Bewerbungsflyer: Sinnvoll oder nicht?

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Bewerbungsflyer

Es gibt viele Wege, einen potenziellen Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen. Die klassische Bewerbung ist einer davon. Eine andere Möglichkeit stellen Bewerbungsflyer dar. In einer Art Broschüre fasst du dabei die wichtigsten Informationen über dich zusammen. Triffst du ein interessiertes Unternehmen, hast du etwas in der Hand, mit dem du dich in Erinnerung rufen kannst. Aber kommt das gut an – oder kann es zum Eigentor werden? Wir verraten dir, was für und was gegen Bewerbungsflyer spricht, wann sie sinnvoll sein können und was bei der Gestaltung wichtig ist.

Was ist ein Bewerbungsflyer?

Der Bewerbungsflyer ist ein vergleichsweise neues Phänomen. In Zeiten, in denen sich auf begehrte Jobs hunderte Bewerber melden, suchen viele Kandidaten nach einem Mittel, um aus der Masse hervorzustechen. Ein Bewerbungsflyer ist relativ ungewöhnlich und wird noch eher selten verwendet. Genau das kann dazu führen, dass du damit in Erinnerung bleibst.

Ein Bewerbungsflyer ähnelt einer Broschüre. Es handelt sich dabei in der Regel um ein beidseitig bedrucktes Blatt im DIN-A4-Format. Es wird dreispaltig gestaltet und entsprechend geknickt. Inhaltlich geht es darum, die wichtigsten Daten und Qualifikationen in komprimierter Form darzustellen. Der Leser eines solchen Flyers sollte danach eine Vorstellung davon haben, ob diese Person ein passender Mitarbeiter für seine Firma sein könnte.

Eine reguläre Bewerbung ersetzen Bewerbungsflyer nicht. Sie vermitteln vielmehr einen ersten Eindruck. Bei Interesse fordert der mögliche Arbeitgeber die vollständigen Bewerbungsunterlagen an. Somit sind Bewerbungsflyer einer regulären Bewerbung vorgelagert.

In welchen Situationen ein Bewerbungsflyer nützlich sein kann

Da Bewerbungsflyer kein Ersatz für eine richtige Bewerbung sind, eignen sie sich nicht zur Bewerbung auf bereits ausgeschriebene Stellen. Du würdest dir keinen Gefallen tun, statt deiner vollständigen Bewerbungsunterlagen plötzlich einen solchen Flyer zu verschicken. Der Bewerbungsflyer ist für andere Situationen gedacht.

Eine solche Broschüre eignet sich vor allem, wenn du zu einer Job- oder Berufsmesse gehst. Womöglich hast du bereits Termine mit interessanten Arbeitgebern ausgemacht. Aber was ist mit den Firmen, die du bisher noch gar nicht auf dem Schirm hattest? Lernst du vor Ort vielversprechende Repräsentanten kennen, hast du etwas, das du ihnen in die Hand drücken kannst.

Ein Bewerbungsflyer kann ein guter Ersatz für eine Visitenkarte sein. Auch als Initiativbewerbung kann sich ein solcher Flyer eignen. Zwar könntest du auch Blindbewerbungen vorbereiten. Wenn du jedoch den ganzen Tag in einer Messehalle unterwegs bist, hast du womöglich keine Lust, lauter Bewerbungsmappen mit dir herumzutragen.

Bewerbungsflyer können auch dann eine Option sein, wenn du auf der Suche nach einem Nebenjob durch die Stadt läufst. Wenn Geschäfte Aushilfen suchen, kannst du deinen Bewerbungsflyer dalassen. Dennoch kommst du meist nicht darum herum, zusätzlich eine reguläre Bewerbung zu verschicken.

Bewerbungsflyer: Eine gute Idee?

Bevor du dich eifrig an die Gestaltung deines Bewerbungsflyers machst, solltest du grundsätzlich überlegen, ob eine solche Broschüre in deinem Fall eine gute Idee ist. Ein Bewerbungsflyer kann gut ankommen, aber er kann auch zum Eigentor werden. Es kommt insbesondere darauf an, wie gut der Flyer gemacht ist und in welcher Branche du einen Job suchst. Nicht zuletzt ist entscheidend, was dein jeweiliger Ansprechpartner davon hält. Das weißt du vorher nicht. Du hast aber mit der Qualität des Flyers Einfluss darauf, ob dieser gut ankommt.

Für die Verwendung eines Bewerbungsflyers spricht, dass dieser noch vergleichsweise selten genutzt wird. Damit fällst du also sehr wahrscheinlich auf. Andererseits ist nicht gesagt, dass du positiv damit auffällst. Wenn du sonst gar keine Bewerbung übermitteln oder nur eine Visitenkarte überreichen würdest, kann ein Bewerbungsflyer ein guter Ersatz sein. Insbesondere im Vergleich mit einer Visitenkarte enthält er deutlich mehr Informationen. Das kann dazu führen, dass sich ein möglicher Arbeitgeber später an dich erinnert und du gute Chancen hast, in das Unternehmen einzusteigen.

Welchen Stellenwert die Branche hat

Beziehe die Branche in deine Überlegungen mit ein. In konservativen Branchen ist die Gefahr, dass ein Bewerbungsflyer nicht gut ankommt, größer als in kreativen Bereichen. Bist du in einer Branche und einem Beruf tätig, wo Gestaltung eine wichtige Rolle spielt, kann der Bewerbungsflyer eine erste Arbeitsprobe darstellen.

Dein Beruf und die Branche wirken sich nicht nur darauf aus, ob es sinnvoll ist, Bewerbungsflyer überhaupt zu verwenden. Sie entscheiden auch darüber, in welcher Art und Weise du deinen Flyer gestalten solltest. Wenn du dich bei einer Versicherung bewerben möchtest, ist ein professionelles, aber dezentes Design wahrscheinlich die beste Wahl. Arbeitest du im Bereich Medien oder als Grafiker, kann es ruhig etwas kreativer sein – so lange das Printprodukt dennoch harmonisch und professionell wirkt.

Weil du auf einem Bewerbungsflyer wesentlich weniger Platz zur Verfügung hast als bei einer klassischen Bewerbung, musst du bei der Auswahl von Informationen rigoros vorgehen. Filtere aus deinen vollständigen Bewerbungsunterlagen nur das heraus, was am meisten für dich spricht. Der geringere Umfang eines Bewerbungsflyers kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass dieser gelesen wird. Andererseits weißt du meist vorher nicht, wem du einen solchen Flyer gibst, und es kann sein, dass genau die Qualifikationen fehlen, die für diesen einen Arbeitgeber essenziell sind.

Warum Bewerbungsflyer nicht zu werblich gestaltet sein sollten

Es besteht die Gefahr, dass du mit deinem Bewerbungsflyer nicht ernst genommen wirst. Das ist aber meist nur dann der Fall, wenn die Gestaltung deiner Broschüre nicht professionell ist und das Ganze einen zu werblichen Eindruck hinterlässt. Natürlich bewirbst du deine Person, aber bitte seriös.

Wenn du dich für die Gestaltung von Bewerbungsflyern entscheidest, müssen diese unbedingt hochwertig gemacht sein. Die Qualität von Design und Druck muss deinen eigenen Qualitätsanspruch unterstreichen. Dann kann der Bewerbungsflyer ein Pluspunkt sein. Mangelt es hieran, war die Mühe jedoch umsonst; der Flyer kann schlimmstenfalls sogar Ablehnung bei deinem Ansprechpartner hervorrufen.

Tipps zur Gestaltung eines Bewerbungsflyers

Wenn du dich dafür entschieden hast, Bewerbungsflyer drucken zu lassen, hat eine hochwertige Gestaltung oberste Priorität. Spar nicht an den Kosten, denn das sieht man dem Produkt meist an. Es kann sich lohnen, einen Grafikdesigner zu beauftragen, wenn du selbst in dieser Hinsicht nicht versiert bist.

Das Design deiner Bewerbungsflyer muss zu dir und deiner Persönlichkeit ebenso passen wie zu deinem Beruf und deinem Tätigkeitsfeld. Das Design ist wichtig, aber nicht alles: Unter der Form darf der Inhalt niemals leiden. Alle Informationen müssen gut lesbar und klar erkennbar sein.

Bei der Erstellung des Flyers besteht die Gefahr, dass du zu viele Details verwenden willst. Das sorgt für optisch und inhaltlich überfüllte Bewerbungsflyer. Halte es inhaltlich minimalistisch und fürchte dich nicht davor, bestimmte Aspekte wegzulassen, auch wenn sie dir wichtig erscheinen. Es ist nur Platz für das Wichtigste, weshalb zwangsläufig Dinge wegfallen, die ebenfalls grundsätzlich relevant sind.

Erlaubt ist, was auffällt und gut ankommt

Bei der Gestaltung eines Bewerbungsflyers bist du vergleichsweise frei; feste Vorgaben gibt es nicht. Meist enthält ein solcher Flyer den Lebenslauf des Bewerbers in Kurzform. Auch ein Foto des Bewerbers ist üblich – das erhöht den Wiedererkennungswert. Wenn der Personalverantwortliche deinen Bewerbungsflyer nicht mehr zuordnen kann, nützt dir der gute Eindruck nichts mehr, den du im Gespräch hinterlassen hast.

Auf dem Bewerbungsflyer werden meist die typischen Rubriken des Lebenslaufs dargestellt. Persönliche Daten, Berufserfahrung, Bildung, spezielle Kenntnisse, Erfolge – all das ist empfehlenswert. Du kannst auch deine Stärken nennen. Du kannst ebenso stichpunktartig notieren, was am meisten für dich spricht. Ein kurzer Gruß – eine Art Mini-Anschreiben – ist denkbar. Verwendet werden können auch kurze Zitate von Referenzgebern, die mit deiner Arbeit sehr zufrieden waren.

Es ist üblich, aber kein Zwang, deinen Bewerbungsflyer als eine Art Lebenslauf Plus zu gestalten. Erlaubt ist, was auffällt und positiv auf dich zurückfällt. Auch ungewöhnliche Ansätze sind denkbar.

Vermerke jedoch in jedem Fall, wie dein Ansprechpartner Kontakt mit dir aufnehmen kann. Mindestens solltest du deine E-Mail-Adresse und Telefonnummer(n) aufführen. Je nach Beruf und Branche kannst du auch die URL deiner Website angeben oder Social-Media-Accounts nennen.

Warum eine klare Struktur so wichtig ist

Die Druckqualität deines Bewerbungsflyers sollte hoch sein. Achte auf eine gute Papierstärke, die wertig wirkt und gut in der Hand liegt. Ein inhaltlicher roter Faden und ein einheitliches Layout sind essenziell. Verwende nicht zu viele verschiedenen Schriftarten, Schriftgrößen und Farben. Das wirkt unruhig und nicht professionell.

Dein Bewerbungsflyer muss einen klaren Mehrwert bieten und darf keinen zu werblichen Eindruck hinterlassen. Sonst landet er womöglich direkt im nächsten Mülleimer und deine Mühe war umsonst.

Fazit: Ein Bewerbungsflyer ist riskant und kann sowohl positiv als auch negativ ankommen. Profitieren kannst du davon nur, wenn du sicherstellst, dass die Qualität der Broschüre deine eigene Arbeitsweise optimal reflektiert. Außerdem ist entscheidend, dass du die Informationen herausfilterst, die mutmaßlich am meisten für dich sprechen.