Ausführlicher Lebenslauf verfassen: Wie du es richtig machst

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Ausführlichen Lebenslauf schreiben

Ein ausführlicher Lebenslauf gibt deinen Werdegang in Form eines Fließtexts wieder. Weil das unübersichtlicher ist als die tabellarische Variante, fordern die wenigsten Arbeitgeber diese Form des Lebenslaufs. Wenn sie dennoch gefragt ist, bist du mit unseren Tipps vorbereitet.

Was einen ausführlichen Lebenslauf ausmacht

Bei Bewerbungen ist der tabellarische Lebenslauf Standard. Mit Stichworten, Kategorien und anhand eines Zeitstrangs geben Bewerber an, was sie bisher gemacht haben. Dass diese Variante üblich ist, hängt insbesondere damit zusammen, dass ein solcher Lebenslauf maximal übersichtlich ist. Dem Personaler fällt es leicht, die einzelnen Stationen zu sichten und nach bestimmten Angaben zu suchen.

Inhaltlich deckungsgleich, aber optisch ganz anders ist der ausführliche Lebenslauf, auch bekannt als ausformulierter Lebenslauf. Letztere Bezeichnung spiegelt wider, was den ausführlichen Lebenslauf ausmacht: Es handelt sich dabei um einen Lebenslauf in Form eines Fließtextes. Stichwörter, Aufzählungen und vorangestellte Zeitangaben gibt es bei dieser Variante nicht.

Ausführliche Lebensläufe werden selten verwendet – aus einem guten Grund: Personalverantwortliche empfinden sie als unübersichtlich. Während die tabellarischen Angaben sofort ins Auge springen, muss man bei einem Lebenslauf in Aufsatzform schon genauer hinsehen, um nachvollziehen zu können, was ein Kandidat für Qualifikationen hat.

Aus diesem Grund solltest du auch nicht von dir aus entscheiden, einen ausführlichen Lebenslauf mit deiner Bewerbung zu verschicken. Verfasse ein solches Dokument nur, wenn es ausdrücklich gefragt ist. Das kann etwa bei Bewerbungen um ein Stipendium von einer Stiftung der Fall sein. Auch bei Bewerbungen bei der Polizei oder anderen Behörden ist ein ausformulierter Lebenslauf häufig üblich.

Wie ein ausführlicher Lebenslauf aufgebaut ist

Inhaltlich deckt sich der ausführliche Lebenslauf mit dem regulären tabellarischen Lebenslauf. Das bedeutet, dass er dieselben Rubriken enthält: deine persönlichen Daten, deinen Berufsweg, deinen Bildungsweg, wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten und, falls gewünscht, Hobbys und Interessen. Zusätzlich kannst du zum Schluss deine Ziele für die Zukunft darlegen.

Während beim tabellarischen Lebenslauf eine antichronologische Aufzählungsweise üblich ist, bei der die jüngsten Stationen weiter oben genannt werden, gehst du beim Verfassen deines ausführlichen Lebenslaufs chronologisch vor. Es wäre schlicht umständlich und auch schwerer nachzuvollziehen, was du gemacht hast, wenn du die antichronologische Darstellungsform beibehalten würdest.

Du fängst also mit deinen persönlichen Daten an, erwähnst dann die Stationen und Abschlüsse deines Bildungswegs und kommst anschließend auf deine Berufserfahrung in chronologischer Reihenfolge zu sprechen. Danach beschreibst du relevante Kenntnisse und Fähigkeiten wie Sprachkenntnisse oder EDV-Kenntnisse. Ob du Hobbys nennst, ist dir überlassen. Wenn du dich dafür entscheidest, solltest du idealerweise Interessen wählen, die einen Bezug zum angestrebten Job haben.

Auch der ausführliche Lebenslauf sollte am Ende unterschrieben werden. Ob du das unter Angabe des Datums und Orts tust, ist dir überlassen – es ist aber nicht nur üblich, sondern auch schon deshalb empfehlenswert, weil es professionell wirkt, deinem Lebenslauf eine persönliche Note verpasst und du damit formell bestätigst, dass alle Angaben korrekt sind.

Was ist mit dem Bewerbungsfoto im ausführlichen Lebenslauf?

Für viele Bewerber gehört es dazu, einen tabellarischen Lebenslauf um ein aktuelles Bewerbungsfoto zu ergänzen. Diese Möglichkeit hast du auch bei einem ausformulierten Lebenslauf. Auch hier ist es kein Zwang, wird aber von Arbeitgebern meist gern gesehen. Es kann ein Nachteil sein, wenn du auf ein Bild verzichtest. Umgekehrt kann ein seriöses Bild von dir, das dich zugleich sympathisch wirken lässt, deine Chancen auf eine positive Rückmeldung steigern.

Wenn du ein Bewerbungsfoto verwenden möchtest, kannst du es wie beim tabellarischen Lebenslauf in der oberen rechten Ecke des Dokuments einfügen. Verwendest du allerdings gleichzeitig ein Deckblatt, auf dem dein Foto zu sehen ist, solltest du beim Lebenslauf darauf verzichten.

Handschriftlich oder digital? Varianten des ausführlichen Lebenslaufs

Zwar würden wohl die wenigsten Bewerber von sich aus auf die Idee kommen, ihren ausführlichen Lebenslauf handschriftlich zu verfassen. Es kann jedoch sein, dass genau das gewollt ist. In diesem Fall geht es aus der Stellenanzeige oder den Informationen zur Vergabe des Stipendiums hervor. Dem Entscheidungsträger geht es dann darum, anhand deines Schriftbilds Rückschlüsse auf deine Persönlichkeit ziehen zu können.

Ist ein handschriftlicher Lebenslauf gefragt, solltest du diesen unbedingt sauber verfassen. Schreibe ihn dir am besten auf dem PC vor, damit du keine Fehler machst. Passiert doch ein Fehler, streiche nichts durch, sondern beginne auf einem sauberen Blatt erneut. Dein Lebenslauf sollte gut lesbar sein. Benutze, falls vorhanden, einen Füllfederhalter – das wirkt elegant. Auch ein schwarzer Kugelschreiber oder anderer schwarzer Stift eignet sich.

Ist nicht explizit von einem handschriftlichen Lebenslauf die Rede, solltest du deinen ausführlichen Lebenslauf wie gehabt am Computer schreiben. In der Länge des Dokuments solltest du dich unabhängig davon auf eine bis zwei Seiten beschränken.

Bewerbung gut strukturieren

Ausführlicher Lebenslauf: Der Aufbau im Detail

Der ausführliche Lebenslauf beginnt, wie der tabellarische Lebenslauf auch, mit einer Überschrift – meist einfach „Lebenslauf“. Auch dein Name ist als Überschrift denkbar. Beim Lebenslauf in Fließtext-Form entfallen in den meisten Fällen die Überschriften, die sonst die jeweilige Kategorie beschreiben. Das macht den Lebenslauf in Aufsatzform tendenziell unübersichtlich. Hier bist du gefragt: Gib dem Lebenslauf eine schlüssige Struktur und achte auf Absätze zwischen den jeweiligen inhaltlichen Blöcken. Besonders wichtige Angaben kannst du zudem fetten und damit optisch hervorheben.

Du beginnst in der Einleitung mit deinen persönlichen Daten. Wie beim tabellarischen Lebenslauf sind hier dein Name, deine Adresse, Kontaktdetails in Form von Telefonnummer(n) und E-Mail-Adresse und gegebenenfalls dein Geburtsdatum und -ort gefragt. Letzteres ist optional. Ob du ledig oder verheiratet, geschieden oder verwitwet bist, musst du nicht erwähnen. Deine Konfession zu nennen macht nur Sinn, wenn das für den Empfänger deiner Bewerbung wichtig ist.

Erst der Bildungsweg, dann deine Berufserfahrungen

In den Hauptteil steigst du mit deinem Bildungsweg ein. Du beginnst bei der letzten schulischen Station, etwa deiner Zeit auf dem Gymnasium samt Abitur. Noten kannst du nennen, wenn es dir sinnvoll erscheint. In diesem Beispiel nennst du anschließend dein Studium oder eine Ausbildung. Die jeweiligen Erfahrungen ergänzt du um ihren zeitlichen Rahmen in Form von Monat und Jahr.

Im nächsten Abschnitt gehst du auf deine Berufserfahrung über. Hier kannst du auch Praktika erwähnen, wenn du noch wenig berufserfahren bist. Beschreibe die einzelnen Stationen kurz, indem du etwa auf wichtige Tätigkeiten und besondere Erfolge zu sprechen kommst.

Einen Absatz tiefer ist Platz für wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten. Nenne nur das, was dir für den Empfänger relevant erscheint. Achte darauf, dass deine Angaben nachvollziehbar sind. Geht es um PC-Programme, solltest du diese nicht nur namentlich nennen, sondern auch beschreiben, wie gut du dich damit auskennst oder wie oft du diese nutzt. Sprachkenntnisse solltest du ebenfalls einstufen.

Ob du auf Hobbys zu sprechen kommst, ist dir überlassen. In diesem letzten Abschnitt kannst du auch mögliches soziales Engagement beschreiben. Optional kannst du in einem weiteren Absatz etwas zu deiner Gegenwart und Zukunftsperspektive sagen. Du kannst zum Beispiel auf deine Ziele eingehen.

Anschließend folgen eine Grußformel, dein Name und deine Unterschrift. Ort und Datum kannst du ebenfalls angeben.

Warum die Art der Formulierung bei einem ausführlichen Lebenslauf so wichtig ist

Ein Grund, warum manche Arbeitgeber oder Stiftungen einen ausführlichen Lebenslauf von ihren Bewerbern fordern, ist, dass sie daran erkennen können, wie gut sich ein Bewerber ausdrücken kann. Entsprechend großen Wert solltest du beim Verfassen auf gelungene Formulierungen legen. Schreibe wortgewandt und ohne Fehler. Achte darauf, dass dein Text einen roten Faden hat, damit er flüssig lesbar ist. Deine bisherigen Erfahrungen beschreibst du in der Vergangenheitsform. Erst, wenn bei deinen Hobbys oder anderen Aspekten auch deine Gegenwart betroffen ist, schreibst du im Präsens.

Bei deinen Formulierungen solltest du darauf achten, kein zweites Anschreiben zu erstellen. Platz für deine Motivation und Argumente in eigener Sache ist im ausführlichen Lebenslauf nicht. Im Lebenslauf geht es vielmehr darum, das, was du bisher gemacht hast, vergleichsweise nüchtern darzustellen. Bleibe deshalb unbedingt sachlich.

Allerdings kannst du bestimmte Entscheidungen durchaus kurz kommentieren. Du kannst etwa mit einem Satz erläutern, warum du dich für einen bestimmten Studiengang oder Job entscheiden hast. Damit zeigst du, dass du zielstrebig vorgegangen bist und durchdachte Entscheidungen getroffen hast.

Außerdem machen kurze Erläuterungen deinen Lebenslauf lebendiger und damit interessanter und leichter zu lesen. Du kannst damit außerdem elegant auf die nächste Erfahrung überleiten. Kurze Kommentare über das Wie und Warum deiner Entscheidungen geben dem Entscheidungsträger darüber hinaus eine bessere Vorstellung von dir als Person, was ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung über die Jobvergabe oder die Vergabe eines Stipendiums sein kann.