Tipps & Übungen für mehr Geduld – wie du deiner Ungeduld ein Ende setzt

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Geduld

Für Ungeduld gibt es viele Gründe. Dabei hilft sie nicht weiter – egal ob beim Warten auf die Bahn oder im Stau auf dem Weg zum Termin. Mit diesen Tipps und Übungen lernst du, im Job und im Alltag gelassener zu bleiben.

Wer kennt das nicht: Es gibt Situationen, da könnte man einfach durch die Decke gehen. Wenn der Computer streikt, obwohl wir dringend die Präsentation fertigstellen müssen. Wenn wir auf dem Weg zu einem wichtigen Termin im Stau stehen. Oder wenn der Fahrkartenautomat ewig braucht, um die restlichen Münzen auszuspucken, wenn der Zug schon einfährt. Zwar ist es durchaus gesund, von Zeit zu Zeit Dampf abzulassen. Du profitierst aber eher davon, wenn du lernst, deine Ungeduld zu zügeln und wie du anders mit Stress umgehst. Einfacher gesagt als getan? Vielleicht. Geduld ist jedoch auch eine Frage der Übung – denn Geduld kannst du lernen. Mit diesen Tipps und Übungen fällt es dir leichter, ruhig und gelassen zu bleiben.

Geduld kann man trainieren

Jeder Mensch geht mit Situationen, die seine Geduld auf die Probe stellen, anders um. Während der eine unbeirrt weitermacht, wirft der andere schon nach einem kurzen Moment frustriert das Handtuch. Wie wir mit Frustration und Stress umgehen, ist jedoch nicht nur eine Frage unserer Persönlichkeit. Denn Geduld kann man trainieren. Und dabei können wir eigentlich nur gewinnen, denn von Ungeduld hat in den meisten Fällen niemand etwas.

Geduld ist eine Tugend – und das in jeder Lebenslage. Denn Ungeduld macht fast nie einen Unterschied zum Positiven. Wenn wir nervös auf dem Lenkrad trommeln und einen halben Nervenzusammenbruch bekommen, weil wir durch einen Stau zu spät kommen, löst das den Stau nicht auf. Wir kommen nicht schneller ans Ziel. Stattdessen machen wir uns Stress – und schlechte Laune. Solche Beispiele gibt es an vielen Stellen im Leben, und zwar im Privaten wie im Beruflichen. Wer seine Ungeduld in den Griff bekommt, lässt sich von solchen Situationen weniger unter Druck setzen.

Geduld kann dir auch bei deiner Karriere helfen. Nur mit einem langen Atem kannst du ein komplexes Projekt fertigstellen. Geduld hilft dir, dein Studium zu beenden – oder eine Durststrecke an der Arbeit zu überbrücken, bis endlich doch die ersehnte Beförderung winkt. Wer hingegen zu ungeduldig ist, dem entgehen Chancen.

Akzeptanz ist der erste Schritt

Der erste Schritt hin zu mehr Geduld und Gelassenheit ist Akzeptanz. Akzeptiere die Situation, die dich ungeduldig macht. Akzeptiere, dass du sie nicht verändern kannst. Du kannst nur das Beste daraus machen. Du wirst es in vielen Situationen im Leben leichter haben, wenn du diesen wichtigen Aspekt gelernt hast. Nun liegt es an dir, was du daraus machst. Und damit sind wir beim nächsten Punkt.

Verwende deine Zeit sinnvoll

Du wartest nach einem Vorstellungsgespräch ungeduldig auf den Anruf eines potenziellen Arbeitgebers? Je nachdem, wie gerne du den Job haben möchtest, quält dich die Ungewissheit in der Zeit des Wartens. Du hast es jedoch nicht in der Hand. Zwar könntest du nachfragen – im schlimmsten Fall aber machst du dich damit unbeliebt und förderst deine Chancen auf den Job gerade nicht.

Viel sinnvoller ist es, wenn du deine Zeit anderweitig nutzt. Das hat nicht nur den Vorteil, dass du deine Zeit nicht mit Warten oder schlechter Laune vertrödelst. Die Zeit geht für dich vermutlich auch schneller um. Wenn du zuhause oder im Büro auf etwas wartest, gehe einer anderen sinnvollen Aufgabe nach. Musst du zum Arzt, ist eine gewisse Wartezeit wahrscheinlich – nimm dir ein Buch oder eine Zeitschrift mit. Selbst in unvorhergesehenen Wartezeiten unterwegs kannst du dich vermutlich sinnvoll mit deinem Handy beschäftigen. So ist die Zeit nicht vertrödelt.

Diese Übungen helfen dir, geduldig zu bleiben

Damit dich Situationen des Wartens künftig nicht mehr wahnsinnig machen, solltest du dich mit den folgenden Übungen einmal näher beschäftigen. Sie helfen dir dabei, gelassen zu bleiben.

Meditieren

Meditation hat jedoch einen großen Einfluss darauf, wie wir mit allen möglichen alltäglichen Situationen umgehen. Nachweislich verändern sich unsere Hirnstrukturen durch regelmäßiges Meditieren. Du kannst mit bestimmten Techniken lernen, gezielt zur Ruhe zu kommen. Außerdem lernst du, Gedanken nicht unbewusst ständig nachzuhängen, sondern sie gezielt wahrzunehmen und bewusst zu entscheiden, wie du damit umgehst.

Tief durchatmen

Eng mit der ersten Übung hängt diese Übung zusammen. Wenn du dich gestresst und ungeduldig fühlst, schalte gezielt einen Gang zurück. Atme tief durch. Beim Meditieren lernst du Atemtechniken. Selbst, wenn du nicht meditierst, kannst du das ganz gezielt üben. Atme tief ein, halte den Atem kurz in der Lunge und atme dann langsam aus. Wenn du deine Atemzüge zählst, hilft dir das, dich nicht so schnell von Gedanken ablenken zu lassen. Zähle bis zehn und beginne dann von vorn.

Alles eine Frage der Sichtweise

Oder auch: Wie schlimm ist es wirklich? Wie dringend brauchen wir etwas, auf das wir sehnsüchtig warten? Was passiert, wenn sich das ersehnte Ereignis jetzt nicht sofort einstellt – sich der Stau nicht sofort auflöst, der erhoffte Anruf jetzt nicht kommt? Die Welt dreht sich weiter. Oft machen wir uns den Stress selbst – und sind erstaunt, wenn wir überlegen, wie schlimm die Konsequenzen des Wartens wirklich sind. In unserem Kopf sind sie in der Regel wesentlich schlimmer.

Das Beste daraus machen

Eine gute Übung zu mehr Geduld und Gelassenheit ist, dir den schlimmsten möglichen Ausgang der Situation vorzustellen. Um das Staubeispiel aufzugreifen: Stell dir vor, du kommst auf jeden Fall zu spät. Wie schlimm ist das wirklich? Oft setzen uns schon wenige Minuten Verspätung unverhältnismäßig stark unter Druck. Im zweiten Schritt kannst du überlegen, wie du den negativen Ausgang besser machen kannst. Wenn du zu spät zu einem Termin kommst – ruf an und sag Bescheid. Das nimmt automatisch den Druck aus der Situation. Oder du stehst in einer Schlange, die einfach nicht vorangehen will. Gehe davon aus, dass du noch eine Viertelstunde hier stehst und mache das Beste daraus. Vermutlich wird es tatsächlich nicht so lange dauern – und du hast wieder ein paar Minuten gewonnen.