Mitarbeiterführung: Diese 10 Fehler solltest du unbedingt vermeiden!

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Mitarbeiterführung

Nicht jeder Entscheidungsträger ist versiert in Sachen Mitarbeiterführung. Wer ein guter Chef sein will, sollte diese 10 Fehler dabei tunlichst vermeiden.

Rezepte für die vermeintlich perfekte Mitarbeiterführung gibt es viele, und die Liste an möglichen Anforderungen an Führungskräfte ist schier endlos. Ein Chef soll sein Team anleiten und zum Erfolg führen. Damit diese Aufgabe erfüllt werden kann, solltest du diese 10 Fehler als Führungskraft unbedingt vermeiden.

1. Du gibst sture Anweisungen („Basta!“)

Sicher, am Ende ist es dein Wort, das in der Waagschale den größten Ausschlag gibt. Du entscheidest, und das gehört auch zu deinen Aufgaben. Du solltest dich jedoch davor hüten, über den Kopf deiner Mitarbeiter hinweg zu entscheiden. Wenn du deinem Team das Gefühl gibst, dass seine Meinung zählt und du diese in die Entscheidung einbeziehst, erhöhst du die Motivation deiner Mitarbeiter.

Einsam getroffene Entscheidungen, die womöglich gegen den expliziten Wunsch einzelner oder mehrerer Mitarbeiter ausfallen, haben hingegen das Potenzial, großen Schaden im Verhältnis zu deinem Team anzurichten. Es ist wichtig, dass du um Verständnis für deine Ansichten wirbst. Du musst dich nicht rechtfertigen, aber wenn dein Team deine Vorgehensweise nachvollziehen kann, ist es damit meist eher zufrieden.

Wenn du hingegen eine vermeintlich irrationale Entscheidung triffst und du dies nicht thematisierst, kann es passieren, dass die Frustration unter deinen Mitarbeitern wächst.

2. Du lässt deinen Mitarbeitern keinen Raum für eigene Kreativität

Wer das Gefühl hat, auf der Arbeit etwas bewegen und eigene Ideen einbringen zu können, geht in der Regel motiviert ins Büro. Umgekehrt leidet die Motivation bei den meisten, wenn sie der Meinung sind, dass von ihnen nur Dienst nach Vorschrift erwartet wird.

Das ist auch der Fall, wenn du von deinem Team verlangst, dass es seine Tätigkeiten so erledigt, „wie es schon immer gemacht worden ist“. Eine solche Herangehensweise lässt deinen Mitarbeitern keinen Raum, eigene Vorschläge einzubringen. Reagiere deshalb offen auf Ideen. Oft ist das Ergebnis umso besser – schließlich sind deine Mitarbeiter auch an einem optimalen Outcome interessiert.

Wenn du deine Mitarbeiter dazu ermutigst, sich aktiv einzubringen, können sie ihr Potenzial voll entfalten.

3. Du verlierst die menschliche Seite aus dem Blick

Für manche Vorgesetzte sind die Untergebenen in erster Linie Arbeitskräfte, die zu funktionieren haben. Erbringen sie die von ihnen erwartete Leistung nicht, sind solche Chefs verärgert. Behalte jedoch im Hinterkopf, dass dein Team aus Menschen besteht, die mehr sind als nur Mitarbeiter in deinem Betrieb. Behandle sie auch wie solche. Sie haben, so wie du, auch mal private Sorgen, schlechte Laune oder schlicht einen schlechten Tag.

Wenn du klarmachst, dass du ein offenes Ohr für die Sorgen deiner Angestellen hast – ganz egal, welcher Natur diese sind -, verbessert sich euer Verhältnis. Das macht dich als Chef nicht nur beliebter, sondern auch dein Team produktiver. Unterschätze nie die Wirkung des Betriebsklimas auf den Erfolg der Abteilung oder Firma!

4. Du demotivierst deine Mitarbeiter

Viele Chefs sind fachlich hochqualifiziert für ihren Posten. Nicht selten mangelt es jedoch an sozialen Kompetenzen. So ein Vorgesetzter mag auf dem Papier geeignet für den Posten sein, er wird es jedoch mittelfristig schwer haben. Wenn es zu zwischenmenschlichen Problemen kommt, die nicht aus der Welt geschafft werden, hast du als Chef ein Problem.

Nicht nur solltest du als Chef aufmerksam beobachten, wie sich deine Mitarbeiter machen. Ein gezieltes Lob wirkt motivierend und zeigt, dass du die Leistung des Teams anerkennst. Regelmäßiges Feedback ist wichtig. Den größten Fehler machst du, wenn du deine Mitarbeiter durch deine Handlungen aktiv demotivierst. Das ist etwa der Fall, wenn du die Leistung deiner Mitarbeiter trotz Erfolgen nicht würdigst, sondern als selbstverständlich nimmst.

Du demotivierst deine Mitarbeiter auch, wenn du sie aktiv kleinredest. Der Mitarbeiter wünscht sich eine Gehaltserhöhung, aber du sagst ihm, dass er dankbar sein soll, zu diesen Konditionen überhaupt einen Job gefunden zu haben – und dass er es woanders schwer hätte? Dann brauchst du dich nicht wundern, wenn dein Angestellter keine Lust mehr hat, für dich zu arbeiten – und schaut, ob es nicht doch jemanden gibt, der seine Arbeit mehr zu schätzen weiß.

5. Du lässt zu wenig Freiraum

Manche Chefs neigen dazu, jedes Detail zu kontrollieren. Sogenanntes Mikromanagement hindert dich als Chef jedoch nicht nur daran, dich auf deine wesentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Es demotiviert auch deine Mitarbeiter.

Wenn du zu viel kontrollierst, gibst du deinem Team das Gefühl, ihm nicht viel zuzutrauen. Du brauchst nicht jede Mail in Kopie erhalten, und kleinere Entscheidungen können fähige Mitarbeiter auch ganz allein treffen. Wenn du dich mit der Kontrolle zurückhältst, förderst du die Eigeninitiative deiner Mitarbeiter – und damit auch ihre Motivation am Arbeitsplatz.

6. In Konflikte mischt du dich nicht ein

Am Arbeitsplatz kann es immer mal zu Konflikten kommen, sei es zwischen dir als Chef und einem Mitarbeiter oder innerhalb des Teams. Zwar solltest du nicht sofort eingreifen, wenn du Spannungen bemerkst. Wenn du jedoch das Gefühl hast, dass es sich um einen hartnäckigen Zwist handelt, der sich nicht von selbst auflösen wird, solltest du dich einmischen. Das gilt ganz besonders, wenn du der Meinung bist, dass jemand mit dir ein Problem hat.

Sprich den oder die Betroffenen offen an. Bitte zum Gespräch unter vier Augen oder mit den beteiligten Personen. Dein Ziel ist es dabei, die Rolle eines möglichst neutralen Vermittlers einzunehmen. Wenn du selbst Teil des Konflikts bist, frage dich selbstkritisch, wie du dazu mit deinem Verhalten beiträgst – und führe das Gespräch nicht unter der Prämisse, dass du ohnehin immer recht hast.

7. Du belohnst gute Leistungen nicht

Nach einigen Jahren, heißt es oft, hat jeder Chef die Mitarbeiter, die er verdient. Soll heißen: Du trägst maßgeblich dazu bei, wie sich dein Team auf der Arbeit verhält und wie es sich in den Job hineinhängt. Neben der Motivation deiner Mitarbeiter, die du aktiv fördern solltest, hängt dieser Punkt auch mit finanziellen Aspekten zusammen.

Ein fleißiger und erfolgreicher Mitarbeiter ist ein wertvoller Mitarbeiter. Warte nicht darauf, dass dieser Angestellte auf dich zukommt und um eine Gehaltserhöhung bittet, sondern überrasche ihn selbst mit einer zusätzlichen Finanzspritze. Dein Mitarbeiter wird sich nicht nur über das Plus auf dem Konto freuen, sondern auch darüber, dass du seine Leistung anerkennst.

8. Du behandelst andere nicht so, wie du selbst behandelt werden möchtest

Kants Kategorischem Imperativ zu folgen lohnt sich auch an der Arbeit. Als Chef hast du zwar mehr Macht als deine Mitarbeiter. Du solltest dein Team jedoch nichtsdestotrotz stets fair behandeln und deine Chefkarte nicht ohne wirkliche Notwendigkeit ausspielen. Das bedeutet auch, dass du freundlich bleibst und keine emotionalen Ausbrüche hast. Behandle deine Mitarbeiter mit Respekt, und sie werden dir ebenfalls Respekt zollen. Das Verhältnis zu deinem Team wird so verbessert.

9. Du scheust klare Ansagen

Zwar ist es wichtig, dass du Eigeninitiative bei deinen Mitarbeitern förderst und offen für Ideen von ihnen bist. Auch solltest du deinen Angestellten als Chef das Gefühl geben, dass sie etwas bewegen können und ihre Meinung zählt. Bis zu einem gewissen Punkt jedenfalls. Als Chef gehört es zu deiner Rolle, falls nötig auch klare Ansagen zu machen. Du bestimmst die Richtung, dir obliegt die letztendliche Entscheidung. Wenn du dich dabei auf menschlicher Ebene fair verhältst, schätzen dich deine Mitarbeiter vermutlich sogar mehr, wenn du im Zweifelsfall eine klare Entscheidung triffst und diese durchsetzt.

10. Du lässt zu, dass dein Stress für alle spürbar ist

Keine Frage, als Chef hast du oft lange Arbeitszeiten und viel Verantwortung zu tragen. Dein Stresslevel ist sicherlich höher als das deiner Mitarbeiter – das kann aufs Gemüt schlagen. Hüte dich jedoch davor, deinen Stress in Form von schlechter Laune oder Gereiztheit an deine Mitarbeiter weiterzugeben. Damit konterkarierst du auch deine Rolle als starke und selbstbewusste Führungskraft – und riskierst, dass deine Mitarbeiter den Respekt vor dir verlieren.