So wird der erste Arbeitstag zum Erfolg

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erster Arbeitstag

Das Vorstellungsgespräch war ein voller Erfolg, der ersehnte Job ist in der Tasche und die Freude groß. Wenn der erste Arbeitstag näher rückt, steigt bei vielen allerdings die Nervosität – schließlich will man bei dem neuen Vorgesetzten und den Kollegen einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Mit diesen Tipps wird der erste Arbeitstag zum Erfolg.

Die Bedeutung des ersten Eindrucks

Für den ersten Eindruck gibt es nur eine Chance. Oder, anders gesagt: Wir legen uns unterbewusst innerhalb von wenigen Sekunden fest, ob uns ein bislang unbekannter Mensch sympathisch ist oder ob wir ihn nicht leiden können. Mit diesem Bild liegen wir zwar nicht zwangsläufig richtig, es lässt sich jedoch häufig nur schwer wieder ändern.

Wie harmonisch das Miteinander mit den neuen Kollegen und dem Chef im neuen Job sein wird, erkennt man deshalb häufig schon früh. Schon am ersten Tag am neuen Arbeitsplatz bekommen Angestellte ein Gefühl dafür, ob sie gut mit ihrem neuen Umfeld auskommen werden oder ob sich die Zusammenarbeit schwierig gestalten könnte. Umgekehrt geht es dem Team auch so, wenn ein neuer Mitarbeiter hinzukommt. Den meisten Arbeitnehmern ist es deshalb wichtig, dass sie einen positiven Eindruck hinterlassen.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Wer weiß, was auf ihn zukommt, kann eine neue Situation entspannter angehen. Das gilt auch für den ersten Tag im neuen Büro. Zur Vorbereitung für einen optimalen Einstieg ist es sinnvoll, sich mit den Begebenheiten vor Ort zumindest gedanklich schon einmal vertraut zu machen. Wie groß ist die Abteilung? Wer sind die Vorgesetzten? Wie sind die Abläufe? Gibt es besondere Gepflogenheiten? Viele dieser Fragen lassen sich schon vorher klären, etwa im Bewerbungsgespräch. Die Antworten zu kennen, hilft, dem ersten Tag gelassener entgegenzusehen.

Die Wahl des Outfits

Anhand ihres äußeren Eindrucks fällen wir ein (unterbewusstes) Urteil über unsere Mitmenschen, zumindest, wenn wir sie gerade erst kennenlernen. Deshalb spielt das Outfit eines neuen Kollegen an seinem ersten Tag eine vergleichsweise große Rolle.

Was passend ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Es hängt immer vom jeweiligen Betrieb und dem Team selbst ab. Ein erster Auftritt im Kostüm mag in dem einen Unternehmen zum guten Ton gehören, bei einem anderen kann man damit schon overdressed sein – selbst, wenn beide Firmen in derselben Branche tätig sind.

Generell gilt: Am ersten Tag im neuen Job sollte man möglichst weder over- noch underdressed sein. Idealerweise fügt man sich optimal unter den Kollegen ein. Da aber häufig vorher schwer abzuschätzen ist, wie diese sich kleiden, ist es im Zweifel besser, zu riskieren, ein wenig zu förmlich angezogen zu sein. Das ist besser, als durch ein Outfit aufzufallen, dass ein wenig zu casual ist.

In puncto Styling gilt: Weniger ist mehr. Auf grelles Make-Up sollte so verzichtet werden. Wesentlich wichtiger ist ohnehin ein gepflegtes Äußeres. Fettige Haare sind tabu, und auch auf starkes Parfümieren sollte verzichtet werden.

Pünktlich sein

Dieser Aspekt versteht sich von selbst. Am ersten Arbeitstag sollten Mitarbeiter unbedingt pünktlich im Büro sein. Das macht sonst in jedem Fall einen schlechten Eindruck beim neuen Vorgesetzten, und, soweit sie es mitbekommen, auch bei den Kollegen. Wer mit dem Auto kommt, sollte Stau einplanen. Busse und Bahnen können sich verspäten oder ausfallen. Es ist immer besser, noch Zeit für einen Kaffee zu haben, als abgehetzt anzukommen. So kann man das neue Umfeld entspannter wahrnehmen – und womöglich ergibt sich so schon ein erster Plausch mit den neuen Kollegen.

Einstand feiern?

In manchen Firmen mag es üblich sein, dass neue Mitarbeiter Einstand feiern. Wer die Gepflogenheiten nicht kennt, sollte das jedoch lieber bleiben lassen. Andernfalls riskiert man, dass der Einstand nicht in den Tagesablauf passt. Alkohol ist zudem keine gute Idee für den Anfang, denn nicht überall ist ein Sektfrühstück gerne gesehen.

Wer den Eintritt ins neue Team gerne feiern möchte, kann den Einstand nach einigen Tagen oder Wochen nachholen. Dann können neue Mitarbeiter auch besser einschätzen, was passend ist und was nicht – und wann der Einstand am besten in den Betriebsablauf passt.

Sie oder du? Die richtige Anrede

Gar nicht so einfach – wie spreche ich die neuen Kollegen an? Sie oder du? Und wie verhält es sich beim Chef? Auch darauf gibt es keine allgemeinen Antworten. Häufig erleichtert der Vorgesetzte die Anrede, indem er den neuen Mitarbeiter darauf hinweist, wie die Gepflogenheiten in Sachen Anrede im Büro sind. In keinem Fall sollten neue Mitarbeiter selbst entscheiden – im Zweifel heißt es immer „Sie“.

Die Vorstellung im Team

„Stellen Sie sich doch bitte einmal kurz vor.“ So oder so ähnlich klingt es häufig, wenn Vorgesetzte ihre neuen Angestellten bitten, ein paar Worte über sich vor den Kollegen zu sagen. Das muss nicht passieren; oft stellt der Chef das neue Teammitglied selbst vor. Aber weil eine solche Bitte gut möglich ist, sollte man darauf vorbereitet sein, um im Zweifelsfall souverän reagieren zu können.

Gibt es keine Vorstellung in der großen Runde, stellt sich aus Sicht des neuen Mitarbeiters die Frage, ob er vom Chef herumgeführt und vorgestellt wird, oder ob erwartet wird, dass er das eigenständig tut. Solche Fragen klären sich meist rasch. Wer auf sich selbst gestellt ist, tut gut daran, sich den Kollegen vorzustellen, mit denen er näher zusammenarbeitet. In einem kleineren Team sollte man sich mit allen Kollegen bekannt machen.

Das neue Umfeld aus dem Hintergrund wahrnehmen

Zu den größten Sorgen vieler Arbeitnehmer gehört es, am ersten Tag im neuen Job keinen Anschluss zu finden. Die meisten legen Wert darauf, sich möglichst schnell ins neue Team zu integrieren. Es kann jedoch hilfreich sein, den Wunsch, gemocht zu werden, ein wenig zurückzustellen. Neue Mitarbeiter sollten einerseits sie selbst bleiben und sich nicht etwa verstellen.

Ein neues Umfeld kann darüber hinaus besser wahrgenommen und analysiert werden, wenn sich die betreffende Person etwas im Hintergrund hält. So können Abläufe, Gepflogenheiten und Beziehungsgeflechte in der Regel am besten beobachtet werden – und je besser dies gelingt, desto leichter ist es, seinen eigenen Platz unter den Kollegen zu finden. Besonders vor etwaigen Lästereien mit anderen sollten sich neue Mitarbeiter hüten – selbst, wenn dies von den Kollegen ausgeht. Allzu private Dinge sollten ebenfalls nicht ausgeplaudert werden.

Namen merken

Gerade, wer in ein größeres Team einsteigt, hat vermutlich Probleme, sich alle neuen Namen zu merken, mit denen er am ersten Arbeitstag konfrontiert wird. Dass wir anfangs Schwierigkeiten haben, uns diese zu merken, hängt auch damit zusammen, dass wir darauf konzentriert sind, uns selbst vorzustellen – und in einem möglichst guten Licht zu präsentieren.

Wer später keine Probleme haben möchte, die Kollegen oder gar Vorgesetzten namentlich anzureden, sollte sich deren Namen jedoch so schnell wie möglich einprägen. Es kann helfen, Eselsbrücken zu bilden oder die Namen aufzuschreiben.

Und wenn der Name doch einfach weg ist? Dann ist es besser, noch einmal freundlich nachzufragen und das Vergessen offen zuzugeben. Den meisten anderen geht es in solchen Situationen schließlich genauso, weshalb man mit Verständnis rechnen kann. Das ist besser, als die Anrede akribisch zu vermeiden.

Die Mittagspause

Zur Mittagszeit ist der erste Tag im neuen Job zwar schon zur Hälfte überstanden, aber nun stellt sich eine weitere schwierige Frage: nämlich die, wie man die Mittagspause verbringt. Selbst, wer gerne etwas Zeit für sich hätte, um die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten, sollte die Pause nach Möglichkeit besser mit den Kollegen verbringen.

Häufig fragen die Kollegen von selbst, ob der oder die Neue sich zum gemeinsamen Mittagessen anschließen möchte. Wer auch künftig gefragt werden möchte, sollte dies nicht verneinen und die Gelegenheit nutzen, seine Kollegen näher kennenzulernen. Auch hier gilt: Es ist besser, sich etwas zurückzuhalten und zuzuhören statt das Gespräch an sich zu reißen.

Fettnäpfchen vermeiden

Niemand erwartet von neuen Mitarbeitern, dass diese vom ersten Moment an perfekt sind – und beispielsweise nie Fehler machen. Manche Dinge lassen sich jedoch vermeiden. Das gilt zum Beispiel, wenn es um ein aufmerksames Zuhören geht. Wenn der Chef etwas erklärt und der neue Mitarbeiter ein paar Minuten später genau danach fragt, als wäre dies noch nicht thematisiert worden, signalisiert er damit Unaufmerksamkeit. Zwar sind Nachfragen im Zweifelsfall nicht nur in Ordnung, sondern sogar ratsam, bevor man Fehler macht, trotzdem sollten Unachtsamkeiten nach Möglichkeit vermieden werden.

Ebenfalls keinen guten Eindruck hinterlassen neue Mitarbeiter, wenn sie schon zu Arbeitsbeginn an ihrem ersten Tag fragen, wann die Pausen sind und wann sie Feierabend machen dürfen.

Gelassen bleiben

Klar, am ersten Tag ist die Aufregung für die meisten Arbeitnehmer groß. Schließlich wollen sie sich nicht blamieren, sondern im Gegenteil einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Es hilft jedoch, sich zu verdeutlichen, dass man in aller Regel der einzige ist, der entsprechend nervös ist. Für die Kollegen und den Chef ist es vermutlich ein Arbeitstag wie jeder andere auch. Der oder die Neue sollte deshalb auch nicht alles persönlich nehmen – etwa, wenn die Kollegen Stress haben und wenig Zeit, sich um ihn oder sie zu kümmern.