeit zu befassen. Das kannst du in deiner Arbeitszeit tun. Deine Freizeit solltest du nutzen, um zu entspannen.

Bewegung hilft

Abschalten kannst du sehr gut mit Bewegung. Beim Mannschaftssport oder im Fitnessstudio kannst du dich so richtig auspowern. Mit Freunden macht das noch mehr Spaß – und motiviert dich, am Ball zu bleiben. Auch sanfte Bewegung beugt Stress vor und hilft dir dabei, zur Ruhe zu kommen. Gehe öfter mal spazieren, zum Beispiel im Wald oder einem Park. Auch moderates Training hilft. Bewegung jeder Art verbessert außerdem deine Stimmung.

Warum Perfektionismus schädlich sein kann

Viele Menschen sind perfektionistisch. Sie haben den Anspruch, alles, was sie tun, richtig gut zu machen. Das führt zwar oft zu guten Ergebnissen, kostet aber Nerven. Vor allem ist das Frustpotenzial hoch, wenn Dinge länger dauern oder das Ergebnis nicht so gut ist wie erhofft. Je höher dein Anspruch ist, desto größer ist auch die Gefahr, dass du dich ärgerst, wenn es nicht so klappt. Akzeptiere, dass du nicht alles perfekt machen kannst. Manchmal ist ein „gut genug“ genau das – gut genug und völlig ausreichend.

Fehler passieren

Ob du ein gelassener Mensch bist, zeigt sich in Situationen, wo Fehler gemacht werden – von dir oder von anderen. Es liegt an dir, wie du damit umgehst. Bist du aufgebracht, wenn du etwas falsch gemacht hast? Eine solche Reaktion mag zwar verständlich sein, bringt dich aber nicht weiter. Viel konstruktiver ist es, wenn du dich daran machst, den Fehler wieder auszubügeln. Auch auf die Fehler anderer Menschen solltest du nachsichtig reagieren. Fehler passieren jedem.

Im Akutfall erstmal durchatmen

Die meisten Situationen, die uns aus der Ruhe bringen, passieren unerwartet. Das macht eine emotionale und nicht durchdachte Reaktion wahrscheinlich. Du kannst jedoch lernen, im Akutfall besonnen zu reagieren. Atme erstmal tief durch. Du kannst dabei bis zehn zählen und bei Bedarf noch einmal von vorn beginnen. Das gibt dir Zeit, an deiner Reaktion zu arbeiten. So kann dir diese kurze Pause helfen, nicht wütend zu reagieren, wenn dir ein Kollege oder der Chef Vorhaltungen machen – oder dir ein anderer Autofahrer den Parkplatz wegnimmt, auf den du schon gewartet hast.

Wie schlimm ist es wirklich? Der objektive Blick auf die Lage

Viele emotionale Reaktionen sind das Resultat einer subjektiven Sichtweise. Manches finden wir furchtbar dramatisch. Tritt gedanklich einen Schritt zurück und versuche, die Lage objektiver zu sehen. Ist sie wirklich so schlimm? Was genau ist überhaupt das Problem? Manchmal sind es Kleinigkeiten, die uns auf die Palme bringen. Oft steckt hinter unserer Reaktion etwas ganz anderes. Vielleicht hatten wir einen stressigen Tag, Streit mit Kollegen oder Freunden oder haben schlicht schlecht geschlafen. Eine Analyse hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren.